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Michele Barra, ein Kämpfer des Lebens

Michele hat uns an einem Sonntag im Oktober verlassen. Er war im Tessin der Inbegriff des Boxsport;, während 40 Jahren hat er diesem Sport seine Zeit, Passion, Kompetenz und Energie gewidmet.

Guido Carrera

Rund um den Ring spürt man die Spannung, ein Mix aus Mut und Angst. Michele Barra war immer dabei, wie ein Löwe im Käfig schlich er um den Ring, er interessierte sich sowohl für die Kämpfe der Amateure als auch für jene der Profis. Unser Freund verinnerlichte die Emotionen; gegen aussen war er immer der ruhige Promoter.

Michele Barra (links) mit Guido Carrera und Vitaly Kopilenko

In seiner Karriere als Manager-Promoter hat er Profis geführt wie Michel Dahmani, Stefan Angehrn, Paolo Taglione, Xafer Vishai, Shala Ahmet, Loris Emiliani, Alexander Vetoux, Domenico Urbano, Giuseppe Lauri, Mohamed Lassoued , Sabina Ritter, Alina Shaternikova, Pino Ferrazzo, Andrija Petric, Disarjot Gashi, Rodolfo Magno, Ardian Krasniqi, Ruby Belge, Vitaliy Kopylenko und Ricardo Silva. Einige von ihnen haben bemerkenswerte Resultate erzielt und wichtige Titel gewonnen.

Bis zu seinem Tod führte er Vitaliy Kopylenko und Ricardo Silva zum Erfolg - mit Geduld und viel Engagement.

Vor allem hat er die Boxer aufmerksam betreut. Und alle führten eine ganz spezielle Beziehung zu ihm. Michele hat verschieden junge Boxer unterstützt und sich auch um jene gekümmert, die mit weniger Talent ausgestattet waren. Im Ring wie auch an der Arbeit erteilte er einfache, konkrete und klar verständliche Ratschläge.

Er bedankte sich immer bei allen, Boxern, Trainern und Mitarbeitenden. Er wollte alles perfekt machen und war auf Ehrlichkeit bedacht. Für ihn waren die Erfahrungen auf dem Bauplatz und im Box-Ring wichtige Lebensschulen.

Seine Firma funktionierte wie der Box- Club Ascona: Anspruchsvoll und herausfordernd mit viel Verständnis für die Bedürfnisse und Sorgen des einzelnen Menschen. Sein Stolz waren die über siebzig jungen Menschen die er in seiner Firma ausgebildet hatte; viele davon machten dank Michele später Karriere.

Er wurde Staatsrat und bekleidete das höchste politische Amt im Kanton Tessin. Leider war es Michele nicht vergönnt, seine Ziele und Ideen zu verwirklichen. In den wenigen Monaten, die ihm in seinem neuen Amt zur Verfügung standen, durfte er aber viel Anerkennung und Wertschätzung erfahren. Die Leute spürten, dass seine Prinzipien, die er im Berufsleben und im Boxsport hochhielt, auch in der Politik zum Tragen kamen. Michele bekleidete keine einfache Aufgabe und musste teilweise gegen Unannehmlichkeiten ankämpfen und Hindernisse überwinden. Stets erfüllte er seine Aufgabe aber mit viel Zielstrebigkeit und Würde.

Die Krankheit traf ihn auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere; sie raffte Michele in kurzer Zeit dahin. Die Geschichte des Maurerlehrlings, der später der Regierung seines geliebten Kantons Tessin angehörte fand mit dem viel zu frühen Tod ein jähes Ende. Seit Bekanntwerden der schlimmen Krankheit kämpfte Michele während sechs Monaten wie ein Boxer im Ring. Das Leben kann manchmal grausam sein; und zeitweilen gleicht es dem Kampf im Ring.  Am Tag der Beerdigung, lag ein roter Boxhandschuh als Symbol des Herzens, der Passion und der Loyalität auf Micheles Sarg. Ein unerschrockener Botschafter unseres geliebten Sports wird uns immer in bester Erinnerung bleiben.

Adieu Michele, ciaò amigo!

 




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