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Gusti Strobl ist Sportförderer 2012. Die Laudatio

12.02.2013 (JS) – Am letzten Freitagabend wurde Gusti Strobl, „Sportförderer des Jahres 2012“, von der Stadt Zürich offiziell geehrt. Die Laudatio, gehalten von Andreas Anderegg, Präsident von SwissBoxing, möchten wir den Besuchern von swissboxing.ch nicht vorenthalten.

Sehr geehrter Herr Stadtrat,
Sehr geehrter Herr Geschäftsführer der Migros Genossenschaft Zürich
sehr geehrte Frau Buchli,
sehr geehrte Damen und Herren,
lieber Gusti

Herzlichen Dank für die Einladung, diese Würdigung halten zu dürfen. Eine besondere Herausforderung ist das für mich deshalb, weil jemand für seinen über 50-jährigen Einsatz im Sport geehrt wird – also für einen Einsatz, der fast ebenso lange ist, wie ich alt bin.

Ich habe diese Einladung sehr gerne angenommen, weil Gusti im ehrenamtlich organisierten Amateur-Boxsport unglaublich viel getan hat – und immer noch tut – aber auch deshalb, weil er und seine Frau Margrit liebe Freunde sind von mir. Ich mag mich noch gut erinnern an meine ersten Kontakte mit dem Boxsport in der ersten Hälfte der 70er Jahre. Rasch bin ich damals auch mit dem Boxclub Zürich in Kontakt gekommen.

Als Mitglied des BC Frauenfeld bevorzugte ich zu jener Zeit einen eher lockeren Umgang mit dem Training und dem Wettkampf. Deshalb hatte ich mit meinen Kollegen vom BC Zürich manchmal etwas Bedauern, wegen der straffen Führung, die uns Aussenstehenden natürlich nicht verborgen blieb. Und eben diese Führung war jene von Gusti Strobl. Dabei war er nie ein Freund der grossen Worte. Und er hat damals auch – wenn ich mich richtig erinnere – keine Diskussionen zugelassen: So wird‘s gemacht – fertig Schluss!

Dabei war Gusti nie verletzend, sondern fordernd und dennoch kameradschaftlich. Trotz der zielstrebigen Art war Boxen für ihn nie „Achtung, fertig, los – Reinhauen“  -  Boxen war für Gusti Strobl stets ein „Fechten mit der Faust“, bei dem Technik und Taktik im Vordergrund stehen. Von 1964 bis 1991 war Gusti Strobl der Cheftrainer beim BC Zürich. In dieser Zeit sammelte er Titel, wie andere Briefmarken. Darüber hinaus war er während 17 Jahren Präsident des Vereins und unter seiner Führung wurde der BCZ zum grössten Boxclub der Schweiz.

Mit seinem Engagement hat Gusti Strobl auch einen Beitrag an eine positive Entwicklung der Gesellschaft geleistet. Denn unzählige Jugendliche verbrachten ihre Freizeit nicht auf der Strasse, sondern beim BCZ. Dort haben sie aber nicht nur das Boxen erlernt, sondern auch eine Lebensschule absolviert: Denn wer sich im Boxring dem Zweikampf stellt, der geht auch selbstbewusst durchs Leben.

Es versteht sich von selbst, dass so viel Kompetenz meinen Vorgängern nicht verborgen geblieben war und sich Gusti in der Folge während Jahren beim Verband engagierte. Als TK-Präsident leistete er einen riesigen Einsatz an der Front und deshalb war es nur logisch, dass er zum Ehrenmitglied unseres Verbandes ernannt wurde!

Bei so viel Begeisterung für den Boxsport erstaunt es wenig, dass Gusti Strobl auch heute noch die Trainingslager in Filzbach organisiert und zu diesen auch Boxerinnen und Boxer von SwissBoxing einlädt! Gerade dieses vernetzte Denken zeichnet Gusti aus - Miteinander statt Gegeneinander – lautet seine Devise und der Erfolg gibt ihm recht.

Trotz aller Titel und Medaillen ist Gusti bescheiden geblieben, hier ein freundliches Wort und da ein Lächeln. “Hoy, sali wie gohts?“ oder „Momoll, da chönd mir so mache“ – das sind Worte, die ihn charakterisieren. Das hat nichts mit Altersmilde zu tun, sondern das spiegelt das Naturell einer Persönlichkeit, die Menschen gern hat!

Dabei ist der Aktionsradius von Gusti Strobl keineswegs auf die Schweiz beschränkt – vielmehr ist sein Name in Boxerkreisen längst in ganz Europa ein Begriff. Ich jedenfalls kann kaum irgendwo ein Turnier besuchen, ohne einen Gruss an „Gusti aus Zürich“ mitnehmen zu müssen – oder besser gesagt, mitnehmen zu dürfen. Denn gute Botschaften überbringt man ja gerne!

Und damit schlage ich den Bogen zurück zu heute Abend. Für mich ist klar: Einen passenderen Preisträger als Sportförderer des Jahres 2012 der Stadt Zürich hätte man sich gar nicht aussuchen können! Und dass diese Preisübergabe im Jahr 2013 stattfindet, in dem SwissBoxing das 100-jährige Bestehen feiern kann, setzt der Ehrung die Krone auf!

Deshalb: Herzliche Gratulation, lieber Gusti!
 

v.l.n.r.: Andreas Anderegg, Gerold Lauber, Steffi Buchli und Gusti Strobl

 




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