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Fernsehtipp

 

Allen Olympiamüden empfehle ich den sehenswerten Dokumentarfilm „Ein deutscher Boxer“, der heute Abend auf dem Sender NDR ab 22:45h ausgestrahlt wird (Rezension siehe unten).

Jack Schmidli
 

Inhalt:

In seinem Dokumentarfilm "Ein deutscher Boxer" folgt Eric Friedler ("Aghet. Ein Völkermord", "Der Sturz. Honeckers Ende") einer deutschen Ausnahmebiografie: Die hoffnungsvolle Karriere des Boxtalents Charly Graf, geboren am 16. November 1951 im sozialen Brennpunkt Mannheim-Waldhof als unehelicher Sohn einer ungelernten Arbeiterin und eines schwarzen US-Soldaten, endet in Kriminalität und Haft. In der Justizvollzugsanstalt Stammheim lernt er als Mitinsasse den RAF-Terroristen Peter-Jürgen Boock kennen. Zwischen den beiden unterschiedlichen Männern entwickelt sich eine Freundschaft, die Grafs Leben entscheidend verändert: Er beginnt nicht nur, sich für Literatur zu interessieren, sondern versucht, an seine Laufbahn als Boxer anzuknüpfen. Gegen Gesetze und Vorurteile gelingt es ihm, zum ersten und einzigen Mal in der deutschen Justizgeschichte, sich als Häftling bei einem offiziellen Wettkampf anzumelden und die Meisterschaft zu gewinnen. Allerdings verliert der als "Cassius Clay vom Waldhof" gefeierte Sportler nur wenige Monate später, aufgrund einer heftig umstrittenen Entscheidung, die heute allgemein als Fehlurteil gilt, seinen Titel. Doch am Ende dieses aussergewöhnlichen Films wird Charly Graf doch noch Gerechtigkeit widerfahren - von einer Seite, von der er es nie erwartet hätte. Zu den Zeitzeugen, die Regisseur Eric Friedler für diesen fesselnden Film Auskunft geben, gehören u. a. Angelo Dundee, Trainerlegende und Muhammad-Ali-Coach in seinem letzten Interview, Liedermacher Konstantin Wecker, der renommierte Box-Manager Jean-Marcel Nartz, Box-Promoter Ebby Thust, Boxstallgründer Wilfried Sauerland, der Ex-RAF-Angehörige Peter-Jürgen Boock und natürlich Charly Graf selbst sowie viele andere Persönlichkeiten des internationalen Boxsports und der deutschen Justizbehörden.  




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