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Keine Fastenzeit für Yves Studer

Von Adrian Ruch, Berner Zeitung

Jahrelang hat Yves Studer die Berner Boxmeetings geprägt. Nach seinem Rücktritt geniesst es der 30-Jährige, nichts mehr beweisen zu müssen.

Eine Eintrittskarte habe er noch nicht besorgt, aber die Chance sei gross, dass er am 26.Dezember im Kursaal dabei sein werde, sagt Yves Studer. In den letzten Jahren war Studer am Stephanstagmeeting jeweils nicht nur dabei, sondern mittendrin. Achtmal betrat der Berner am Tag nach Weihnachten den Ring, achtmal verliess er ihn als Sieger. Nach seinen Auftritten durfte sich der leidenschaftliche Kämpfer vom begeisterten Publikum jeweils feiern lassen.

Weil er im Mai aufgrund einer Verletzung und der geringen Aussichten auf einen grossen Kampf ungeschlagen (27 Siege, 2 Unentschieden) zurücktrat, wird Studer dieses Mal auf die Ovationen verzichten müssen. Das mache ihm nichts aus; er habe nicht aus einer Laune heraus mit dem Profiboxen aufgehört, sagt er. «Für mich stimmt es so, wie es ist.»

Yves Studer, der für eine Sicherheitsfirma arbeitet, geniesst seine Ruhe und die Tatsache, nichts mehr beweisen zu müssen. «Ich bin frei und kann machen, worauf ich Lust habe.» So darf er derzeit für einmal hemmungslos schlemmen, in der Vergangenheit waren die Festtage für ihm immer Fastenzeit, weil er die Gewichtslimite einhalten musste.

Sein Ellbogen sei wieder so weit hergestellt, «dass ich fast wieder boxen könnte», erzählt er schmunzelnd. Noch immer geht er fast täglich in den Boxkeller. Und dann sieht er, wie Alain Chervet im Training leiden muss. Er selber boxt nach dem Lustprinzip; es geht ihm darum, fit zu bleiben. «Manchmal dresche ich nur auf den Sandsack ein.»

Von Chervet hält Studer viel. Technisch sei der Neoprofi besser als er selber. Der 22-Jährige sei ein richtiger «Berner Giel. Ich hätte Freude, wenn er die Boxszene aufmischen könnte.»  




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