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Box-WM in China: Aus und vorbei

Bericht von Angelo Gallina

14.05.2012 - Die Baslerin Sandra „The Silence“ Brügger scheiterte heute im 1/16 Finale gegen die Engländerin Jonas nach Punkten. Beide Boxerinnen begannen determiniert und bereits nach wenigen Sekunden kam es zum ersten Schlagabtausch. Beide trafen, die Engländerin erzielte aber die klareren Treffer. Mit diesem Tempo boten beide Damen einen bewegten und spannenden Kampf vom Anfang bis zum Schluss. 

Bereits nach der ersten Runde stand es  6:2 für England. Brügger kämpfte und gab nie auf, schlug mit, änderte die Auslage, landete Treffer um Treffer, ohne dabei aber ihren Rhythmus zu verlieren. Die Engländerin wusste damit geschickt umzugehen, Konterte geschickt und wendete sich elegant ab. Die Runden vergingen im nu und nach 8 Minuten waren die Würfel gefallen. Sieg für England. Shakehands und Sandra Brügger stand wieder unten in der Aufwärmhalle am Auslockern, als ob nichts geschehen wäre. Professionell in einer Hinsicht in der anderen auch eine Art, die Niederlage und auch den verpatzen Olympiaplatz zu verarbeiten. „The Silence“ blieb ruhig, gab keine Interviews und bat, nicht gestört zu werden. Sie meldet sich morgen zum Frühstück wieder. 

Nur die Besten 8 in den Olympischen Kategorien (51/60/75) der Weltmeisterschaft kommen weiter. Für Brügger endete heute der Traum an der Olympiade in London teilzunehmen, der genau vor drei Jahren begann. Seither hat sie alles auf diesen Moment ausgerichtet: Privatleben, Arbeit, Training und Finanzierung. Es hat nicht gereicht. Man kann nicht von gleichen Verhältnissen sprechen, wenn man bedenkt das vergleichbare Staaten ihre Boxerinnen zu Profisportlern machten und über diese ganze Zeit alle Nebenkosten bezahlten, dabei spreche ich nicht von den grossen Ländern wie Frankreich, China oder Russland. Kein Wunder erscheinen diese Nationen mit geregelter Finanzierung und guten Strukturen in den Top-Plätzen. Da kann die Schweiz schlicht nicht mithalten.  Frustrierend ist die Situation vor allem aus einem Grund: Frauenboxen ist eine junge Sportart und viele Länder haben die Förderung erst nach der Olympiazusage gesteigert. Die Schweiz kann da nicht mithalten und hat den Anschluss verpasst. Keine Mittel und keine Strukturen. Wo andere mit Physiotherapeuten , Arzt und  mehreren Trainern von Trainingslager zu Wettkampfturnier reisten, blieb die Schweiz stehen. Der Wille war da, so waren wir jeweils mit  6 bis 11 Frauen an verschiedenen Turnieren dabei. Die Betreuungsverhältnsse waren dann auf einen einzigen Trainer reduziert. Zu Beginn gaben die Ergebnisse Hoffnung auf ein Mithalten können. Unterdessen haben selbst Kleinnationen wie Wales, Holland oder die Tschechei die Schweiz überholt. Uns bleibt der Trost der Niederlage verbunden mit der Hoffnung auf ein Jahrhunderttalent. 

Einen  Weltrekord gab es trotzdem zu verzeichnen. Dieser wurde von mir aufgestellt. Drei Siege mit drei Boxerinnen (Barriga: Bolivien, Rae: Jamaika, Brügger: Schweiz) an einem  einzigen Wettkampftag für drei verschiedene Nationen an einer Box-Weltmeisterschaft. Das hat noch kein Trainer vorher fertig gebracht. Alle Boxerinnen trainieren im Boxclub Basel und starteten für verschiedene Länder an dieser Weltmeisterschaft. Wenn das keine Genugtun ist....

 

Ergebnis:
 

Sandra Brügger, Schweiz vs Natasha Jonas 11:23 n. Pkt.


Robert Nicolet Ranking

 

  




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