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Starke Engländer in Glattbrugg

Bericht von Gregor Stadelmann (Text) und Moritz Hager (Fotos)

03.02.2014 - Einmal mehr zeigten die Boxer von der Insel, dass sie über eine hervorragende Ausbildung verfügen. In vielen Kämpfen exzellent gecoacht, zeigten sie eine grossartige Leistung gegen die besten Schweizer Boxer. Am Schluss gewannen die Schweizer jedoch mit 4:3 Punkten. Nach dem siegreich gestalteten Kampf gegen Joshua Buatsi durfte der Jahresmeister von 2013, Ukë „The Wolf“ Smajli, die begehrte Robert Nicolet Trophy entgegennehmen.

Sportlich und organisatorisch war diese Veranstaltung der IG Boxseries um Tobias Kron, Matthias Luchsinger, Marcel Leibacher, Moritz Hager und Engin Köseoglu ein voller Erfolg.

+91 KG Seid Dzemaili (BC Zürich) vs. Daley Gary (London)

Im einem Vorkampf zeigte Seid Dzemaili, wieso mit ihm zu rechnen ist, wenn er regelmässig zu Einsätzen kommt. Im Rückwärtsgang traf er den Engländer immer wieder mit der Führhand. Dieser versuchte immer verzweifelter und unkontrollierter in die Halbdistanz zu gelangen, was ihm fast nie gelang.

Stand nach einjähriger Abstinenz erstmals wieder im Boxring und wusste zu überzeugen: Seid Dzemaili (rechts im Bild)

Dzemaili konnte nun sogar harte Treffer mit der Schlaghand landen, welche Spuren im Gesicht des Engländers hinterliessen. In der zweiten und dritten Runde wurde der Kampf noch einseitiger. Dzemaili tanzte den Engländer regelrecht aus und setzte harte Treffer. Daher stand nach drei Runden Seid Dzemaili als klarer Sieger nach Punkten fest.

60 KG Ahmed Altintas (SBT) vs. Grey Nathan (London)

Der Nachwuchsboxer Ahmed Altintas hatte mit dem physisch stärkeren Engländer kein leichtes Los. Schon nach 30 Sekunden kam aus der englischen Ecke die Anweisung an den Engländer, dass er Altintas niedermarschieren soll. Der englische Coach hatte erkannt, dass Altintas zwar technisch beschlagener war aber mit dem Druck von Grey Probleme hatte. So verlief auch der Kampf. Altintas hatte immer wieder schöne Einzelhände im Ziel, aber der Engländer setzte öfters Kombinationen und Serien mit vielen Händen, welche ihm zuverlässig die Runden einbrachten. So gewann Grey den Kampf nach Punkten.

81 KG Uke Smajli (SBT) vs. Buatsi Joshua (London)

Der Londoner Champion war nicht zum verlieren nach Zürich gekommen. Wie die Feuerwehr legte er ab der ersten Sekunde los. Smajli liess sich auf den Schlagabtausch ein und agierte zum Teil sehr sorglos mit seiner Deckung. Schwere Treffer auf beiden Seiten waren das Resultat. Am Ende der ersten Runde zeigte der Zürcher auf, wie er den Kampf müheloser hätte gewinnen können. Mit einer sehr guten Beinarbeit liess er den Engländer ins Leere laufen und setzte dann klare Treffer. In der zweiten Runde startete Smajli gut, liess sich dann aber wieder auf den Schlagabtausch ein.

Wussten das Publikum zu begeistern: Ukë "The Wolf" Smajli (l.) und Joshua Buatsi

Das Publikum war nun endgültig wach und jubelte über den spektakulären Kampf. Auch die dritte Runde verlief ähnlich. Der Engländer machte mit brachialen Schlägen Druck und der Zürcher hielt dagegen. Am Schluss war es eine enge Entscheidung. Zwei Punktrichter werteten den Kampf mit 29:28 und eine Wertung war 28:29. Smajli gewann den Kampf durch Mehrheitsentscheid.

