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WBC plant eigene Amateur-Serie



Gestern ging in Cancun (Mexiko) die 50. jährliche Convention des World Boxing Council (WBC) zu Ende. Über 1.500 Delegierte aus 120 Ländern haben sieben Tage lang in Ausschuss-Sitzungen über Regelfragen, Weltranglisten, medizinische Probleme, Doping sowie die Zukunft des Boxsports generell diskutiert. Die offizielle Eröffnungszeremonie am vergangenen Montag sorgte weltweit für Schlagzeilen, als Muhammad Ali vom amtierenden Schwergewichts-Weltmeister Vitali Klitschko zum „King of Boxing“ gekrönt wurde.

08.12.2012 - WBC-Präsident Jose Sulaiman, dessen mittlerweile 37-jährige Regentschaft ihn zum am längsten amtierenden Präsidenten eines internationalen Sportverbands laut Guiness-Buch der Rekorde macht, nahm sich während der Convention Zeit für ein exklusives Interview mit BOXEN HEUTE. Darin umreißt der Mexikaner die aus seiner Sicht größten Herausforderungen für den Boxsport und formuliert klare Ziele, die er mit seinem Team umsetzen will.

„Die Grundlage für den Profi-Boxsport ist seit jeher das Amateur-Boxen“, sagte Sulaiman in dem Gespräch unter anderem. „Leider hat sich die AIBA dafür entschieden, zu einem zusätzlichen Profi-Verband zu werden. Deswegen müssen wir entsprechend reagieren und eine eigene Amateur-Serie initiieren. Wir müssen die Zukunft unseres geliebten Sports sichern und das Boxen retten!“

Eine „Einmischung“ eines Profi-Weltverbandes in den Amateur-Boxsport käme einer kleinen Revolution gleich. Zwar gibt es nationale Profi-Verbände, die auch Amateur-Wettkämpfe organisieren – etwa der Schweizer Verband oder die Franzosen und Italiener – aber ein internationales Netzwerk für Amateur-Boxer neben der AIBA, die unter anderem Weltmeisterschaften durchführt und die Olympischen Spiele beaufsichtigt, existiert bislang nicht.

Auch im Profi-Bereich plant Sulaiman Innovationen. „Die großen Fernsehsender – vor allem in den USA, aber eigentlich weltweit – wollen nur die Creme de la Creme abschöpfen“, kritisiert der WBC-Präsident. „Aber ohne eine solide Basis kann und wird es keine Spitzenathelten geben. Die WBC hat es immer schon als ihre Aufgabe angesehen, an und mit der Basis zu arbeiten. Das werden wir in Zukunft auch über den „World Cup of Boxing“ machen. Boxer, die sich durch gute Leistungen qualifizieren, aber noch keine Chance bekommen, um die Weltmeisterschaft zu boxen, kriegen beim „World Cup“ die Chance, sich mit den Besten der Welt zu messen und vor allem regelmäßig zu kämpfen.“

Wie das Konzept des „World Cup“ aussehen soll, wie wichtig der frisch gekürte erste chinesische WBC-Weltmeister für den Verband ist und welche weiteren Pläne und Ziele Jose Sulaiman für „die nächsten 50 Jahre“ hat, lesen Sie in der nächsten Ausgabe von BOXEN HEUTE, die wegen der Weihnachts-Feiertage und dem Jahreswechsel Mitte Januar erscheinen wird.

Publiziert mit der höflichen Genehmigung von Daniel Hiller, „BOXEN-HEUTE“ 




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