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Adams, Taylor und „American teenage sensation“ Shields schreiben Boxgeschichte

Bericht von Jack Schmidli

10.08.2012 – Erstmals in der langen Geschichte des Olympischen Boxens gewannen gestern Nachmittag in der ausverkauften ExCel-Arena in London drei Frauen eine Goldmedaille. Nicolas Adams (Grossbritannien, Fliegengewicht), Katie Taylor (Irland, Leichtgewicht) und „American teenage sensation“ Claressa Shields (USA, Mittelgewicht) hievten mit ihren Glanzleistungen das Frauenboxen definitiv und unumkehrbar in den olympischen Stand. Sie haben bewiesen, dass das sogenannte „schwache Geschlecht“ der Fähigkeit, das Box-Publikum zu begeistern, den Männern in nichts nachsteht.  
 

Nicola Adams vs. Cancan Ren, Finalkampf im Fliegengewicht

An den beiden letzten Box-Weltmeisterschaften der Frauen zog die Britin Nicola Adams gegen die 26-jährige Chinesin Cancan Ren jeweils den Kürzeren. Gestern Nachmittag gelang Adams, getragen von der lautstarken und frenetischen Unterstützung des Publikums, auf eindrückliche Art die Revanche. Bereits nach der ersten Runde lag die Heimboxerin mit 4:2 in Front. Die schlagstarke Adams machte auch im zweiten Durchgang mächtig Druck, schickte die Chinesin mit einer gewaltigen Rechten auf die Bretter und gewann die Runde mit 5:2. Auch in den Runden drei und vier war die 29-jährige Adams nicht zu halten. Mit dem eindrücklichen Endresultat von 16:7 gewann sie als erste Frau der Geschichte an einem olympischen Boxturnier eine Goldmedaille.

Die Bronzemedaillen gingen an die Amerikanerin Marlen Esparza, die im Halbfinal der 3-fach-Weltmeisterin Cancan Ren nach einer starken Leistung unterlag und an die Inderin Chungneijang Mery Kom Hmangte alias Mery Kom, die extra zwei Gewichtsklassen aufgestiegen war, um sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Kom unterlag im Halbfinal der Olympiasiegerin Adams.

Schwelgt im Glück: Klasseboxerin Katie Taylor aus Irland

Katie Taylor vs. Sofya Ochigava, Finalkampf im Leichtgewicht

In der ExCel-Arena dominierte die Farbe grün, als die Boxlegende Katie Taylor aus Irland in den Ring stieg. Taylor, die sich in der Vergangenheit bereits mehrmals mit der Schweizerin Sandra „The Silence“ Brügger duellierte (Brügger schlug sich dabei jeweils achtbar), bekam mit Sofya Ochigava eine überaus zähe und kampfstarke Russin vorgesetzt, die sich in ihren bisherigen Turnierkämpfen überzeugend durchgesetzt hatte. Die erste Runde endete ausgeglichen mit 2:2. Ochigava zeigte im zweiten Durchgang eine ausgesprochen gute Leistung und gewann diesen verdient mit 2:1. In der dritten Runde übenahm Taylor aber endgültig die Initiative und ging mit zwei Punkten Vorsprung, den sie bis am Schluss des Kampfes nicht mehr abgeben sollte, in die vierte Runde. Taylor gewann den Kampf knapp, aber verdient mit 10:8.

Die Bronzemedaillen gingen an die 19-jährige Mavzuna Chorieva (Tatschikistan) und an die Brasilianerin Adriana Araoujo.
 

Claressa Shields vs. Nadezda Torlpova, Finalkampf im Mittelgewicht

Typisch amerikanisch: Der erst 17-jährige Jungstar aus den USA, Claressa Shields, gilt bei den Medien als „The american teenage sensation“. Im Finalkampf um die Goldmedaille bekam sie es mit der zweifachen Europameisterin und Weltmeisterin von 2010, der Russin Nadezda Torlpova zu tun. Nicht umsonst war Torlpova vor Beginn der Spiele als Nummer 2 gesetzt. Nach ihrem phantastischen Sieg im Halbfinale gegen die Kasakin Marina Volnova mutierte die vor den Spielen nicht gesetzte Shields kurzfristig zur Favoritin und wurde ihrer Rolle im Finale vollends gerecht. Die hart schlagende Amerikanerin siegte gegen Torlpova klar mit 19:12.

Die Bronzemedaillen gingen an Maria Volnova, die im Viertelfinale sensationell die als Nummer 1 gesetzte Topfavoritin Savannah Marshall (GB) ausschaltete, und an die Chinesin Jinzi Li.


Heute Freitag stehen die Halbfinalkämpfe aller Gewichtsklassen der Männer auf dem Programm.

14:30 – 17:00h, Kanal 4: Halbfliegen (49kg), Bantam (56kg), Halbwelter (64kg), Mittel (75kg) und Schwer (91kg)

21:30 – 24:00h, Kanal 4: Fliegen (52kg), Leicht (60kg), Welter (69kg), Halbschwer (81kg) und Superschwer (91+)

 




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