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Leidenschaft im Keller

10 Jahre Boxunion Winterthur

Seit 10 Jahren ist die Boxunion Winterthur Treffpunkt für Jugendliche jeder sozialen Schicht. Der Club findet Anklang und hat vermehrt mit zu wenig Platz zu kämpfen. Zum 10-jährigen Jubiläum beschenkt er sich nun gleich selbst. Ein zusätzlicher Raum soll dem Platzproblem ein Ende bereiten und Spielraum für ältere Wünsche offen lassen.

Boxen ist ihr Lebenselexier: Daniel Kaufmann (l.) und Marc Röschli (Foto: Winterthurer-Zeitung)

Als Daniel Kaufmann und Marc Röschli vor 10 Jahren im Keller der Derendinger AG beim Technorama in Oberwinterthur den ersten Boxring aufstellten, hätte niemand gedacht, dass die Boxunion Winterthur einen solchen Zulauf erwartet. Der Idee, ein rudimentäres englisches Boxen weiterzugeben, ist der Club bis heute treu geblieben. «Das ist nicht immer einfach und manchmal auch sehr schmerzhaft. Man muss auf gute Boxer verzichten, weil sie mehr aus ihrem Hobby machen wollen, um damit Geld zu verdienen», sagt Marc Röschli. Doch dass die beiden Initianten ihre Linie durchgezogen haben, zahlte sich aus: Das Boxen findet bei einem breiten Publikum Anklang. So zählt der Club heute ungefähr 100 Hobbyboxer, wovon durchschnittlich 20 in den dreimal wöchentlich stattfindenden Trainings anzutreffen sind – darunter vermehrt junge Frauen. Viele Frauen kommen aber, laut Röschli, nicht mit dem Ziel, in den Ring zu steigen, sondern der Fitness wegen. Mit einem Nachteil: je mehr Fitnessbegeisterte, desto enger der Platz. Ein zusätzlicher Raum soll nun Abhilfe schaffen.

Ein Hochring für Boxturniere

Stolz präsentiert Marc Röschli die neue Errungenschaft. Der zusätzliche Raum soll in naher Zukunft für mehr Platz sorgen. «Schon lange wollten wir diese Räumlichkeiten für uns nutzen, doch es musste 10 Jahre dauern», so Röschli. Er hat bereits grosse Pläne für den geschaffenen Platz. In einer Ecke soll eine kleine Bar mit Fernseher installiert, an der Wand entlang ein Boxsack nach dem anderen aufgehängt werden und sein grösster Traum: ein Hochring. «Dann könnten wir auch kleinere Veranstaltungen hier unten durchführen», sagt er begeistert. Doch zuerst müssen noch alle Verträge unterschrieben werden, bevor die grossen Umbauarbeiten losgehen können.

Kleiner Keller, grosse Talente

Klar ist: Die Boxunion Winterthur rüstet sich für die Zukunft und bleibt den Jugendlichen erhalten. Dies ist nicht ganz selbstverständlich, schliesslich steht der Club auf eigenen Füssen und finanziert sich mit Mitgliederbeiträgen. «Und dies obwohl wir eine grosse Gassenarbeit leisten», sagt Marc Röschli, «wir haben in unserem Keller nicht nur die netten Jungs. Probleme haben wir aber selten.» Wenn es mal Probleme gab, bekamen die Boxer sofort eine Clubsperre. Viel öfters geschieht es, dass der Name «Boxunion Winterthur» positiv hinausgetragen wird. Denn in diesem Keller waren schon mehrere Boxer wie Donald Cajipe und Benjamin Popaj erfolgreich. Der talentierte Bulat Bechaev ist der neue Schützling von Röschli. «Um heranwachsende Stars zu trainieren, braucht es keine grosse Halle, da reicht ein kleiner Keller», sagt er mit einem Schmunzeln.

Michèle Fröhlich




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