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Klitschko-Bezwinger Corrie Sanders ermordet

23.09.2012 - Der ehemalige Schwergewichts-Weltmeister Corrie Sanders (46) ist bei einem Überfall auf ein Restaurant nahe der südafrikanischen Ortschaft Brits erschossen worden. Laut Augenzeugenberichten bekam der ehemalige Polizist einen Bauchschuss ab, wurde danach sofort in ein Krankenhaus gebracht, wo er allerdings an diesem Morgen verstarb.

Corrie Sanders bei seinem KO-Sieg gegen Wladimir Klitschko

“Corrie hat nichts Heldenhaftes getan, er war einach am falschen Ort zur falschen Zeit”, erinnert sich Augenzeuge Neil Collins an den Überfall der drei bewaffneten Männer. “Sie haben ihm in den Bauch geschossen. Er hatte auch eine Wunde am Arm, ich bin mir nicht sicher, ob sie von derselben Kugel stammt.”

Sanders, der den Namen “Sniper” (Scharfschütze) trug, begann seine Karriere 1989 und erarbeitete sich recht schnell einen Ruf als gefährlicher Puncher. 1994 setzte es jedoch überraschend die erste Niederlage gegen Nate Tubbs, den Bruder des eheamligen Weltmeisters Tony Tubbs. In den nächsten sechs Jahren blieb der Rechtsausleger ungeschlagen, hatte es aber nicht immer einfach, an größere Kämpfe zu kommen.

Erwähnenswert sind vor allem die vorzeitigen Siege gegen die ehemaligen Cruisergewichts-Weltmeister Al Cole und Bobby Czyz. 2000 unterlag Sanders in einem spektakulären Gefecht dem späteren Lewis-Bezwinger Hasim Rahman, nach zwei gewonnenen Aufbaukämpfen gegen Michael Sprott und Otis Tisdale reiste der damals bereits 37-Jährige 2003 als krasser Außenseiter nach Hannover, wo er gegen WBO-Weltmeister Wladimir Klitschko antrat.

Es sollte der größte Erfolg in der Karriere des Südafrikaners werden. Klitschko schien gegen die schnellen linken Geraden des Snipers keinerlei Gegenmittel zu haben und wurde nach insgesamt vier Niederschlägen in zwei Runden aus dem Kampf genommen. Sanders legte daraufhin den WBO-Titel nieder, um gegen Vitali Klitschko um den vakanten WBC-Gürtel kämpfen zu können. Nachdem er Klitschko in der ersten Runde in großen Schwierigkeiten hatte, baute der mittlerweile 38-jährige ab den mittleren Runden konditionell immer mehr ab und wurde in der achten Runde nach viele unbeantworteten Serien vom Ringrichter gerettet.

Sanders gewann in weiterer Folge noch drei Aufbaukämpfe, nach einer vorzeitigen Niederlage gegen seinen Landsmann Osborne Machimana beendete der begeisterte Golfer 2008 seine Karriere. Mit etwas mehr Trainingseifer und einem besseren Management hätte aus Sanders wohl ein ganz Großer werden können, so bleibt er den Boxfans wohl vor allem wegen seines Sensations-K.o.’s gegen Klitschko in Hannover in Erinnerung. Sanders hat in seiner Karriere 46 Profikämpfe bestritten, von denen er 42 gewinnen konnte (31 davon vorzeitig). – boxen.de 




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