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Bericht DT-Meisterschaft zweiter Tag

Bericht von Gregor Stadelmann (Text) und Andreas Anderegg (Fotos)

06.05.2014 - Sportlich war es ein gutes Niveau, welches die Zuschauer in St. Gallen zu sehen bekamen. Zudem sorgte der Sportring St. Gallen mit René Engler und Präsident Andy Inauen in Zusammenarbeit mit Meisterschaftschef Aldo Homberger für perfekte Bedingungen. Wieder einmal konnte der BC Rheintal den Meisterschaftstitel feiern. Walter Walser und Rico Zanga haben eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut, welche für die Zukunft grosses Potential hat. Es wäre dem Schweizer Boxsport zu wünschen, dass auch andere Boxvereine solch gute Nachwuchsarbeit machen. 

Die frischgebackenen Meisterinnen und Meister posieren zusammen mit SwissBoxing-Präsident Andy Anderegg und Meisterschafts-Chef Aldo Homberger für die Kamera

Der Boxclub Luzern widmete seine zwei Silbermedaillen seinem verstorbenen Mitglied Raoul Bussmann, welcher am Finaltag seinen 86. Geburtstag gehabt hätte.

Kadetten 46 KG Suaibi Armend SR St. Gallen vs. Mustafa Labinot BC Rheintal AU

Selten sieht man einen solch guten Kadettenkampf in der Schweiz. Beide Jungs zeigten gute Ansätze und sind vielversprechend für die Zukunft. Ab der zweiten Runde war Mustafa im Vorteil und konnte so den Match mit 3:0 Richterstimmen für sich entscheiden.

Jun 54 KG Mustafic Edin BC Rheintal AU vs. Nyffeler Matthias BC Solothurn

Nyffeler ist ein junger Boxer mit einem riesigen Herz, welcher für den Sieg alles gibt. Doch der Boxer aus dem Rheintal zeigte seine solide technische Ausbildung. Immer wieder kam er mit guten linken Haken durch und setzte auch weitere Treffer. In der zweiten Runde wurde Nyffeler stärker, als Mustafic leicht nachliess. Doch spätestens in der dritten Runde machte der Rheintaler alles klar. Mustafic Edin wurde als einstimmiger Sieger ausgerufen.

Jun 60 KG Calio Julio Alexandre BC Ascona vs. Ünes Michael BC Rheintal AU

Calio verfügt für sein Alter über eine sehr gute Physis. So griff er ab der ersten Minute vehement an. Der Rheintaler liess sich oft stellen und ein wilder Schlagabtausch entbrannte. Beide Boxer hatten ihre Treffer. In der Ringpause zur zweiten Runde erhielt Ünes die Anweisung, mehr mit dem Jab zu arbeiten. Solange er dies tat, konnte er die Angriffe des Tessiners immer wieder stören. Jedoch liess er sich immer wieder auf den offenen Schlagabtausch ein. Am Schluss entschieden sich Punktrichter durch Mehrheitsentscheid für Ünes.

Jun 70 KG Camara Ismael NAB Frenkendorf vs. Andreoli Nino Mauro ABC Rätia Chur

Der Churer zeigte sehr gute Ansätze. So war auch die erste Runde ausgeglichen. Andreoli griff an und Camara zeigte reines Konterboxen. Nach dem Meiden oder dem Esquivieren schlug er einzelne Hände in die Lücken der Verteidigung des Churers. In der zweiten Runde änderte sich die Strategie des Boxers aus Frenkendorf. Nun nutzte er die Doppeldeckung. Er liess den Churer schlagen, um nachher harte Hände zu platzieren. In der dritten Runde kombinierte Camara beide Methoden. Wahlweise liess er den Churer auf seine Deckung oder ins Leere schlagen, um dann zu kontern. Andreoli zeigte aber einen guten Kampf. Er griff immer an und gab den Kampf nie auf. Doch nach drei Runden wurde Camara zum Sieger ausgerufen.

