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Aufs Geld versessen

Der weltweit bestbezahlte Sportler ist ein Boxer. Der US-Amerikaner Floyd Mayweather verdient im Jahr 90 Millionen Dollar, obwohl er keinen Cent aus der Werbung einstreicht. Rod Ackermann (NZZ am Sonntag vom 19.05.2013)

Sein Spitzname ist «Money», und nie zuvor passte dies besser zum Preisboxer Floyd Mayweather aus Grand Rapids (Michigan). Der 36-jährige Weltergewichtler gilt in Fachkreisen als bester Faustkämpfer der Gegenwart - und belegt den ersten Rang in der alljährlich durch die US-Fachzeitschrift «Sports Illustrated» veröffentlichten Fortunate-50-Rangliste der Einkünfte von US-Athleten (für alle anderen gibt es die «International 20»). Zuvor hatte Tiger Woods achtmal nacheinander zuvorderst abgeschnitten, heuer aber klassierte sich die angeschlagene Golf-Ikone nur noch im fünften Rang.

Gleich hier ist allerdings einzufügen, dass Klassemente wie dieses niemals hundertprozentig verlässlich sein können - so ist zum Beispiel die Höhe des von Nike an Tiger Woods entrichteten Entgelts nach wie vor unbekannt. Dennoch ermöglichen die Rankings Rückschlüsse auf Markttendenzen im professionell betriebenen Sport. Während sie ähnlich wie die Einschaltquoten am Fernsehen durch Sponsoren ausgewertet werden, dienen sie den Athleten selber nicht selten als Potenzbeweis.

Nicht das beste Image

Der eingestandenermassen auf Geld versessene Mayweather strich dank zwei immens erfolgreichen Auftritten die stolze Summe von 90 Millionen Dollar ein (Kampfbörsen plus Anteil an den Pay-per-View-Übertragungen). Bemerkenswert ist bei seinen Einkünften zweierlei: Erstens, dass sie in einem Sport erzielt werden, der gerne totgesagt wird, aber offenbar weiterhin grosse Zugkraft besitzt. Und zweitens, dass nicht ein einziger Dollar der Werbung entstammt. Das Image von «Money» ist nämlich nicht das beste, wie Woods hat auch er im Reinheft grosse Flecken: Vergangenen Sommer musste Mayweather infolge häuslicher Gewalt zwei Monate hinter Gittern verbringen. Zerknirscht leistete er hinterher in bester amerikanischer Manier Abbitte - eine unentbehrliche Voraussetzung, um für weitere lukrative Fights infrage zu kommen.

Entgleisungen scheinen bei Boxern allerdings weniger schwer zu wiegen als bei anderen Athleten. Siehe etwa Mike Tyson, den bisher letzten Faustkämpfer, der es in vergleichbaren Ranglisten nach ganz oben brachte, zwanzig Jahre sind es her. Übrigens scheint Mayweather seine Führungsposition auch im laufenden Rechnungsjahr behalten zu können. Mit abermals zwei Einsätzen dürfte er, TV-Prozente inbegriffen, auf über 120 Millionen Dollar kommen.

Die Ehrenplätze auf dem Podium der aktuellen «Fortunate 50» belegen der Basketball-Spieler LeBron James (56,5 Millionen) und - als erster Weisser - der Football-Quarterback Drew Brees (47,8 Millionen).




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