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Zino Meuli überzeugt in Bern

Jack Schmidli

26.10.2013 – Zum ersten Mal in der noch kurzen Geschichte des Berner Box-Unternehmens „Boxen zur Bildung“ stellte dessen Chef und Boxförderer Pascal Brawand für die treuen Mitglieder und Kunden seiner Bildungsstätte, aber auch für alle anderen Boxinteressierten, eine eigene Veranstaltung auf die Beine. Während seine Schützlinge David Robinson und Mischa Ryser (beide BzB) den Ring als Sieger verliessen, musste sich Celina Dean (ebenfalls BzB) dem starken Pham Dat Taj (BC Nyon) geschlagen geben. Fiona Wyss (BZB) zeigte bei ihrem ersten (richtigen) Boxkampf gegen Eliana Pileggi (NAB Frenkendorf), eine erstaunliche Leistung. Den Main-Event bestritten Zino Meuli (SR St. Gallen) und Daniel Egbide (BC Genève). Meuli besiegte Egbide diskussionslos nach Punkten.

„Boxen zur Bildung“ tritt mit dem Anspruch an, Akzente in der Gewaltsverarbeitung, der Gewaltsprävention, der Sozial- und Integrationsarbeit sowie der Erlebnispädagogik zu setzen. Neben dem Fitness- und Leichtkontakt-Boxen will der mehrfache frühere Schweizermeister Pascal Brawand (r.i.B.), der für den Club verantwortlich zeichnet, auch im klassischen Boxen auf dem hart umkämpften „Berner Box-Markt“, auf dem nicht weniger als fünf Clubs um die Gunst des Publikums und der (zahlenden) Mitglieder buhlen, ein Wörtchen mitreden.  

Als „Box-Veranstaltung der speziellen Art“ kündigte der Berner Kult-Moderator Albi Saner das Debütanten-Meeting an. Bevor die Protagonisten jedoch zu Werke gehen konnten, stimmte der Berner Künstler Peter Sarbach das Publikum ausgiebig mit musikalischen Einlagen auf die Kämpfe ein.

Der Hauptkampf

Zino Meuli (SR St. Gallen) vs. Daniel Egbide (BC Genève) – Kampf im Halb-Weltergewicht

Zino Meuli, der vor Jahresfrist an den Schweizermeisterschaften den in der Zwischenzeit ins Lager der Profiboxer übergetretenen Alain Chervet im Finalkampf besiegte, stieg gegen Daniel Egbide als klarer Favorit in den Ring. Meuli, wie Egbide Mitglied des „Swiss Boxing Team“ war anzumerken, dass er nach seinen zwei für ihn enttäuschenden Niederlagen beim SwissBoxing Nationen-Cup in Horgen unbedingt auf die Siegerstrasse zurückkehren wollte.  

Zeigten dem Publikum einen begeisterten Kampf: Zino Meuli (l.) und Daniel Egbide

Der Sankt Galler wirkte entschlossen, fokussiert und hochmotiviert. Von der Ringmitte aus bestimmte er gegen den eher defensiv eingestellten Genfer den Kampf. Mit blitzschnellen Angriffen und Treffern zu Körper und Kopf sicherte er sich die für den Sieg erforderlichen Punkte. Trotzdem: Egbide agierte mehr oder weniger auf Augenhöhe und landete seinerseits sehenswerte Kontertreffer. Das Publikum bekam einen insgesamt intensiven und unterhaltsamen Fight zu sehen, den Meuli nach einer überzeugenden Leistung verdient nach Punkten gewann.  

Die übrigen Kämpfe im Telegrammstil

Celina Dean (BzB) vs. Pham Dat Tai (BC Nyon) – Kampf im Bantamgewicht

Celina Dean griff seinen Kontrahenten Pham Dat Tai nach dem ersten Gongschlag vehement an. Der Westschweizermeister liess den Berner kurz gewähren, setzte dann aber blitzschnelle Konter. Dean blieb indessen unbeeindruckt und marschierte unentwegt nach vorne. In diesem Kampf siegte der technisch beschlagenere und abgebrühtere Boxer gegen einen soliden und mutigen Kämpfer einstimmig nach Punkten.

Verlor gegen den amtierenden Westschweizermeister Pham Dat Tai nach Punkten: Celina Dean

Thomas Latis (AB Accacias) vs. Mischa Ryser (BzB) – Kampf im Super-Schwergewicht

Im Super-Schwergewicht begegneten sich zwei Debütanten im Ring. Als ginge es mehr als „nur“ um die Ehre, griff Mischa Ryser seinen Widersache Thomas Latis wie ein Berserker an und zwang dessen Ecke zur Aufgabe in der Pause zur zweiten Runde. Die Freude des Lokalmatadors war (passend zu seinem Namen) riesengross.

David Robinson (BzB) vs. Perakis Douschan (CCB Yverdon) – Kampf im Halbschwergewicht

Stichworte zu diesem Kampf: Auf beiden Seiten sehr beherzt geführtes Duell, beide Boxer schenken sich nichts, beide Kämpfer verfügen über eine ausgezeichnete Kondition und – bemerkenswert für Quasi-Debütanten – über ein gutes Auge und gute Reflexe. Ausschlaggebend für die Beurteilung dieses Kampfes war der unbändige Willen des auf Hawaii geborenen US-Amerikaners David Robinson, der mit einem Score von 3 zu 0 siegte.

Fiona Wyss (BzB) vs. Eliana Pileggi (NAB Frenkendorf) – Kampf im Bantamgewicht

Fiona Wyss und Eliana Pileggi haben etwas gemeinsam: Beide Boxerinnen betätigten sich vor dem Übertritt ins Olympische Boxen als Leichtkontakt-Boxerinnen. Das LCB hat sich auch bei anderen Athletinnen und Athleten, die an den diesjährigen Jugend-Schweizermeisterschaften in Luzern erfolgreichen waren, als „Sprungbrett“ für das klassische Boxen erwiesen.  Eliana war vor dem Kampf gegen die ebenfalls erst 14-jährige Debütantin mit 9 Ernstkämpfen schon ziemlich erfahren, weshalb die Auseinandersetzung nicht gewertet wurde. Trotzdem zeigten die beiden jungen Frauen dem Publikum eine exzellente Leistung und durften nach dem Kampf einen freudigen Applaus entgegen nehmen.  

Ernteten nach ihrer Box-Demonstaration freudigen Applaus: Fiona Wyss (l.) und Eliana Pileggi

Pascal Brawand war nach dem Spektakel sehr zufrieden. Er wird auch in Zukunft Boxkämpfe organisieren: „Wir wollen einmal im Jahr ein Box-Meeting durchführen“. Und weiter: „Am Herzen liegt mir auch, dass das Fitnessboxen, das Leichtkontaktboxen und das klassische Boxer nicht gegeneinander ausgespielt werden“. 

Berner Künstler Peter Sarbach Moderator mit Kult-Status: Albi Saner

 




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