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Saliku holt Silber

Saliku holt Silber in Russland

Erfolgreiche Schweizer in Russland (v.l.n.r.): Stephan Bernhard, Davide Faraci, Dolmetscherin Tanja, Herry Saliku und Marcel Werder
21.07.2009 - Der russische Unternehmer Alexander Iltyakov lud SwissBoxing ein, eine Mannschaft zu seinem internationalen Turnier nach Kurgan (RUS) zu schicken. Wie allen anderen Teilnehmern wurden uns Flug, Kost und Logis offeriert. Total nahmen 252 Boxer aus 6 Nationen (Russland, Kasachstan, Abchasien, Deutschland, Frankreich, Schweiz) in allen Alters- und Gewichtsklassen teil.


Zu den Schweizern im Einzelnen:

Marcel Werder wurde von der Jury mit einem Diplom für die beste Punktrichterarbeit ausgezeichnet. Das ist eine Anerkennung für ihn persönlich, gleichzeitig aber auch ein Zeichen für die hohe Qualität unserer Kampfrichterausbildung.

Davide Faraci zeigte gegen den Einheimischen Turpal Arsangariev einen guten Kampf. Leider wurde er 2 mal verwarnt, der Grund für seine knappe Niederlage. Im Verlauf der Woche absolvierte er noch 3 Sparrings und konnte so viele wichtige Erfahrungen sammeln. Fazit: Nachdem er erst vor einigen Monaten ins Mittelgewicht aufgestiegen ist, fehlt ihm noch die Kraft, um international oben mitzumischen. Technisch und geschwindigkeitsmässig ist er den meisten Gegnern mindestens ebenbürtig, vielen sogar überlegen.

Herry Saliku steigerte sich von Kampf zu Kampf. Im Viertelfinale konnte er sich nicht entfalten. Jurij Motko aus Chanti-Mansijsk (RUS) rettete sich mit ständigem Klammern über die Zeit. Gaslan Ginakbaev aus Omsk (RUS) erwies sich im Halbfinale als Eisenschädel erster Güte. Trotz vieler harter Treffer gab er bis zum Schluss nicht auf und lieferte Herry einen harten Abnützungskampf. Der Schweizer verbrauchte so enorm viel Substanz. Vielleicht zu viel?!

Finalgegner Alexander Schumilov aus Schadrinsk (RUS) stellte sich schnell als Boxer internationalen Formats heraus. Er lieferte sich mit Herry am Schlusstag einen mitreissenden Kampf auf höchstem Niveau. Die zahlreichen Zuschauer waren vor Begeisterung fast nicht mehr zu halten und peitschten ihren russischen Liebling mit enormer Unterstützung zum Sieg. Der beste Kampf des Turniers; und trotz Niederlage das Beste, was ich persönlich je von einem Schweizer Amateurboxer gesehen habe! Als Anerkennung seiner herausragenden Leistungen erhielt Herry zwei Diplome: je eines als bester Techniker und als bester Taktiker. Er stellte mit diesen 3 Kämpfen eindrücklich seine internationale Klasse unter Beweis.

Er wird sich nun 4 Tage mit leichtem Training aktiv erholen und dann für 2 Wochen nach Kuba ins Trainingslager fliegen. Als Abschluss der WM-Vorbereitung stehen Mitte August 2 Wochen Trainingslager in Südfrankreich auf dem Programm. Mit ein bisschen Losglück ist an der WM Anfang September in Mailand viel möglich. Die Vorfreude bei ihm und bei mir steigt.

Einige Schlussbemerkungen:

Ein herzliches Dankeschön an unsere Dolmetscherin Tanja. Ohne ihre ständige Begleitung hätten wir einen schwierigen Stand gehabt. Das Niveau bei diesem Turnier war mehrheitlich gut. Es standen starke erfahrene Boxer im Einsatz - ebenso wie relativ unerfahrene junge. Die Härte der Kämpfe war für uns, ebenso wie für Deutsche und Franzosen, ungewohnt. Die russischen Boxer sind allgemein etwas kräftiger gebaut und hungriger nach Erfolg. Trotzdem bin ich überzeugt, dass unsere Besten mithalten können. Hauptsächlich weil wir unsere Boxer technisch gut schulen. Es ist mein Ziel, nächstes Jahr mit einer grösseren Mannschaft teilzunehmen. 10 Tage in Sibirien sind für jeden wohlstandsverwöhnten Westeuropäer eine gute Lebensschule.


 

 

 


 

 

 




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