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Interview Y. Studer

Yves Studer: «Kein schönes Erlebnis»

25.05.2009 - Der Berner Profiboxer Yves Studer spricht am Tag nach dem harten Titelkampf über Schmerzen, Nadeln und Motivation.

Nach dem Kampf gegen Lewan Schonia waren Sie stark gezeichnet. Wie fühlen Sie sich jetzt?

Yves Studer : Es ging mir nach Kämpfen schon besser. Der Kiefer tut weh, und viele Muskeln schmerzen stark.

Haben Sie die Platzwunden über den Augen nähen lassen?

Wenn es um Nadeln geht, bin ich ein Angsthase. Nadel und Faden sind zum Flicken von Hosen da, aber in meinem Gesicht haben sie nichts zu suchen. Die Wunden wurden noch am Abend nach dem Kampf zugeklebt.

In der vierten Runde bluteten Sie und waren stark angeschlagen. Was ging Ihnen da durch den Kopf?

Es war kein schönes Erlebnis. Man überlegt sich, wie man aus der kniffligen Situation rauskommt, und versucht, die paar Sekunden zu überbrücken, bis man physisch wieder voll da ist – zum Beispiel mit Klammern und Halten.

Waren Sie nach den zwölf Runden sicher, dass Sie den Punktsieg davontragen würden?

gefragt, denn selber Ich habe Bruno (Arati, Studers Trainer/die Redaktion) ist es schwierig, zu beurteilen, ob man vorne liegt. Er sagte mir vor der Schlussrunde, ich sei in Führung und solle nicht mehr viel riskieren.

Hat Sie dieser Kampf weitergebracht?

Mit jedem gewonnenen Kampf mache ich einen Schritt vorwärts. Gegen Schonia konnte ich zeigen, dass ich physisch auf Topniveau bin und auch sehr harte Schläge wegstecken kann.

Wann werden Sie wieder für einen Kampf in den Ring steigen?

Ich werde voraussichtlich im Herbst in Ascona und im November in Montreux antreten. Zum nächsten Titelkampf kommt es aber erst am Stephanstag-Meeting in Bern.

Sie betreten den Ring zum Böhse-Onkelz-Song «Das Geheimnis meiner Kraft». Weshalb haben Sie ein Lied mit derart martialischem Text ausgewählt?

Es ist harter Rock, der mich motiviert. Den Text sollte man nicht zu wörtlich nehmen – ich habe keinen Hass. Aber die Zeile «es gibt zu viele deiner Sorte» trifft auf die Gegner zu. Es gibt zu viele, die mir meinen Gürtel entreissen wollen. © Berner Zeitung

Interview: Adrian Ruch
 

 

 


 

 

 




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