75 Roque Angel (SBT) vs. Onwegbusi Nonso (London)

Onwegbusi ist ein Rechtsausleger, grossgewachsen, mit einem beweglichen Oberkörper und daher der perfekte Konterboxer. Gegen Roque setzte der Engländer vollständig auf diesen Kampfstil. So wartete er auf die Aktionen des Zürchers, um dann seine Schläge zu platzieren. Roque boxte aber intelligent und ruhig. So zeigte er in der ersten Runde zwei gute Aktionen, welche den Engländer nachhaltig zu beeindrucken schienen. In der zweiten Runde schlug Roque oft auf den Körper, um dann den Kopf zu attackieren. Diese Strategie war der richtige Weg. Der Engländer machte nun noch weniger für den Kampf und liess sich ab der dritten Runde mehrmals stellen, wo Roque seine Kombinationen schlagen konnte. Am Schluss war es ein klarer Sieg für Angel Roque.

75 KG Mic Pepshi(SBT) vs. Okolie Kinglsey (London)

Es gibt Boxer, deren Stile einfach nicht zueinander passen. Bei Kingsley und Pepshi war das der Fall. Im Juni 2012 hatte der Engländer, welcher sich selber „Fat Boy“ nennt und in etwa die Grösse eines Federgewichtlers hat, einen grandiosen Kampf gegen Arnes Lukac in Chur abgeliefert.

Bekommt in seiner Gewichtsklasse selten einen Boxer vor die Fäuste, der kleiner ist als er, Mic Pepshi (l.). Gegen "The Fat Boy" reichte es trotzdem nicht zum Sieg

In diesem Kampf in Zürich war aber der Wurm drin. Beide Boxer marschierten permanent in die Halbdistanz, wo sie ihre Hacken abfeuerten. Das Resultat war ein ständiges Klammern und Halten. Jedoch kam der linke Haken des Engländers in der zweiten und dritten Runde vereinzelt gut durch. Am Schluss gewann Kingsley nach Punkten.

69 KG Egzon Maliqaj (SBT) vs. Karol Ozimkowski (London)

Der Gebenstorfer boxte gegen den Engländer – welcher schon als Profi angetreten ist und Londoner Champion bei den Amateuren war – sein gewohntes Repertoire scheinbar ohne grosse Anstrengung herunter. Abwechselnd liess er Ozimkowski auf seine Doppeldeckung schlagen oder mied die Schläge, um dann die Konter zu platzieren. Ab der zweiten Runde versuchte der Engländer nun Druck zu erzeugen, einerseits konnte er nun ein paar Treffer landen aber er musste auch mehr einstecken. Dieses Muster wiederholte sich in der dritten Runde. Wenn Maliqaj über die konditionellen Grundlagen verfügt, um nach guten Aktionen nachzusetzten und auf den Körper zu arbeiten, sind gegen solche Gegner sogar vorzeitige Siege möglich. So zeigte er in diesem Kampf auf, wieso Routine und Ringintelligenz im Boxen wertvolle Attribute sind. Nach drei Runden hiess der Sieger nach Punkten Egzon Maliqaj.

75 KG Davide Faraci (SBT) vs. Reece Shagourie (London)

Der grossgewachsene Engländer, welcher in der Rechtsauslage agierte, war perfekt auf den Schweizer Boxer eingestellt. Die erste Runde glich einer Sparringsrunde im Gym mit Aufgabenstellung. So ging der Engländer permanent sofort aus der Linie, wenn Faraci seine Aktionen startete. Auf beiden Seiten waren nur wenige Treffer zu verzeichnen. In der zweiten Runde machte Faraci nun mehr Druck, aber der Engländer hatte seine Mittel gefunden und unterband den Kampf, wann er nur konnte. Erst in der dritten Runde drehte der Engländer auf und lancierte nun seine eigenen Aktionen. Jedoch traf er nur selten. Am Schluss werteten die Punktrichter den Kampf unentschieden.

Ukë "The Wolf" Smajli freut sich unbändig über die gewonnene "Robert Nicolet Trophy", die ihm von TK-Präsident Jack Schmidli überreicht wurde. Mehr

 




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