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Vom Box-Slum nach Olympia

20 minuten online vom 22. Juli 2012

Noch nie schickte Indien so viele Boxer an Olympische Spiele wie 2012. Wer es soweit bringen will, muss durch eine harte Schule bei oft suboptimalen Bedingungen.

Ein Boxer macht sich in Bhiwani für das Training bereit. Das Center ist das berühmteste in Indien und förderte bereits mehrere Stars auf nationaler und internationaler Ebene 

Es ist der Traum eines jeden Sportlers: Olympische Spiele. Viele arbeiten hart dafür, nicht alle dürfen diesen Traum jedoch erleben. Vijender Singh hat es aber geschafft. Der indische Boxer ist nach Athen 2004 und Peking 2008 in London zum dritten Mal bei Olympischen Spielen dabei. Sein Ziel: Eine Medaille wie vor vier Jahren in Peking. Damals war es die bronzene. Nie zuvor stand ein indischer Boxer auf dem Olympia-Podest.

Singh hat sein Handwerk an der Sports Authority of India gelernt. Einem Trainingskomplex in Bhiwani, gut 100 Kilometer westlich von Neu-Delhi. 2008 kamen vier der fünf indischen Boxer in Peking aus dieser Schule. Die Verhältnisse sind bescheiden. Gehaust wird in kleinen Zimmern, in welchen kaum Platz herrscht, um die Trainingswäsche aufzuhängen. Auch die Sportstätten selbst verlottern zum Teil beinahe. Duschen gibt es nicht. Die Sportler müssen sich nach dem Training mit Wasser von einem Brunnen waschen. Singh wuchs als Sohn eines Busfahrers auf, der Überstunden leisten musste, um seinen Söhnen eine Ausbildung zu ermöglichen.

Grösstes indisches Box-Kader

Die bescheidenen Verhältnisse halten die Athleten aber nicht davon ab, für ihren Traum zu kämpfen. Das zahlt sich nun aus. Indien stellt sein bisher grösstes Box-Kader an Olympischen Spielen. Es besteht aus sieben Männern und einer Frau. Ein Medaillengewinn ist natürlich nicht garantiert. Aber der Trainingskomplex hat schon etliche Boxer hervorgebracht, die es auf die nationale und internationale Ebene geschafft haben.

  




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