News

BU Winterthur/Portrait

Marc Röschli & Daniel Kaufmann, BU Winterthur:
"Wir haben uns einen Traum erfüllt"

Marc Röschli und Daniel Kaufmann haben die BU Winterthur im Jahr 2003 gegründet. Die Investitionen haben sich gelohnt. Heute ist der Verein schuldenfrei
28.05.2009 - Der Weg zum Box-Gym führt über eine Kellertreppe hinunter, wo der Besucher zwei blitzplank saubere und perfekt eingerichtete Trainingsräume antrifft. In einem der Räume befindet sich der permanent aufgebaute Box-Ring. Die Wände sind mit Zeitungsberichten, Fotos und Box-Plakaten geschmückt. "Wir sind froh, dass wir nicht in einer Turnhalle trainieren müssen", sagt Marc Röschli, Präsident und Trainer bei der Box-Union Winterthur, und sein Partner, Daniel Kaufmann, ergänzt: "Wir legen grossen Wert darauf, dass alles seine Ordnung hat. Schliesslich verlangen wir auch Disziplin und Ordnung von unseren Mitgliedern".

Der Wunsch nach Unabhängigkeit, Flexibilität und der Verwirklichung eines Traums waren die Treiber des seinerzeitigen Entscheides, ein eigenes Box-Gym zu gründen. "Die einjährige Suche nach einem geeigneten Lokal war allerdings sehr beschwerlich", erinnert sich Marc Röschli, der 1993 den Schweizermeister-Titel im Leichtgewicht erkämpfte und damals in Genf die Trophäe des "Besten Technikers" entgegen nehmen durfte. Schliesslich wurden die beiden Aficionados fündig und gründeten im Jahr 2003 die Box-Union Winterthur. Der lange gehegte Traum ging somit in Erfüllung. Bevor zum ersten Mal trainiert werden konnte, war allerdings viel Aufräumarbeit angesagt. Die beiden Lokale waren überfüllt mit Maschinen, Geräten und anderen Utensilien, welche entsorgt werden mussten.

In der Zwischenzeit sind bei der BU Winterthur rund 40 Mitglieder eingetragen, wovon sechs Boxer eine Lizenz haben. Drei Mal pro Woche wird von 19.30 bis 21.00 Uhr hart trainiert. Vor wichtigen Kämpfen und Meisterschaften sind zudem Spezialtrainings angesagt. "Wir sind völlig unabhängig und können Tag und Nacht trainieren", freut sich Daniel Kaufmann, der im Club als Vize-Präsident amtet und wie Marc Röschli als diplomierter Trainer den Mitgliedern die "Noble Art Of Selfdefense" beibringt. Aushängeschild des Clubs ist Benjamin Popaj. Der Schwergewichtler hat bisher 15 Kämpfe ausgetragen. Der hart schlagende Zwanzigjährige ist der Hoffnungsträger des Vereins. Donald Cajipe, der in den letzten Jahren im In- und Ausland für Furore sorgte und Kadetten- und Junioren-Schweizermeister sowie Deutsch- und Tessin-Meister war, weilt zur Zeit auf den Philippinen. Die beiden Partner hoffen, dass er bald wieder in die Schweiz zurückkehrt und den Club verstärken wird.

Vom Vermieter wird der BU Winterthur demnächst ein dritter Raum zur Verfügung gestellt. "Dieses Lokal werden wir für die Krafttrainings nutzen. Zudem werden wir eine Zone einrichten, wo wir gemütlich beisammen sein können und uns gemeinsam Boxkämpfe am Fernseher anschauen werden", sagt der immer noch voll austrainierte Marc Röschli zu swissboxing.ch.

Mehrmals im Jahr kommt "Der schöne René", René Weller, nach Winterhur. Der frühere WAA-Titelträger im Leichtgewicht war Trauzeuge bei der Hochzeit von Marc Röschli. "René ist für mich immer noch ein grosses Vorbild", sagt Röschli, der auch vom früheren Schwergewichts-Weltmeister Larry "The Easton Assassin" Holmes sehr angetan ist. Auch Markus Bott, der erste WBO-Weltmeister unter Klaus-Peter Kohl (Universum Box-Promotion) zählt zu den Freunden von Marc Röschli und Daniel Kaufmann. Bott trainiert ebenfalls öfters in Winterthur.

Und wie kam Daniel Kaufmann zum Boxen? "Als Jugendlicher wohnte ich mit meinen Eltern während sechs Jahren in London. Dort kam ich erstmals mit dem Boxen in Kontakt und habe den Sport von der Picke auf gelernt. Seitdem hat mich der Box-Virus nicht mehr losgelassen. Boxen ist für mich eine Metapher für das Lebens", sinniert Kaufmann.

Marc Röschli und Daniel Kaufmann sind mit der Schweizer Boxszene im Grossen und Ganzen zufrieden. Allerdings könnte aus ihrer Sicht die Zusammenarbeit unter den Deutschschweizer Clubs noch verbessert werden. "In der lateinischen Schweiz spüren wir weniger Missgunst und Rivalität; die Welschen und die Tessiner sind aus meiner Sicht in dieser Beziehung etwas lockerer und aufgeschlossener", beantwortet Daniel Kaufmann die abschliessende Frage nach dem Verbesserungspotenzial im Schweizer Boxsport.

Portraits

Marc Röschli
Daniel Kaufmann
Geboren
29.08.1973
20.06.1967
Beruf
Anlageberater
Forstwart
Zivilstand
Verheiratet, 1 Kind
Ledig (in fester Beziehung)
Hobbies
Boxen, Familie
Boxen, Velofahren, Skifahren, "Götti"
Wohnort
Kollbrunn
Neftenbach b. Winterthur
Vorbilder
René Weller & Larry Holmes
"Marvellous" Hagler

Jack Schmidli



 

 

 


 

 

 




Weitere News


© 2018, Swiss Boxing Federation