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Schweizer Boxelite kämpft gegen Grossbritannien

Die Schweizer Boxerinnen und Boxer kommen der internationalen Konkurrenz immer näher, sind aber noch immer weit weg von der absoluten Spitze. Am Samstag können sie sich das nächste Mal mit der internationalen Boxelite messen.

Von Fabio Baranzini / BZ-Zeitung

Es ist ein besonderer Leckerbissen, der am Samstagabend in der Turnhalle Egg (19 Uhr) in Frenkendorf auf die Schweizer Boxfans wartet. Eine Topauswahl der Schweizer Box-Nationalmannschaft tritt im Länderkampf gegen Grossbritannien an.

Die Schweiz wird dabei vertreten durch Uke „The Wolf“ Smajli (Halbschwergewicht), Amir Orfia (Mittelgewicht), Anaïs Kistler (Halbschwer), die siebenfache Schweizermeisterin Sandra Brügger (Halb-Welter) aus Basel, sowie Eliana Pileggi (Bantam) und Ismael Camara (Halbmittel), die beide in Frenkendorf trainieren. «Diese sechs Kämpferinnen und Kämpfer sind wirklich die besten Boxer, die wir derzeit im Nationalteam haben», sagt Michael Sommer, Nationaltrainer Frauen und Nachwuchs, sowie Cheftrainer des Noble Art Boxing Clubs in Frenkendorf.

Die Besten der Besten

Bei einem Länderkampf ist es normalerweise üblich, dass die gegeneinander antretenden Nationen miteinander aushandeln, welche Athleten sie schicken werden, damit die Kämpfe einigermassen ausgeglichen sind. Beim Duell Schweiz gegen Grossbritannien, das zum allerersten Mal stattfindet, war das nicht der Fall. Sowohl die Schweizer als auch die Briten, die am Samstag von sechs Schottischen Kämpfern vertreten werden, schicken ihre besten Leute. «Wir werden daher Kämpfe auf einem Niveau sehen, das in der Schweiz nicht alltäglich ist», freut sich Sommer. Ein besonderes Highlight wird der Kampf im Halbschwergewicht sein, wo der zweifache Schweizermeister Uke „The Wolf“ Smajli gegen Scott Forrest antritt, der an der Junioren WM 2012 die Silbermedaille gewonnen hat. Michael Sommer sieht die Briten im Duell mit der Schweiz leicht im Vorteil, traut aber vor allem dem formstarken Ismael Camara einen Sieg zu.

Fehlende Breite

Obwohl alle Schweizer Athleten, die in Frenkendorf in den Ring steigen werden, bereits internationale Erfolge feiern konnten, ist die Schweiz nach wie vor nur einer kleiner Fleck auf der internationalen Boxlandkarte. Man hat zwar in den letzten Jahren etwas Boden gut machen können, aber vom Anschluss an Topnationen wie Russland, Brasilien, Kuba oder die USA ist man meilenweit entfernt - vor allem weil die Breite fehlt. «Russland hat beispielsweise acht komplette Profi-Nationalmannschaften. In der Schweiz haben wir teilweise Mühe, in allen Gewichtsklassen einen guten Kämpfer zu finden. Zudem sind praktisch alle unsere Athleten berufstätig», so Sommer.

Tritt Seki diesmal an?

Am Samstag findet in Frenkendorf nicht nur der Länderwettkampf zwischen der Schweiz und Grossbritannien statt, sondern es werden auch zwei Profikämpfe ausgetragen. Dabei boxt der Ungare Szabolcs Pintye gegen den Franzosen Youssouf Doumbia. «Aufgrund der Statistik ist Pintye eigentlich der Favorit, aber der Franzose ist bekannt dafür, dass er seinen Gegnern das Leben schwer macht. Das wird ein super Kampf», so Michael Sommer.

Im zweiten Kampf wird die Bernerin Aniya Seki in den Ring zurückkehren, nachdem sie im letzten Herbst in Bern überraschend nicht zu ihrem Kampf angetreten war. Sie wird gegen Alexandra Gorog aus Ungarn kämpfen.




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