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Povetkin besiegt Huck

Dramatisches Duell – „Beste Werbung für das Schwergewichts-Boxen“

26.02.2012 - Was für ein Kampf: In der Stuttgarter Porsche-Arena lieferten sich WBA-Weltmeister Alexander Povetkin und Herausforderer Marco Huck eine wahre Ringschlacht, welche die 7.000 Zuschauer von den Sitzen riss. Der russische Champion erwischte den besseren Start, doch mit zunehmendem Kampfverlauf trumpfte Huck immer besser auf und brachte seinen Gegner mit harten Treffer in arge Bedrängnis.



Die letzten Runden waren an Dramatik kaum zu überbieten. Am Ende lag Povetkin knapp vorne. 116-113, 116-112 und 114-114 lautete das Urteil der Punktrichter. „Wir hatten einen echten Knaller versprochen“, sagte Promoter Kalle Sauerland, „und das war ein echter Knaller. Bessere Werbung für das Schwergewichts-Boxen kann es nicht geben.“

Auch wenn es für Huck nicht für den Titelgewinn reichte, hat sich der 27-Jährige mit seiner couragierten Leistung in die Herzen der Fans geboxt. „Es war eine Ehre, gegen jemanden wie Povetkin anzutreten“, so Huck. „Er war Olympiasieger und Weltmeister bei den Amateuren und Profis, ein ganz Großer, und ich habe ihn dominiert. Ich denke, die Reaktion der Fans war eindeutig. Ich habe diesen Kampf gewonnen. Ich bin mir sicher, dass alle gerne ein Rematch sehen würden.“

Hucks erster Auftritt im Schwergewicht war aller Ehren wert. Zwar dominierte Povetkin zu Beginn, doch in der vierten Runde setzte der Schützling von Ulli Wegner zum ersten Mal harte Treffer, die Povetkin beeindruckten. Auch in der siebten Runde konnte Huck harte Hände ins Ziel bringen, was Jubelstürme beim Publikum auslöste. Doch der Gong bewahrte Povetkin vor Schlimmerem. In der Folge konnte auch der 32-jährige Russe Treffer landen, und es entwickelte sich ein Gefecht auf Messers Schneide. „Beide Boxer haben einen sehr unterschiedlichen Stil“, analysierte Povetkins Trainer Alexander Zimin. „Huck attackierte überfallartig, Povetkin boxt er klassisch und schlägt viele Kombinationen. Vielleicht hat er sich zu sehr darauf versteift, Huck k.o. schlagen zu wollen. Auch konditionell haben wir große Steigerungsmöglichkeiten nach oben.“

Nach einer starken elften Runde für Povetkin, welche deutliche Spuren im Gesicht von Huck hinterließ, gaben beide in der letzten Runde noch einmal alles. Huck setzte harte Treffer, ehe der Gong ertönte. „Es war ein schwieriger Kampf. Ich hatte mir das einfacher vorgestellt“, so Povetkin. „Vielleicht habe ich Huck unterschätzt. Ich freue mich aber, den Titel verteidigt zu haben. Ich habe den Kampf gewonnen, daran besteht für mich kein Zweifel.“

Ulli Wegner lobte indes seinen Schützling. „Ich bin stolz auf Marco. Wenn man bedenkt, da kämpft ein Weltmeister, Europameister und Olympiasieger gegen diesen kleinen Jungen aus dem Cruisergewicht. Und dann macht Marco so einen Kampf. Das Urteil ist so, wie es ist. Es hat nicht viel zum K.o. gefehlt, Povetkin wackelte ja bei der Siegerehrung noch. Beinahe wäre es so gelaufen, wie ich es erträumt hatte. Ich wusste, dass Marco das Potenzial hat. Ich wünschte, er wäre an der ein oder anderen Stelle etwas raffinierter gewesen.“ Eines war für Wegner jedoch unverständlich: „Dass der Ringrichter Povetkin nicht verwarnt hat, weil er seinen Kopf so tief gehalten hat, kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Er hätte ihm einen Punkt abziehen müssen.“

Wilfried Sauerland freute derweil sich über einen spektakulären Boxabend: „Das war ein unglaublich dramatischer und knapper Kampf“, urteilte der Hall of Fame Promoter. „Marco hat mich überrascht, er hat eine tolle kämpferische Leistung geboten. Hut ab, dass er das 12 Runden durchziehen konnte. Bei Alexander hatte ich das Gefühl, dass er nicht ganz so austrainiert gewesen wäre, wie es nötig gewesen wäre, um Marco klarer zu besiegen. Vielleicht hat er ihn auch unterschätzt. Das werden die Trainer jetzt in aller Ruhe analysieren. Es war auf jeden Fall ein ganz toller Kampf für den Boxsport. Es hat gezeigt, dass es im Schwergewicht doch noch gute Kämpfe gibt.“

Als nächstes steht für Povetkin die Pflichtverteidigung gegen Hasim Rahman an. Auch ein Rematch ist möglich. „Wir wollen die besten und spannendsten Kämpfe veranstalten – Kämpfe, die die Zuschauer sehen möchten. Wir werden uns in den nächsten Tagen hinsetzen und dann schauen, wie e weitergeht“, fügte Kalle Sauerland hinzu. Boxen.com

 

  




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