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Dina Burger und Olympia

Die Verlockung Olympischer Spiele



Frauenboxen figuriert neu im Programm der Olympischen Spiele von London 2012. Für Dina Burger (Arch) noch lange kein Grund, ihre Boxhandschuhe vom Nagel zu nehmen.

16.08.2009 - Sie hat in ihrer kurzen Karriere praktisch alles erreicht, was sich Amateursportler erträumen. Dina Burger war Vizewelt- und Europameisterin und hat von 76 Kämpfen 64 gewonnen. Vor zwei Jahren hat sie ihre Boxhandschuhe an den Nagel gehängt und ihr Leben neu ausgerichtet. «Ich habe damals sehr viel Zeit investiert, nur für den Sport und auf Kosten anderer Leute gelebt.» Das will die 21-Jährige nicht mehr und sie steckt jetzt in der Ausbildung im Sozialbereich. Im Sozialpraktikum hat sie ihr Herz für Kinder entdeckt. «Ich will wie alle anderen Leute unabhängig werden und meinen Lebensunterhalt selbst bestreiten können», sagt sie. «Dass Frauenboxen jetzt olympisch geworden ist, ist allerdings eine grosse Verlockung, nochmals in den Ring zu steigen.»

Die Archerin setzt dieser Verlockung aber ihre klare Vorstellung von ihrer Lebenseinstellung entgegen. «Versuche ich mich für London zu qualifizieren, müssten meine Ausbildung und meine finanzielle Unabhängigkeit weitere drei Jahre warten. Und das kommt für mich kaum infrage.» Eine Rückkehr in den Ring schliesst Burger aber nicht kategorisch aus. «Wer will, dass ich mich für die Spiele in London qualifizieren kann, der muss auch dafür sorgen, dass ich von jetzt an bis 2012 so leben kann, wie ich mir das vorstelle. Nämlich wie normale Leute und finanziell unabhängig.» Das träfe für Dina Burger nur zu, wenn jemand Sponsoren finden könnte, die ihr die nächsten drei Jahre zu finanzieller Unabhängigkeit verhelfen würden. «Und die suche ich bestimmt nicht selbst. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand anderes das für mich tun wird.»

Burger weiss, was bei einem Comeback von ihr gefordert wäre. «Ich müsste jetzt sicher ein Jahr lang Aufbautraining machen, dann wieder Kämpfe bestreiten.» Dass sie sich dann auch für die Spiele qualifizieren könnte, davon ist nicht nur ihr ehemaliger Trainer und Verbands-Sportchef Stephan Bernhard überzeugt. «Wenn die Voraussetzungen stimmen, kann ich mir das vorstellen. Aber ich glaube nicht an entsprechendes Sponsoring», bedauert Burger. © Sonntag / MLZ - Max Flückiger

 

 

 

 


 

 

 




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