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Ali – die Wahrheit über seine Krankheit

02.01.2012 - Muhammad Ali: „Wann wird es schon je wieder einen Boxer geben, der Gedichte schreibt, Runden voraussagt, jeden besiegt, Menschen zum Lachen bringt, Leute zum Weinen bringt und der groß und ganz besonders hübsch ist wie ich es bin? In der Geschichte der Welt, seit Anbeginn der Zeit hat es niemals einen Boxer wie mich gegeben.“

30. Oktober 1974, Kinshasa /Zaire: Muhammad Ali schlägt Georges Foreman in der 8.
Runde KO

Alis Biografie enthüllt, dass er im vorletzten Kampf seiner Karriere am 2. Oktober 1980 gegen Larry Holmes (USA) in Lebensgefahr schwebte! Alis tatsächlichen Gesundheitszustand kannte die Öffentlichkeit nicht. Genauso wenig wie die unmittelbare Ursache – Medikamente, die unsachgemäß verschrieben und missbraucht worden waren. Einige Wochen vor dem Kampf gegen Holmes, teilte Dr. Charles WilliamsAli mit, er leide an einer Schilddrüsenunterfunktion und verschrieb ihm eine Tablette Thyrolar (etwa 200mg) täglich. Die Diagnose des Arztes war spekulativ und allem Anschein nach unzutreffend. Ferner ist Thyrolar ein potenziell tödliches Arzneimittel und niemand, der es einnimmt, sollte an einem professionellen Kampf teilnehmen. Auch wurde Ali nicht auf die Nebenwirkungen des Medikaments hingewiesen.

Ali verschlimmerte das Problem, in dem er drei Tabletten täglich nahm, weil er dachte, „die Pillen seien wie Vitamine“. Im Kampf fühlte er sich, von der ersten Runde an schwach, erschöpft und außer Atem. Sein Körper konnte sich nicht angemessen kühlen. Das, gibt Dr. Williams später zu, „führte zu Überanstrengung durch Hitze, die zu einem Hitzeschlag mit einer zwischenzeitlichen Benommenheit und vielleicht Fieberwahn führte. Ich habe ihn vielleicht unbeachsichtigt in Gefahr gebracht.“ Oder anders ausgedrückt: Die Medikation, die Ali vor dem Kampf verschrieben wurde, hatten, in Verbindung mit dem Kampf selbst, das Potenzial, ihn zu töten.

Ali selbst trägt einen Teil der Verantwortung für einen Kampf, der niemals hätte stattfinden sollen. Er wollte den Ruhm, er wollte eine Plattformn für seine Ansichten und er wollte das Geld. Ali tritt zurück – und kommt nur ein Jahr später wieder! Der Fight gegen Trevor Berbick (Kanada) am 11. Dezember sollte sein letzter sein. Der Kampf fand in Nassau/Bahamas statt, weil in den USA keiner das Risiko für den Kampf übernehmen wollte.

Ali tritt nach einer klaren Punktniederlage endgültig zurück: „Die Zeit hat mich eingeholt. Ich bin erledigt. Ich weiß, das ist das Ende. Doch zumindest bin ich nicht zu Boden gegangen. Keine Bilder von mir, wie ich auf dem Boden liege oder durch die Seile falle, keine ausgeschlagenen Zähne, kein Blut. Ich bin froh, dass ich noch immer hübsch bin. Für einen alten Mann habe ich mich gut geschlagen.“

Mittlerweile wuchs die Sorge um Alis Gesundheit. „Ich habe keine Schmerzen. Doch ich gehe ins Bett und schlafe acht, zehn Stunden, und zwei Stunden nachdem ich aufstehe, bin ich wieder müde und schläfrig. Manchmal zittern meine Hände. Meine Sprache ist undeutlich. Die Leute sagen: ,Was hast du gesagt? Ich verstehe dich nicht.‘“

Alis Finanzen sind heute relativ stabil, und die Leute sorgen sich mehr um seinen Gesundheitszustand. Seine Stimme ist schwach, er bewegt sich langsam. Wenn er müde ist, zittern seine Hände.Der wichtigste Aspekt an Alis Zustand ist dennoch, dass er nicht so schlecht ist, wie viele Leute denken. Dr. Dennis Cope vom medizenischen Zentrum der UCLA (Universität von Los Angeles, die Red.) untersucht Ali viermal im Jahr. Cope schreibt Alis Symptome dem Boxen zu und räumt ein: „Soweit ich es sehe, wären keine dieser Probleme aufgetreten, wenn Ali kein professioneller Boxer gewesen wäre.“ Cope weiter: „Das Schilddrüsenmedikament, das er vor dem Kampf gegen Holmes genommen hat, hatte keinen langfristigen Effekt. Und obwohl es unwahrscheinlich ist, dass es in Zukunft zu einer entscheidenden Verbesserung von Muhammads körperlichem Zustand kommt, erwarte ich auch keine weitere Verschlechterung. Er kann noch immer den Ali Shuffle machen, wenn auch langsamer als früher.“

Der ihn ebenfalls behandelnde Arzt Dr. Stanley Fahnenthüllt: Muhammad Ali hat nicht die Parkinson Krankheit, wie manchmal berichtet wird. Er leidet unter Parkinsonismus, auch Parkinson-Syndrom genannt. Das ist ein neurologisches Problem mit verschiedenen Schlüsselmerkmalen. Eines ist das Zittern. Ein anderes die Langsamkeit der Bewegungen. Ein drittes ist die Unbeweglichkeit, der Muskeln, die zum Sprechen nötig sind.“

Ali: „Ich will nicht, dass irgendjemand Mitleid mit mir hat, denn ich hatte ein schönes Leben, und ich habe noch immer eines. Es wäre schlimm, wenn ich eine ansteckende Krankheit hätte. Dann könnte ich nicht überall auf der Welt mit Kindern spielen und Menschen umarmen. Doch meine Probleme mit dem Sprechen stört andere Menschen mehr als mich selbst. Die Leute sagen, ich hatte ein erfülltes Leben, aber noch bin ich nicht tot. Ich fange gerade erst an. Mein ganzes Boxen, und Herumrennen, und all die Öffentlichkeit waren nur der Anfang meines Lebens. Jetzt fängt mein Leben richtig an, indem ich Ungerechtigkeit, Rassismus, Kriminalität, Analphabetismus und Armut bekämpfe, dieses Gesicht nehme, das die Welt so gut kennt, und ausziehe, um für die Wahrheit und andere Dinge zu kämpfen.“ – Bild.de

  




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