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Erfolgreiche Schweizer in Norddeutschland

Beeindruckten die deutschen Zuschauer mit guten bis überragenden Leistungen: Auswahl aus der Schweiz

10.03.2013 - Am Samstagabend war es wieder einmal soweit: Marne wurde zur Box-Hochburg des Nordens. Ungeachtet des schlechten Wetters hatten mehr als 1000 Zuschauer den Weg in die 5699 Einwohner zählende Kleinstadt in Dithmarschen gefunden, um der 18. Marner Boxgala zu folgen. Der Marner TV hatte unter der Leitung von Peter Johannsen und seiner Frau Ellen einen aufwendigen Kampfabend auf die Beine gestellt, in dessen Rahmen eine Schweizer Auswahl auf Boxer des Marner TV traf. Marne hatte sich zudem mit einigen Kämpfern aus befreundeten Vereinen verstärkt, sodass quasi eine Norddeutschland-Auswahl als Heimmannschaft auftrat. In Erinnerung bleibt neben dem Ergebnis aber vor allem ein sehr aufwendiges Event, von dem sich die Zuschauer schwer beeindruckt zeigten. 

Blonde Schönheit empfängt die Schweizer Boxer im Ring


Bericht von Morten König

Weibl. Junioren, 50 Kilo

Eliana Pileggi (Schweiz) traf auf Eda Öztürk (AC Einigkeit Elmshorn). Ötztürk startete sehr offensiv, während Pileggi erst einmal abwartete. Wenn sie etwas machte, landete sie aber auch klare Treffer. Öztürk kam meistens zum Körper durch und schien sich in dieser Phase leichte Vorteile zu sichern. In Runde 2 konnte Pileggi allerdings die besseren Treffer landen und konterte die anstürmende Elmshornerin immer wieder mit ihrer rechten Gerade aus. Öztürk erwischte meistens nur die Deckung und hatte Probleme, ihre Gegnerin zu stellen. Dennoch stürmte sie unermüdlich nach vorne. Auch in Runde 3 gab die Elmshornerin nicht auf und machte Druck. Pileggi konnte den meisten Attacken aber entgehen, indem sie ihre starke Beinarbeit einsetzte. Letztendlich belohnten die Punktrichter Pileggi mit einem Punktsieg. Eda Öztürk darf aber auf ihre kämpferische Leistung stolz sein.

Anmerkung von swissboxing.ch: Eliana Pileggi stieg bei diesem Kampf um eine Alters- und eine Gewichts-Klasse auf, ansonsten hätte sie keine Gegnerin gehabt. Die Deutschtürkin Öztürk erzhielte an den Deutschen Meisterschaften zudem den 3. Platz, ein Umstand, der die herausragende Leistung von Eliana unterstreicht.
 

Kadetten, Bantamgewicht

Jetzt starteten die Hauptkämpfe. Als erstes bekam es Ismael Camara (Schweiz) mit Bjarne Möller (Marner TV) zu tun. Möller startete offensiv, schaffte es aber nicht, sich deutlich abzusetzen. Camara landete einige Konter und hielt sich zunächst im Kampf. In der 2. Runde konnte sich Möller mit seinem druckvollen Boxen Vorteile verschaffen. Gegen Ende ließ sich Camara am Seil stellen und kassierte mehrere Volltreffer. Dies veranlasste den Ringrichter dazu, den Schweizer anzuzählen. Daraufhin warf Camara im Schlussdurchgang noch einmal alles nach vorne und schaffte es, aus der Distanz zu punkten. Möller hatte zwischenzeitlich immer noch klare Treffer drin, konnte aber nicht verhindern, dass der Kampf enger wurde. Am Ende reichte dieser Schlussspurt, um den Kampf zu drehen. Ismael Camara siegte hauchdünn und sorgte für einen erfolgreichen Start der Schweizer Auswahl.
 

Junioren, Weltergewicht

Nun kollidierten Attila Varga (Schweiz) und Vardges Nasarjan (Marner TV). Nasarjan konnte sich zu Beginn leichte Vorteile verschaffen. Der Schweizer erwies sich jedoch als harter Gegner und konnte den Kampf zunächst eng halten. In Runde 2 übernahm Nasarjan den Kampf schließlich vollkommen und stellte Varga mehrfach in den Ecken, wo er sehenswerte Kombinationen landen konnte. Varga war zwar beherzt, setzte aber viel zu selten eigene Attacken. Im 3. Durchgang fuhr Nasarjan damit fort, seinen Gegner systematisch auseinander zu schrauben. Aggressiv, aber kontrolliert trieb er Varga durch den Ring und landete variable Serien zu Kopf und Körper. Am Ende wurde der starke Auftritt mit einem klaren Punktsieg belohnt.
 