Jun 75 KG Sevechev Georgi Kirilov BC Locarno vs. Leonardi Fabio BC Rheintal AU

Der Rheintaler wurde kalt erwischt. Nach einem harten Treffer wurde er angezählt. Doch Leonardi kämpfte sich tapfer zurück und versuchte den Sieg doch noch ins Rheintal zu holen. Doch der gebürtige Bulgare war physisch überlegen und zeigte auch einen starken Schlussspurt. Alle Punktrichter sahen nach drei Runden den Tessiner als Sieger.

Jun W 54 KG Klesel Chantal Marie BC Rheintal vs. Pileggi Eliana NAB Frenkendorf

Klesel zeigte vor allem an Anfang einen guten Kampf. Oft traf sie die kleinere Gegnerin, wenn diese eine Aktion auslöste oder beendete. Doch Pileggi machte immer mehr Druck und schlug variabel zu Körper und Kopf. Am Ende der zweiten Runde war es die richtige Entscheidung, die Rheintalerin aus dem Kampf zu nehmen. Pileggi wurde zur Siegerin durch TKO-R ausgerufen.

Waren auch in diesem Jahr wieder äusserst erfolgreich: Die Boxer des BC Rheintal-Au (wiederum mit SwissBoxing-Präsident Andy Anderegg und Meisterschafts-Chef Aldo Homberger)

Jug 56 KG Tekle Daniel Gebrehlwet BC Rheintal vs. Trif Horia BC Zürich

Der erfahrenere Zürcher war dem Newcomer technisch überlegen. Diese Karte spielte er in der ersten Runde konsequent aus. Doch in der zweiten Runde boxte Tekle offensiver und holte sich die Runde. Diese Strategie versuchte er auch in der dritten Runde anzuwenden. Jedoch wurde er gegen Ende müde und Trif hatte nun seine besten Aktionen. Am Ende sahen alle Punktrichter den Zürcher als Sieger.

Jug 60 KG Altintas Ahmed BC Wallisellen vs. Frei Dominik NAB Frenkendorf

Der Frenkendorfer hatte in diesem Kampf gegen den WM-Teilnehmer nichts zu verlieren. Altintas dominierte alle drei Runden mit seiner überlegenen Technik und Physis und zeigte mehrere grossartige Kombinationen. Doch der Frenkendorfer musste nie angezählt werden und kam gut über die Runden. Altintas gewann mit diesem Kampf nach drei Schweizermeistertiteln seine erste DT-Meisterschaft.

Jun 75 KG Lukac Arman BC Rheintal vs. Grimaldi Guiseppe BC Riazzino

Die zwei Jugendboxer zeigten den besten Kampf des Finaltages. Nach einer Abtastphase griffen beide Boxer vehement an und suchten den Schlagabtausch. In der ersten Runde dominierte Grimaldi, doch in der zweiten Runde konnte Lukac gute Treffer landen. Daher war die dritte Runde entscheidend. Der Rheintaler setzte alles auf eine Karte und griff wieder an. Doch er wurde von einem linken Haken des Tessiners erwischt und angezählt. Nun griff Grimaldi an und suchte den Abbruch. Lukac liess Grimaldi seine Kombinationen schlagen und setzte dann ebenfalls sehr gute Treffer. Nach drei hervorragenden Runden, welche das Publikum mitrissen, ging der Meistertitel durch Mehrheitsentscheid an Grimaldi.

Jug 91 KG Tomin Luca BC March vs. Buzimkic Mirza BS Der Boxer

In der ersten Runde zeigte Buzimikic einige gute Aktionen. Doch spätestens ab der zweiten Runde hatte Tomin vom BC March den Kampf unter Kontrolle. Er machte nun Druck und bestimmte den Kampfverlauf. So gaben die Punktrichter nach drei Runden verdient Tomin Luca als Sieger bekannt.

Jug W 64 KG Jesenak Linda Alexandra BS Der Boxer vs. Schindler Sandra BC Luzern

Jesenak war der Luzernerin ab der ersten Minute physisch überlegen. Deshalb war es die richtige Entscheidung, Schindler aus dem Kampf zu nehmen. Siegerin durch TKO-R Jesenak Linda Alexandra aus Chur.

