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London 2012 – Die Finalkämpfe vom Samstag

12.08.2012 – Gestern Samstagabend ging am Olympischen Boxturnier in London vor 10‘000 Zuschauern die erste Tranche der insgesamt 10 Finalkämpfe über die Bühne.  Im Fokus der Boxbegeisterten in der ExCel-Arena standen die je zwei besten Boxer der Gewichtsklassen Halbfliegen bis 49kg, Bantam bis 56kg, Halbwelter bis 64kg, Mittel bis 75kg und Schwer bis 91kg. Alle Goldmedaillengewinner kommen aus unterschiedlichen Ländern.  Die Finalisten der übrigen Gewichtsklassen kämpfen heute Nachmittag ab 14:30 Uhr um Ruhm und Ehre.

Bericht von Jack Schmidli



Der topgesetzte Shjiming Zou verteidigt Halbfliegengewichtstitel erfolgreich

Mit dem Chinesen Shjiming Zou gelang es einem Boxer der Halbfliegengewichtsklasse zum ersten Mal in der Geschichte des Olympischen Boxens, den Titel erfolgreich zu verteidigen. Zou, ein ausgesprochener gewiefter Konterboxer, entschied gegen den Thailänder Kaeo Pongprayoon  jede Runde  für sich und gewann mit dem Score von 13:10 die Goldmedaille.

Goldmedaille: Shjiming Zou (China)
Silbermedaille: Kaeo Pongprayonn (Thailand)
Bronzemedaillen: Paddy Barnes (Irland) und David Ayrapetyan (Russland)




Finalkampf im Bantamgewicht: Luke Campbell besiegt starken John Joe Nevin

Nicht der vor Turnierbeginn als Favorit auf den Titel gehandelte Kubaner Lazaro Lavarez Estrada, sondern der Brite Luke Campbell durfte sich nach dem verbissen geführten Kampf gegen den Iren John Joe Nevin die Goldmedaille umhängen lassen. Campbell lag nach der ersten Runde mit zwei Punkten vorne, musste aber gegen Nevin, der im zweiten Durchgang mehr Treffer erzielte, in der Schlussrunde seine letzten Kräfte mobilisieren. Das Punktgericht wertete den Kampf mit 14:11 zu Gunsten des Briten.

Goldmedaille: Luke Campbell (Grossbritannien)
Silbermedaille: John Joe Nevin (Irland)
Bronzemedaillen: Satoshi Shimizu (Japan) und Lazaro Alvarez Estrada (Kuba)




Kubaner freuen sich über Sotolongos Goldmedaille im Halbweltergewicht

Im dritten Finalkampf des Abends standen sich der erfahrene Kubaner Rechtsausleger Roniel Iglesias Sotolongo und der Ukrainer Denys Berinchyk im Seilgeviert gegenüber. Bereits ab der ersten Runde, die Sotolongo knapp mit 5:4 für sich entscheiden konnte,  kämpften die beiden Protagonisten siegeshungrig Fuss an Fuss. In der zweiten Runde gelangen dem Boxer von der Zuckerinsel einige sensationelle Treffer, einschliesslich einem sehenswerten rechten Uppercut. Im dritten Durchgang, den der Kubaner mit einem Vorsprung von zwei Punkten in Angriff nahm, waren die unterschiedlichen Stile der Boxer besonders deutlich erkennbar. Der mit allen technischen Feinheiten ausgestattete Topathlet aus Kuba boxte den kämpferischen Ukrainer nach allen Regeln der Boxkunst aus und baute seinen knappen Vorsprung zu einem komfortablen 22:15-Sieg aus. Sotolongos sagte nach dem Kampf: „Diesen Sieg widme ich meiner Familie, ohne die der Gewinn der Goldmedaille nicht möglich gewesen wäre“.

Goldmedaille: Roniel Iglesias Sotolongo (Kuba)
Silbermedaille: Denys Berinchyk (Ukraine)
Bronzemedaillen: Vincenzo Mangiacapre (Italien) und Munkh-Erdene Uranchimeg (Mongolei)


Der Goldmedaillengewinner im Mittelgewicht kommt aus Japan

Der Kampf um die Goldmedaille im Mittelgewicht zwischen dem Japaner Ryota Murata, der im bisherigen Turnierverlauf restlos zu überzeugen wusste, und dem vor Turnierbeginn nicht als Medaillenanwärter gehandelten Brasilianer Esquiva Falcao Florentino endete mit dem äusserst knappen Score von 14:13 zu Gunsten des Boxers aus dem Land der aufgehenden Sonne. Nach der ersten Runde lag Murata mit zwei Punkten vorne. Der Brasilianer kam im zweiten Durchgang aber bis auf einen Punkt an den Japaner heran. Für Spannung im letzten Drittel des Kampfes war also gesorgt. Olympiasieger Murata, der in der 3. Runde von einem 2-Punkteabzug seines Gegners profitieren konnte, galt bei den Experten zwar als Medaillenanwärter; Topfavorit für den Titel war aber Evhen Khytrov aus der Ukraine. Dieser verlor im Achtelfinale höchst umstritten gegen den Briten Anthony Ogogo.

Goldmedaille: Ryota Murata
Silbermedaille: Esquiva Falccao Florentino (Brasilien)
Bronzemedaillen: Anthony Ogogo (Grossbritannien) und Abbos Atoev (Usbekistan)


Oleksandr Usyk aus der Ukraine: Freudentanz nach Olympiasieg im Schwergewicht

Einen sehenswerten Freudentanz führte der Olympiasieger im Schwergewicht, Oleksandr Usyk (Ukraine) nach seinem überzeugenden Sieg gegen den Italiener Clemente Russo im Ring auf. Usyk, der vor Turnierbeginn als Topanwärter für den Titel galt, wurde seiner Favoritenrollen gerecht und siegte gegen den Silbermedaillengewinner von Peking mit 14:11. Nach der ersten Runde sah es allerdings nicht nach einem Triumph des Ukrainers aus, denn Russo, der nach den Spielen ins APB-Programm (AIBA Professional Boxing) einsteigen wird, ging mit 3:1 in Führung. Nach der zweiten Runde stand das Duell unentschieden 8:8. Im dritten Durchgang machte der 24-jährige Rechtsausleger aus Osteuropa aber alles klar und gewann mit einem Gesamtscore von 14:11. Usyk war nach dem Kampf überglücklich und sagte nach dem Freudentanz: „Ich fühle mich grossartig. Ich habe gezeigt, was in mir steckt, zumal ich einen Rückstand aus der ersten Runde in einen Sieg umwandeln konnte. Allen Zuschauern danke ich herzlich“.

Goldmedaille: Oleksandr Usyk (Ukraine)
Silbermedaille: Clemente Russo (Italien)
Bronzemedaillen: Tervel Pulev (Bulgarien) und Teymur Mammadov (Azarbeitschan)



Die Halbfinalkämpfe 

Die übrigen Finalkämpfe werden - wie erwähnt - heute Nachmittag ab 14:30 Uhr ausgetragen und seien dem geneigten Aficionado wärmstens empfohlen.




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