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Deutschschweiz-/Tessin-Meisterschaften 2012. Der Bericht

Bericht von Jack Schmidli

Hochdramatisches spielte sich heute an den Deutschschweiz- und Tessin-Meisterschaften 2012 in St. Gallen ab. Im vorletzten Kampf des Nachmittags war Schweizermeister Seid Dzemaili vom Box-Club Zürich gegen den äusserst schlagstarken Rrezoart Gashi chancenlos und musste nach harten Kopftreffern bereits in der 1. Runde aus dem Kampf genommen werden. Den besten und spannendsten Fight des Nachmittags lieferten sich Zino Meuli vom SR St. Gallen und Alain Chervet von den Boxing Kings. Schweizermeister Meuli sicherte sich den Sieg mit nur einem Punkt Vorsprung. Mannschaftsmeister wurde der Box-Club Rheintal Au.

 Die Rheintaler freuen sich über den Mannschafts-Meister-Pokal

06.05.2012 – Von 14 Titelträgern der Deutschschweiz- und Tessin-Meisterschaften 2011 konnten lediglich deren drei ihren Titel erfolgreich verteidigen. Es sind dies Luca Serrao (BC Vedeggio), Mic Pepshi (BC Buchs) und Nawshirwan Barzinje vom Box-Club Zürich. Wichtiger Abwesender war heute Nachmittag der Mannschaftsmeister von 2011, das Box Team Oberland. Christina Nigg, Trainerin beim BTO, verzichtete wegen der Absenz mehrerer Leistungsträger – Nicole Michel weilt an der Frauen-WM in China -  auf eine Teilnahme. „Für zwei Nachwuchsboxer reisen wir nicht an die DTM“, gab Nigg zu Protokoll. Sandra Steiner (BC Zürich), Egzon Maiqaj (BS Gebenstorf), Kreshnik Nikq (BC Zürich), Benjamin Popaj (BU Winterthur) und Davide Faraci (BR Baden), allesamt DT-Meister von 2011, verzichteten aus verschiedenen Gründen ebenfalls auf eine Teilnahme. Trotzdem bekamen die Zuschauer mehrere spannende Kämpfe zu sehen.

Die Duelle

Im ersten Finalkampf (Kategorie Junioren, Federgewicht) duellierten sich David Capeder (ABC Rätia Chur) und Baskim Azemi (BC Rheintal Au). Die im Kampfverlauf zunehmenden konditionellen Schwierigkeiten des grossgewachsenen Rheintalers gegen Ende des intensiv geführten Kampfes kosteten diesem wohl den Sieg. Etwas ruppig ging es im Weltergewichtskampf, Kategorie Junioren, zwischen Dardan Avdijaj (BC Wädenswil) und Giuseppe Grimaldi (BC Vedeggio) zu und her. Grimaldi, der immer wieder mit seiner gestochenen linken Gerade punktete, durfte sich als Sieger ausrufen lassen.

Die Grundlage für den Mannschaftsmeistertitel lieferte Arman Lukac vom Box-Club Rheintal Au im Mittelgewichts-Kampf gegen den Frenkendorfer Junioren Vilson Shabani. Der Ostschweizer siegte knapp nach Punkten. Im Tessiner Leichtgewichts-Duell, Kategorie Jugend, zwischen Gilbert Tommy (Boxe Club Locarno) und Titelverteidiger Luca Serrao (BC Vedeggio) gab sich letzterer keine Blösse. Nach 3-maligem Anzählen nahm der Ringrichter den überforderten Tommy in der 2. Runde aus dem Kampf.

Selbstbewusst und stolz posiert Albert Rexhepi (zusammen mit Massimo De Filippo) für die Kamera

Mit Arnes Lukac zog der Rheintaler Trainer Walter Walser sein zweites Ass aus dem Ärmel. Der Kampf ging nicht über die volle Distanz; Claudio Galic (BC Riazzino) verlor den Mittelgewichtskampf, Kategorie Jugend, in der 3. Runde durch RSC. Ein Erfolgserlebnis durfte endlich wieder einmal der Boxing Club Luzern feiern. Sein massiger Super-Schwergewichtler, der von Masimo De Filippo betreute Albert Rexhepi, besiegte seinen Widersacher, Ruben Carvalho (BC Wallisellen) überraschend klar nach Punkten.  Noch vor drei Wochen trennten sich die beiden Kontrahenten in Aarau unentschieden.

Nach der Pause gab sich Saitarn Kaewsuksai (BC Winterthur) im Kampf um die Krone im Bantamgewicht keine Blösse. Er besiegte Hugo Mendes Nogueira (BC Ascona) mit einem Skore von 11 zu 1. Gabriel Viltre Diaz (BC Winterthur) gehört hierzulande schon seit ein paar Jahren zu den Besten. Auch heute Nachmittag liess der Leichtgewichtler mit kubanischen Wurzeln nichts anbrennen und distanzierte seinen Widersacher Dominic Said Malik vom Box Club Chreis 9 klar nach Punkten.