Elite 56 Herrera Valentino SR St. Gallen vs. Marinkovic Mario BC Rheintal AU

Von Sportmanager Federico Beresini wurde St. Galler kürzlich in das Nationalkader berufen. Nun holte er sich seinen ersten Titel. Gegen Marinkovic zeigte der St. Galler, dass er sich in den letzten Monaten gesteigert hat. Doch auch der Rheintaler bot für seine geringe Kampferfahrung einen guten Match. Trotz einer Verwarnung in den letzten Sekunden des Kampfes wurde Herrera einstimmig zum neuen DT-Meister ausgerufen.

Elite W 57 KG Asmussen Tina BR Basel vs. Bunge Andrea BC Rheintal

Tina Asmussen spielte gegen Bunge ihre Erfahrung aus. Doch die Boxerin aus dem Rheintal machte es ihr nicht leicht. Immer wieder marschierte die kleinere Bunge in die Halbdistanz und suchte den Schlagabtausch, wo sie Treffer landen konnte. Asmussen hatte die besten Aktionen, wenn sie sich bewegte und ihre aus der Distanz boxte. Nach vier Runden sahen die Punktrichter Tina Asmussen einstimmig als Siegerin.

Elite 60 KG Zellweger Fabian BG Bern vs. Andry Menin BC Riazzino

Der Tessiner startete offensiver in den Kampf und machte Druck. Dies führte auch dazu, dass der Berner angezählt wurde. In der zweiten Runde wurden beide Boxer für Kopfstösse verwarnt. Leider hatten die Kopfstösse einen Cut beim Berner zur Folge. Daher wurde der Kampf abgebrochen. Nach Punkten lag Andry in Führung und deshalb erhielt den DT-Meister Titel.  

Elite 64 W Steiner Martina BC March vs. Brügger Sandra BR Basel

Die mutige Boxerin vom BC March stellte sich in ihrem ersten Kampf der mit über 120 Kämpfen weitaus erfahreneren Boxerin Brügger. Die Newcomerin zeigte einen guten Kampf und boxte immer mit. Doch gegen die Routine von Brügger war nichts zu holen. Alle Runden gingen an die Boxerin aus Basel, aber Steiner war nie in Gefahr, den Kampf vorzeitig zu verlieren. Nach vier Runden gratulierte sie der neuen DT-Meisterin Sandra Brügger.

Verdiente den Sieg dank besserer boxerischer Klasse: Egzon Maliqaj (links im BIld)

Elite 69 KG Hossenpour Gohari Maziar BC Luzern vs. Maliqaj Egzon BS Gebenstorf

Hossenpour gab in diesem Match alles. Immer wieder griff er an. Maliqaj hingegen schlug oft zwei Hände als Antwort und entzog sich dann den Angriffen des Luzerns. Dieser wollte aber den offenen Schlagabtausch und lief dem Gebenstorfer stürmisch nach. Dadurch wurde der Kampf unsauber. Oft duckte sich Maliqaj ab, um den anstürmenden Luzerner mit seiner Schulter zu bremsen. Mehrmals knallten auch die Köpfe zusammen und Hossenpour holte sich einen kleinen Cut. Nach drei Runden waren sich die Punktrichter aber einig und Maliqaj holte sich den DT-Meister Titel.  

Kam trotz "angezogener Handbremse" zu Meisterehren: Angel "Floyd" Roque (rechts im Bild)

Elite 75 KG Gashi Kadri BC Sissach vs. Roque Angel "Floyd"  BC Zürich

Der Sissacher wartete auf den Angriff von Roque und blockte seine Schläge perfekt mit seiner Doppeldeckung. Danach versuchte er mit einem Schwinger Roque zu treffen, welcher sich dann jeweils dem Angriff tänzelnd entzog. Dieses Muster wiederholte sich während neun Minuten. Roque zeigte perfekte Beinarbeit. Jedoch schlug er nicht, wenn er den Winkel gewechselt hatte. Gashi nahm fast gar keine Treffer hin. Doch er machte auch fast keine Treffer. Nach drei Runden ging der Sieg deshalb nach Zürich.