Elite, Mittelgewicht

Anschließend duellierten sich Adrian Kilcher (Schweiz) und Evangelos Fousekis (Kadgamala Heide). Fousekis begann stark und feuerte sofort einige Kombinationen ab. Kilcher hielt allerdings ordentlich dagegen und konnte seinerseits Treffer landen. In Runde 2 konnte sich Fousekis leicht absetzen und Kilchers Nase mit einem Volltreffer zum bluten bringen. Die Nase entwickelte sich im Verlauf der 3. Runde zum Problem. Kilcher musste von der Ringärztin begutachtet werden und versah Großteile des Rings mit roten Flecken. Fousekis powerte sich beim Nachsetzen allerdings derart aus, dass Kilcher zurück kam und mehrere Volltreffer landen konnte. Jetzt musste Fousekis ein starkes Kinn unter Beweis stellen, schaffte es aber über die Distanz. Nach 3 harten Runden wurde er dann auch zum knappen Punktsieger erklärt, während für Kilcher in erster Linie die Anerkennung des Publikums blieb.
 

Elite, Mittelgewicht

Nach einer kurzen Pause trafen Ofia Amir (Schweiz) und Raimund Klose (Hancook Sport Center) aufeinander. Klose befand sich zunächst im Rückwärtsgang und attackierte mit einzelnen Haken, während Amir darum bemüht war, mit langen Händen aus der Distanz zu boxen. Klar absetzen konnte sich in dieser Phase keiner. Auch in Runde 2 verlief der Kampf hauchdünn. Beide Kämpfer hatten nette Einzeltreffer im Ziel. Klose hatte die schöneren Hände drin, während Amir häufiger durchkam, dabei aber meist nur leichte Treffer mit der Führhand landete. In Runde 3 kam Klose schließlich auf. Nach anfänglichen Schwierigkeiten landete er mehrfach seine rechte Schlaghand. Amir hielt allerdings dagegen und konnte den Kampf eng halten. Das zahlte sich aus. Am Ende holte sich der Schweizer einen knappen Punktsieg.
 

Elite, Mittelgewicht

Egzon Maliqai (Schweiz) boxte nun gegen Grachik Melkonian (Post SV Heide). Rechtsausleger Melkonian blies sofort zum Angriff und war darum bemüht, den Schweizer an die Seile zu drängen. Dort konnte er mehrere Treffer landen, musste sich aber vor Maliqais Kontern in acht nehmen. Auch in Runde 2 konnte sich keiner der beiden absetzen. Melkonian war stets derjenige, der den Kampf machte, lief dabei aber nach wie vor in Konter des Schweizers. Im 3. Durchgang wurde der Kampf schließlich unsauber. Beide Kämpfer waren viel am Halten und Nachschlagen. Klare Treffer waren selten. Melkonian machte etwas mehr und arbeitete viel zum Körper, während Maliqai vor allem mit Aufwärtshaken erfolgreich war, die er im Infight entlud. Letztendlich sicherte sich Grachik Melkonian den hauchdünnen Punktsieg.
 

Elite, Halbschwergewicht

Anschließend bekam es Pascal Krattinger (Schweiz) mit Dennis Nyamor Bbege (DGF Flensburg) zu tun. Bbege boxte mit blitzschnellen Einzelhänden und konnte so manchen Körpertreffer ins Ziel bringen. Krattinger schaffte es aber, den Flensburger mehrfach abzukontern und erarbeitete sich leichte Vorteile. In Runde 2 drehte Bbege etwas auf und konnte sich über die Aktivität absetzen. Krattinger war meistens nur am reagieren, ging aber selbst kaum in die Offensive. Bbege trieb ihn durch den Ring, setzte Treffer und erzwang schließlich ein Anzählen seines Gegners. Krattinger schaffte es mit viel Kämpferherz in die Pause und trat zur 3. Runde an. Bbege setzte nach und konnte seine Führung trotz beherztem Widerstand seines Gegners verteidigen. Nach dem letzten Gong durfte sich der Flensburger über einen verdienten Sieg freuen.

