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Sorge ums Image

12.05.2012 - Der als “Hassduell” angekündigte Boxkampf zwischen David Haye (25-2, 23 K.o.’s) und Dereck Chisora (15-3, 9 K.o.’s) am 14. Juli in London wird nun doch nicht im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden. Die ARD fürchtet um ihr Image und das des Berufsboxens und verzichtet trotz Ankünding Ende letzter Woche auf die Übertragungsrechte.

“Die ARD ist sich nach Rücksprache mit ihrem Vertragspartner Sauerland Event einig, den Boxkampf zwischen Dereck Chisora und David Haye nicht zu übertragen”, so das offizielle Statement.

Haye und Chisora hatten einander bei einer Pressekonferenz in München im Februar eine Prügelei geliefert, bei der es einige Verletzte (darunter auch Chisoras und Hayes Trainer) gab. Darüber hinaus hatte Chisora in den Tagen zuvor Vitali Klitschko geohrfeigt und Wladimir Klitschko mit Wasser bespuckt.

Diese Vorgeschichte hatte das Interesse an einem Duell der verfeindeten Boxer natürlich enorm gesteigert, da aber beide Boxer nicht mit einer Lizenz in Großbritannien rechnen konnten, verwendete Chisoras Promoter Frank Warren ein Hintertürchen und suchte um eine Lizenz in dem nicht gerade als Boxmekka bekannten Kleinstaat Luxemburg an.

Für die Britische Boxkommission war das natürlich ein offener Schlag ins Gesicht, es gab auch kritische Stimmen aus Deutschland, wie etwa von Klitschko-Manager Bernd Bönte, der den Kampf als “Freak Show” bezeichnete. BDB-Präsident Thomas Pütz forderte den Ausschluss des Luxemburgisches Berufsboxverbandes aus der EBU. Insgesamt dürfte der Druck auf die ARD damit einfach zu groß geworden sein, die als öffentlich rechtlicher Sender mit Begriffen wie “Hassduell” nichts anfangen kann und die immer wieder mit Imageproblemen kämpfende Sportart als fairen Wettkampf zwischen zwei sich gegenseitig respektierenden Sportlern etablieren will.

Für die deutschen Fans, denen man nicht zwangsläufig niedere Motive für ihr Interesse unterstellen muss, ist die Absage der ARD natürlich bitter. Dadurch, dass man den Fight zuerst vollmundig angekündigt hat, um dann eine Woche einen Rückzieher zu machen, hat man sich ein ziemliches Eigentor geschossen.

© adrivo Sportpresse GmbH

  




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