Sorgten mit ihrem Engagement für eines der Highlights am Finaltag: Ukë "The Wolf" Smajli (l.) und Marzio Franscella

Elite 81 KG Franscella Marzio BC Ascona vs. Smajli Ukë "The Wolf"  BC SR Zürich

Der Tessiner Franscella ist einer der besten Fighter der Schweiz. Sein Problem war, dass er dem aktuell besten Schweizer Amateurboxer gegenüberstand. Smajli zeigte ab der ersten Runde, warum er so gut ist. Geniale, variable Kombinationen, verbunden mit einer nachlässigen Deckung liessen das Publikum mitfiebern. Franscella gab den Kampf nie verloren und stemmte sich gegen die drohende Niederlage. Als er in der zweiten Runde noch mehr Druck machte, liess ihn Smajli öfters in Leere laufen. In der dritten Runde sorgte ein Kopfstoss für Unruhe. Doch Smajli brachte den Match über die Bühne und holte sich gegen den starken Boxer aus Ascona den Titel DT-Meister. 

Elite 91 KG Popaj Benjamin BU Winterthur vs. Frei Dominik BC Zürich

In der ersten Runde machte Popaj noch wenig. Der Züricher konnte daher Punkte sammeln und gewann die Runde. Ab der zweiten Runde versucht der Winterthurer mit einem Schlag den Zürcher auszuknocken, aber Frei konnte sich den Angriffen gut entziehen. Doch in der dritten Runde schlug ein Volltreffer bei Frei ein. Dieser war sofort weg. Jedoch stand er weiterhin an den Seilen. An einem Arm konnte er sich noch aufrecht halten. Ringrichter Fabian Guggenheim gab das Stoppsignal, doch Popaj schlug nach und erwischte den Zürcher erneut. Dieser ging schwer zu Boden und Popaj wurde disqualifiziert.

Wusste auch im Finalkampf zu überzeugen: Seid Dzemaili (links im Bild)

Elite 91+ KG  Arioli Stefano BC Vedeggio vs. Dzmaili Seid BC Zürich

Der Zürcher Dezmaili ist in alter Stärke zurück. Abgeklärt boxt er in der ersten Runde nur auf Konter. Er bewegte sich gut, traf seinen Gegner mit der Führhand und nutze seine Schlaghand für wohlüberlegte und präzise Treffer. Der Tessiner griff an und versuchte ebenfalls Treffer zu landen. Doch ab der zweiten Runde liess Arioli nach und Dzemaili übernahm die Kontrolle über den Kampf. Er setzte nun offensive Akzente und brachte den Tessiner unter Druck. Nach mehreren guten Treffern war es die richtige Entscheidung, den Tessiner aus dem Kampf zu nehmen. Somit ist Dezmaili der neue DT-Meister im Schwergewicht.

Diese DT-Meisterschaft lässt ein gutes Fazit zu. Die Kämpfe waren auf einem guten Niveau und die Offiziellen machten einen guten Job. Die Resultate waren fair und nachvollziehbar.

In zwei Punkten besteht noch Verbesserungsbedarf. So müssten mehr 10:8 Runden vergeben werden. Dominiert ein Boxer, sodass der Kampf vor dem Abbruch steht oder der Gegner angezählt werden muss, darf man dem Verlierer für die Runde auch 8 Punkte geben.

Ausserdem sollte für jeden Trainer der Schutz seines Boxers an erster Stelle stehen. Anfänger dürfen an einer DT-Meisterschaft teilnehmen. Doch wenn sie auf starke Boxer treffen, sollte man sie nach dem ersten Anzählen aus dem Kampf nehmen. Nur so baut man nachhaltig eine sportliche Karriere auf.

 




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