News

Baselbieter Zentrum für den Boxnachwuchs



Von Daniel Aenishänsli, Basler Zeitung  


«Das ist ein Meilenstein für den Schweizer Boxsport, wie etwa die Erfindung des Telefons einer für die Menschheit war», sagt Gregor Stadelmann. Stadelmann wird als Präsident fungieren, wenn das Noble Art Boxing Center am 28. April seine Tore öffnet. In Frenkendorf entsteht nämlich die bislang grösste Boxanlage der Schweiz. Im Untergeschoss der Firma Wohngeist an der Rheinstrasse hat sie ihren Platz gefunden. Dreimal grösser als alles Vorhandene soll sie sein. Eine Trainingsfläche von 360 Quadratmetern und Garderoben mit einer Gesamtfläche von 100 Quadratmetern sollen das Boxen in der Schweiz weiterbringen.

«Das Grundproblem in der Schweiz ist die mangelnde Infrastruktur», versucht Gregor Stadelmann das «fehlende internationale Niveau» der eidgenössischen Boxelite zu erklären. Das Noble Art Boxing Center wird vieles beinhalten. Der ortsansässige Boxclub Noble Art Boxing wird ebenso in die Räumlichkeiten einziehen wie das nationale Leistungszentrum für den Nachwuchs von Swiss Boxing.

Eine knappe Viertelmillion

Über die nötigen finanziellen Mittel will sich Präsident Stadelmann nicht auslassen. In etwa sind sie jedoch zu beziffern. Aus dem Swisslos-Sportfonds Baselland werden 25 Prozent oder rund 43'000 Franken in einen nötigen Umbau gesteckt. 35 Prozent der Kosten für Sportgeräte übernimmt der Fonds ebenfalls. Dies entspricht 22'000 Franken. «Beispielsweise der Boxring wird damit bezahlt», sagt Christian Saladin, Verwalter des Swisslos-Sportfonds im Kanton Baselland. Damit dürften sich die Investitionen gesamthaft auf rund 235'000 Franken belaufen. Damit das Projekt Leistungszentrum nicht zur Geldvernichtungsmaschine wird, leisten Personen aus dem Umfeld des Frenkendörfer Boxclubs einiges an Fronarbeit.

Cheftrainer wird Michael Sommer, der bereits heute für den boxenden Schweizer Nachwuchs verantwortlich ist und auch den stärksten Mittelgewichtsboxer der Schweiz, Istvan Szili, betreut. Sechs weitere Boxtrainer werden ihn in seiner Arbeit unterstützen. Sommer freut sich auf die Arbeit mit den Jungen und Mädchen im Alter bis zehn Jahre. «Es geht darum, auf spielerische, polysportive Weise die koordinativen Grundlagen auszubilden», sagt Sommer. «Das Angebot darf auch als Antwort auf die Bewegungsbremsen im Alltag verstanden werden.» Darum jedoch, junge Bewegungstalente an sich und an den Boxsport zu binden, gehe es ihm nicht.

«Das Leistungszentrum ist für uns von grosser Bedeutung»

«Das ist ein sehr gutes Projekt, das vollumfänglich den Richtlinien der Talent- und Leistungsförderung entspricht», sagt Christian Saladin. «Und es ist der einzige Stützpunkt, der dieses Prädikat auch verdient, weil er sowohl vom nationalen Verband wie auch von Swiss Olympic anerkannt ist.» Erwartet wird nun, «dass Sport und Fairplay gut repräsentiert werden».

Jack Schmidli, Präsident der technischen Kommission von Swissboxing, freut sich über das Noble Art Boxing Center, den neuen Stützpunkt. «Das Leistungszentrum ist für uns von grosser Bedeutung», sagt er. Man wolle die Jugend voranbringen. «Denn nur so können wir langfristig Erfolg haben», sagt Jack Schmidli. (Basler Zeitung) 




Weitere News


© 2018, Swiss Boxing Federation