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Faust-Spektakel pur

Ein Hauch Las Vegas im Baselbiet

An der «Night of Fight» in Frenkendorf hinterliessen die Schweizer einen starken Eindruck. Im Schlusskampf machte der Zürcher Uke Smajli mit dem Schotten Forrest Scott kurzen Prozess, auch Rückkehrerin Aniya Seki gewann mühelos.

Von Hans Peter Schläfli, Basellandschaftliche Zeitung

Das Essen war fein und scharf, die Stimmung heiss und die Rundengirls zeigten an der «Night of Fight» viel Haut: Frenkendorf ist das kleine Las Vegas des Baselbiets. Diesen Ruf untermauerte Noble Art Boxing am Samstag mit nicht weniger als 14 Kämpfen beim Meeting in der Egg-Halle.

Konnte sich über das Urteil nicht beklagen: Der mit 2:1 Richterstimmen siegreiche Amir Orfia (links)

«Sah besser aus als es war»

Die «Night of Fight», die grosse Boxnacht in Frenkendorf, wurde von Noble Art Boxing diesmal in der Egg-Halle und nicht im Wilden Mann durchgeführt. Zuerst heizte der Nachwuchs mit interessanten Vergleichskämpfen die Stimmung an und danach gewann eine Schweizer Auswahl den inoffiziellen Länderkampf gegen Schottland 6:4. Dabei stach der abschliessende Kampf zwischen dem Zürcher Uke Smajli und dem Schotten Forrest Scott als Höhepunkt heraus.

 

Lieferten sich den besten Amateurkampf des Abends: Ukë "The Wolf" Smajli (l.)
und der schottische Vize-Junioren-Weltmeister Forrest Scott

Vor allem in der dritten Runde setzte Smajli dem ehemaligen Junioren-Vizeweltmeister eine ganze Serie Treffer, weshalb der Sieg nach Punkten einstimmig erfolgte. «Es sah vielleicht besser aus als ich das selber gefühlt hatte», analysierte Smajli seine Leistung bescheiden und selbstkritisch. «Ich war schon recht müde und die Treffer kamen nicht so hart an wie es sein müsste.» Umso mehr freute er sich über den Sieg. «Ich habe heute gezeigt, dass ich mit den besten Nachwuchsboxern Europas mithalten kann. Aber bis zu den etablierten Eliteboxern liegt immer noch ein hartes Stück Arbeit vor mir.»

Seki mit lockerem Comeback

Den einzigen Flop des Abends stellte das Comeback der Japan-Bernerin Aniya Seki dar. Das lag aber nicht etwa daran, dass sie schlecht geboxt hätte – ganz im Gegenteil. Eine Woche vor ihrem 35. Geburtstag war sie ganz einfach viel zu gut für ihre Gegnerin. Die Ungarin Alexandra Gorog wirkte schon bei den ersten, nur angetäuschten Angriffen wie ein ängstliches Rehlein. Die frühere Weltmeisterin schickte ihre 13 Jahre jüngere Gegnerin rasch ein erstes, dann ein zweites und schliesslich ein drittes Mal auf die Bretter. Der Ringrichter entschied korrekterweise auf technischen K.o., worüber sich vor allem Aniya Seki selber ärgerte, denn sie hätte gerne noch ein wenig weiter geboxt. Eine Überraschung war das K.o. allerdings nicht, Alexandra Gorog war 2013 eine der «fleissigsten» Profiboxerinnnen, hielt sich nur in der Hälfte der Kämpfe bis zum Schluss auf den Beinen und war wohl nicht die beste Wahl für den Anlass.

Gelungenes Fazit

Auch Youssouf Doumibia ging im letzten Kampf des Abends bereits in der ersten Runde kurz zu Boden – aber er war nur gestolpert. Der aufstrebende Ungare Pintye Szablocs bekam den Profikampf gegen Franzosen als Belohnung dafür, dass er sich als Sparringpartner für Istvan Szili vom Noble Art Boxing vor dessen Titelkampf zur Verfügung gestellt hatte. «Für mich ist er der Favorit, aber Doumbia kann auch boxen und es wird nicht einfach. Beide haben sehr gutes, europäisches Niveau», sagte NAB-Vereinspräsident Gregor Stadelmann. Szablocs enttäuschte seinen Förderer nicht und gewann nach spannendem Fight einstimmig nach Punkten.

Die Egg-Halle war gut gefüllt, aber nicht ausverkauft. «Wir können uns gut vorstellen, in Zukunft zwei grosse Veranstaltungen durchzuführen, abwechslungsweise hier und im Wilden Mann, der immer bis zum letzten Platz gefüllt ist», zog NAB-Präsident Gregor Stadelmann eine erste, positive Bilanz.




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