Liess es im Ring krachen: Benjamin Popaj (l.) von der Box-Union Winterthur

Elite, Schwergewicht

Benjamin Popaj (Schweiz) kollidierte nun mit Marco Deckmann (Kadgamala Heide). Deckmann boxte schön aus der Distanz und hielt sich den Schweizer mit konstanter Arbeit vom Leib. Popaj war zwar bemüht, kam aber kaum an seinen clever boxenden Rivalen heran. Erst in Runde 2 fand der Schweizer Meister von 2008 in den Kampf und konnte die Distanz überwinden. Deckmann wurde wiederholt von kraftvollen Haken erwischt und musste auch die eine oder andere Rechte einstecken. Seine Kombinationen trafen nun vermehrt auf die Deckung des Schweizers. Im 3. und letzten Durchgang stellten sich Popaj und Deckmann schließlich Fuß an Fuß und lieferten sich eine wahre Schlacht, in deren Verlauf Popaj die klareren Treffer ins Ziel brachte. Mit dem Gong landete noch einmal eine krachende Rechte des Schweizers am Kinn von Deckmann. Die Punktrichter sahen nach 3 Runden Benjamin Popaj zurecht vorne.
 

Elite, Halbschwergewicht

Nach einer weiteren Pause waren Uke Smajli (Schweiz) und Ibrahim Bazuev (Sportschule Agon) an der Reihe. Bazuev setzte von Beginn an die besseren Treffer und entging Smajlis Attacken mit seinen exzellenten Reflexen. Dabei bot er den Zuschauern auch einige Showeinlagen. Ungeachtet dessen marschierte der Schweizer tapfer nach vorne und war darum bemüht, mitzuhalten. In Runde 2 kam Smajli etwas auf und konnte mehrere Schlaghände am Kopf von Bazuev unterbringen. Der Hamburger hatte aber nach wie vor leicht Oberwasser und wirkte insgesamt aktiver und explosiver. In Runde 3 schlug eine krachende Rechte am Kopf des Schweizers ein, der schwer angeschlagen nach hinten taumelte. Smajli wurde angezählt und überstand den Durchgang nur mit viel Mühe. Bazuev gelang es aber nicht, den Kampf vorzeitig zu beenden. Dafür strich der Hamburger einen verdienten Punktsieg ein.
 

Elite, Halbschwergewicht

Fabian Hartmann (Schweiz) duellierte sich nun mit Timo Herzberg (Kadgamala Heide). Es entwickelte sich ein enger Fight, in dessen Verlauf Hartmann etwas mehr machte, während Herzberg auf klare Treffer setzte. Erst in Runde 2 wurde der Kämpfer aus Heide aktiver. Die beiden Rivalen lieferten sich nun einen harten Schlagabtausch. Hartmann kam vor allem mit variablen Haken zum Zug, während Herzberg mit Links-Rechts Kombinationen Erfolg hatte und sich mit seiner Schlaghand leichte Vorteile verschaffen konnte. Auch in Runde 3 boxte der Kämpfer aus Marne etwas besser, musste sich aber stets vor dem gefährlichen Schweizer in acht nehmen. Hartmann hatte immerhin 2011 den Schweizer Meistertitel für sich verbuchen können. An diesem Abend erwies sich Herzberg aber als zu stark und holte sich einen knappen Punktsieg.
 

Elite, Schwergewicht

Im letzten Kampf des Abends boxte Seid Dzemaili (Schweiz) gegen Stefan Sittner (Marner TV). Der Rechtsausleger aus der Schweiz versuchte zunächst von außen zu boxen, während Sittner konzentriert mit langen Händen arbeitete und schöne Einzeltreffer ins Ziel brachte. Dzemaili suchte noch nach der Distanz, brachte aber einzelne Konter ins Ziel. Auch in Runde 2 war Sittner die bestimmende Kraft im Ring. Mit ständigem Druck, der aber dennoch kontrolliert ausfiel, konnte der Kämpfer aus Marne Punkt für Punkt sammeln. Dzemaili stellte gute Beinarbeit unter Beweis, arbeitete aber selbst zu wenig. Dieses Muster etablierte sich. Sittner boxte locker zu Ende und konnte dem Schweizer noch einige Volltreffer einschenken. Dzemaili hielt aber dennoch tapfer durch. Sittner sicherte sich einen verdienten Punktsieg.




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