 Bestritten den besten Kampf des Nachmittags: Alain Chervet (l.) und Zino Meuli

Sowohl Alain Chervet (Boxing Kings Bern) als auch Schweizermeister Zino Meuli (SR St. Gallen) gingen im Halbweltergewichts-Kampf sehr entschlossen zu Werke. Während sich Meuli auf flinken Beinen zu Beginn eher etwas locker im Ring bewegte, wirkte Alain Chervet in seinen Aktionen sehr konzentriert und fokussiert. Die beiden ersten Runden entschied Meuli knapp für sich. Chervet mobilisierte im 3. Durchgang nochmals sämtliche Kraftreserven und konnte – den Sieg vor Augen - mit einer unglaublichen Energieleistung nochmals wenige Sekunden vor Schluss den Gleichstand von 14 zu 14 herstellen. Am Schluss siegte Meuli mit einem Punkt Vorsprung auf Chervet. Beide Boxer hätten an diesem Nachmittag den Sieg verdient.

Hielt sich diszipliniert an die Anweisungen seines Trainers: Mic Pepshi (r.)

Mic Pepshi (BC Buchs) erhielt wohl von seinem Trainer Patrick Vallarsa die Anweisung, ab dem 1. Gongschlag nicht zu energisch und unüberlegt anzugreifen.  Nur so kann erklärt werden, dass der Heisssporn anders, als von ihm gewohnt, zu Beginn des Kampfes Ruhe bewahrte und den Gegner studierte. Doch seine blitzschnell vorgetragenen Angriffe gegen den Brugger Alejandro Melendez liessen nicht lange auf sich warten. Schon nach der ersten Runde führte Pepshi mit einem Skore von 15 zu 2. Nach einer präzis geschlagenen Doublette in der 3. Runde wurde Melendez angezählt. Nach zwei weiteren Kampfunterbrüchen schickte der Ringrichter den tapferen Melendez, der heute erst seinen 8. Kampf bestritt, in die Ecke. Sieger durch RSC: Mic Pepshi.

 Khudeda (l.) manifestiert seine Überlegenheit Vahrim Khudeda, Haki Ajdarevic  und Vorjahres-sieger Drin Sadriu

Einen ebenfalls sehr guten Eindruck hinterliess der Berner Oberländer Vahram Khudeda im Mittelgewichtskampf gegen den Tessiner Marzio Francella (BC Ascona). Khudeda, der heute zum letzten Mal in den Farben des Box Team Thun in den Ring stieg und von Ex-Profi Haki Ajdarevic betreut wird, entzog sich auf schnellen Beinen geschickt den vehementen, aber ungelenk vorgetragenen Angriffen Francella’s.  Der amtierende Schweizermeister Khudeda konterte seinen Widersacher immer wieder trocken ab und siegte schliesslich klar nach Punkten.

 Machte auch mit Ivan Brnic (r.) kurzen Prozess: Fabian Hartmann

Noch am Vortag, im Halbfinalkampf gegen Arber Topalli, wären für Halbschwergewichts-Schweizermeister Fabian Hartmann beinahe die Lichter ausgegangen. Gegen den talentierten Schaffhauser Rechtsausleger fand der von Michael Sommer betreute Baselbieter einfach kein Rezept und lag nach Punkten klar zurück. Die Niederlage vor Augen, explodierte der schlagstarke Hartmann förmlich. Mit einer beispiellosen Energieleistung deckte er Topalli in der Folge mit harten Treffern ein, die im 3. Durchgang zum sofortigen Kampfabbruch (RSC-H) führten. Am heutige Nachmittag machte Hartmann dann gegen den Tessiner Ivan Brnic (BT Luganese) eine Runde früher Schluss. Sieger durch RSC-H in der 2. Runde. Fabian Hartmann.

Der von Matthias Luchsinger betreute Schweizermeister Seid Dzemaili (BC Zürich) konnte einem leidtun. Kurz nach Kampfbeginn schlug die Rechte des 20-jährigen Berners Rrezoart Gashi (Boxing Kings) wie eine Granate ein. Schwer getroffen fiel der Zürcher in den Ringstaub. Nach schweren Kopftreffern und einem weiteren Niederschlag hatte der Ringrichter ein Einsehen und nahm Dzemaili in der 1. Runde aus dem Kampf. Während Dzemaili heute zum 39. Mal im Ring stand, bestritt Gashi erst seinen 3. Kampf als Eliteboxer. Korrekterweise ist aber anzumerken, dass der schlagstarke Berner bereits vor dem Übertritt ins Lager der „Noble Art Of Self Defense“ Kampfsport betrieb. Von seinen 12 Kämpfen als Kickboxer gewann er deren 11 durch KO (10 davon in der 1. Runde!).

Im letzten Kampf, der im Super-Schwergewicht ausgetragen wurde, standen sich der Routinier, Nawshirwan Barzinje (BC Zürich, 44 Kämpfe) und der junge Brugger Stefan Rumpold (7 Kämpfe) im Seilgeviert gegenüber. Trotz mutiger Gegenwehr musste sich Rumpold dem amtierenden Schweizermeister geschlagen geben.



Portraits der neuen Meister

Resultatübersicht

Robert Nicolet Ranking 

 



 




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