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Englische Klasse in Chur

Swiss Boxing Team besiegt englische Auswahl knapp mit 8 zu 6
 

Bericht von Gregor Stadelmann (Text) und Oliver Tanno (Fotos)

02.06.2013 - Die englische Mannschaft zeigte auf, wieso England das Mutterland des Boxsportes ist. Die Engländer überzeugten mit Schnelligkeit, hervorragenden Meidbewegungen und Kondition, um über drei Runden konstant Druck zu erzeugen. Die Zuschauer im gut besuchten Palazzo bekamen in den Staffelkämpfen durchwegs hochstehenden Boxsport geboten. Das Team um Präsident Arthur Mathis darf stolz sein, einen solchen Event organisiert zu haben. Zudem durfte sich Cheftrainer Reto Raguth über die zwei hervorragenden Kämpfe seiner Schützlinge Noemi Gfeller und David Capeder freuen.

Ukë "Wolf" Smajli (l.) entgeht in seiner typischen Rückwärtsbewegung der Schlaghand des Engländers


48kg Kadetinnen Pileggi Eliana vs. Gilham Clare

Die Boxerin aus Frenkendorf holte sich gegen die grössere Engländerin einen Sieg nach Punkten. Nur in der zweiten Runde schien ein vorzeitiges Ende möglich, als die Engländerin bei heftigen Attacken überfordert schien.  
 

75kg Jugend Roque Angel vs. Krasniqi Albes

Angel Roque erwischte in Chur einen grossgewachsenen Techniker. Immer wieder boxte der Engländer den Zürcher an, schlug seine Serien und entzog sich wieder dem Kampf. Im Verlauf der Auseinandersetzung konnte Roque jedoch mit seiner Physis den Kampfverlauf bestimmen und zahlreiche harte Treffer landen. Nach einem solchen Treffer setzte er konsequent nach und konnte den Abbruch in der dritten Runde erzwingen.
 

64kg Elite Meuli Zino vs. Laamouz Haithem

Der grösste Trumpf von Meuli ist seine Schnelligkeit. Am Samstag boxte er jedoch gegen einen Mann, welcher ihm in diesem Bereich in nichts nachstand. Zudem marschierte der Engländer neun Minuten konsequent nach vorne, schlug variabel zum Kopf und Körper und zeigte immer wieder grandiose Verteidigungsarbeit. Meuli hatte „die Kirsche vom englischen Kuchen“ erwischt. Der St. Galler ging jedoch gegen diesen Mann nicht unter, sondern fightete immer mit. Wenn Meuli in Zukunft gegen solche Gegner noch mehr die Initiative sucht, kann er auch solche Kaliber schlagen.

Musste sich nach hartem Fight dem Engländer Kean geschlagen geben: Kreshnik Nikq (r.)


75kg Elite Nikq Kreshnik vs. Kean Georgie

Der Zürcher hätte ganz klar das Potential, diesen Mann zu schlagen. Kreshnik setzte aus seiner Doppeldeckung heraus immer wieder gute und klare Treffer. Doch der Engländer machte drei Runden konsequent Druck und erarbeitete sich seine Lücken. So entschieden sich die Punktrichter für den Engländer.
 

75kg Elite Lukac Arnes vs. Okolie Kingsley

Lukac machte sich in diesem Kampf das Leben selber schwer. Er boxte gegen einen muskelbepackten Fighter, welcher die Grösse eines Federgewichtlers hatte und als KO-King angekündigt wurde. Zu Beginn des Kampfes ging Lukac nach seinen Aktionen wieder aus der Distanz und konnte klare Treffer landen, ohne selbst getroffen zu werden. Leider verwarf er diese Strategie im Verlauf des Kampfes immer mehr und stellte sich dem Infight. Der Engländer nutzte seine Chance, landete klare Treffer und bearbeitete den Körper des Rheinthalers. Am Anfang der dritten Runde sah man dies Lukac auch an. Mit einer enormen Willensleistung kämpfte er sich durch die dritte Runde. Am Schluss vergaben die Punktrichter ein Unentschieden.
 

81kg Elite Smajli Ukë vs. Peterson Jacob

Smajli zeigte in Chur auf, dass er sich weiterentwickelt hat. Gegen den grossgewachsenen Engländer, welcher sich als starker Konterboxer präsentiere, drehte er im Verlauf der Runden immer stärker auf. Nach der ersten Runde bestimmte ausschliesslich der Zürcher Rhythmus und Ablauf des Kampfes. So musste der Engländer zweimal in der dritten Runde den Mundschutz ausspucken, um eine Pause zu erhalten. Nach drei Runden sah sogar die englische Punktrichterin den Zürcher als Sieger.

Vermochte die Stärken seines Gegners konsequent zu neutralisieren: Nawshirwan Barzinje (l.)


91+kg Elite Barzinje Nawshirwan vs. Daley Gary

Barzinje holte sich in Chur ein Unentschieden, weil er die Stärken des Engländers konsequent neutralisierte. Immer wieder zog er den Engländer in den Infight, wo der Zürcher weitere Treffer landen konnte. Leider wurde der Kampf in der Nahdistanz unsauber geführt. Der englische Trainer wies daher seinen Boxer schon in der ersten Rundenpause an, die ganze Sache einfacher zu gestalten. “Stick and Move“ war die Anweisung. Doch der Engländer setzte sie nicht um. Am Ende entschieden die Punktrichter auf ein Unentschieden.
 

In den Vorkämpfen gewannen Gfeller Noemi (ABC Rätia), Azemi Bashkin (BC Rheintal), Carvalho Marco (BC Wallisellen), Roque Nelson (BC Zürich). Altintas Ahmed (BC Wallisellen) boxte in einem hochstehenden Match gegen Capeder David (ABC Rätia) unentschieden.

 




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