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Emile Griffith gestorben

24.07.2013 - Der ehemalige Welter- und Mittelgewichts-Weltmeister Emile Griffith ist im Alter von 75 Jahren verstorben.

Der auf den Jungferninseln geborene Boxer begann seine Karriere im New York der späten 50er Jahre und wurde 1961 gegen Benny Kid Paret erstmals Weltmeister im Weltergewicht.

Das Rematch gegen Paret verlor Griffith durch Split Decision, weswegen es 1962 zum folgenschweren dritten Kampf kam: nachdem Griffith von Paret beim Wiegen arg beleidigt worden war, ließ Griffith ihn seinen Ärger im Ring spüren. Der Referee griff in der 12. Runde zu spät ein, Paret kollabierte im Ring, fiel ins Koma und starb 10 Tage später.

Für Griffith war das ein prägendes Erlebnis. “Ich war danach ein anderer Kämpfer”, so Griffith. “Ich habe nur mehr so viel gemacht, um zu gewinnen. Ich habe meinen Jab verwendet. Ich wollte keinen Schaden anrichten. Ich wollte mit dem Boxen aufhören, ich wusste aber nicht, was ich sonst tun sollte.”

Griffiths Karriere verlief aber weiterhin sehr erfolgreich, 1966 holte er gegen Dick Tiger den Mittelgewichts-Titel und verteidigte ihn zwei Mal bevor er ihn 1967 im “Fight of the Year” an Nino Benvenutti abgeben musste. Zwar konnte sich Griffith den Titel noch einmal zurückholen, den dritten Kampf verlor er aber wieder. 1971 kassierte Griffith gegen Carlos Monzon eine seiner wenigen vorzeitigen Niederlagen, das Rematch von 1973 verlor er nach Punkten. 1976 kämpfte Griffith noch einmal um den WBC-Titel im Halbmittelgewicht, er musste sich aber Eckhard Dagge in Deutschland nach Punkten geschlagen geben. Griffith beendete seine Karriere 1977 im Alter von 39 Jahren.

Für Aufmerksamkeit sorgte ein Interview mit Sports Illustrated, in dem Griffith über seine Bisexualität sprach. “Ich mag sowohl Männer als auch Frauen. Mir gefällt das Wort Homosexueller, Schwuler oder Tunte aber nicht. Ich weiß nicht, was ich bin. Ich mag Männer und Frauen gleichermaßen. Wenn man mich aber fragt, was besser ist, sage ich Frauen.”

1992 wurde Griffith beim Verlassen einer New Yorker Bar brutal zusammengeschlagen und musste danach vier Monate in einem Krankenhaus verbringen. Ob dieser Anschlag homophober Natur war, ist nicht ganz klar. In seinen späten Jahren litt der 1990 in die Hall of Fame aufgenommene Boxer an Demenz, was wohl eine Folge seiner insgesamt 112 Kämpfe war. Griffiths Kampfbilanz lautet 85 Siege (23 durch K.o.), 24 Niederlagen (2 durch K.o.) und zwei Unentschieden.

© adrivo Sportpresse GmbH




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