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WSB stockt von 12 auf 16 Teams auf

23.11.2014 - Die Halbprofi-Liga World Series of Boxing der AIBA (International Boxing Federation) wird neu 16 Teams umfassen, statt 12. Das Team aus Deutschland ist vorderhand allerdings nicht mehr dabei. Präsident Dr. Ching-Kuo Wu (China) wurde beim Kongress in Jeju/Südkorea für eine dritte Amtszeit bestätigt.

Andreas Anderegg, Präsident SwissBoxing

Bis anhin starteten in der WSB gesamthaft 12 Teams, ab der fünften Saison werden es deren 16 sein. In der kommenden Saison hingegen nicht dabei sein wird das Team aus Deutschland. Zwar hatte die AIBA nach dem Abgang des deutschen Franchisenehmers signalisiert, die Kosten für das Team wiederum zu übernehmen, doch will man sich im Nachbarland nun Zeit nehmen für eine Standortbestimmung. Die WSB umfasst neu übrigens nicht mehr nur fünf Gewichtsklassen, sondern alle 10 Männer-Kategorien sowie 2 Damen-Kategorien (51 kg, 60 kg).


 

Neues Betätigungsfeld

Die ehemals ausschliesslich dem Amateurboxen verbundene AIBA (Amateur International Boxing Association mit Sitz in Lausanne) setzt die Reformen, mit denen sie im Jahr 2007 nach der Wahl von Dr. Ching-Kuo Wu zum Präsidenten begonnen hat, fort. Der sich mittlerweile International Boxing Association nennende Verband will auch im Profibereich Fuss fassen.

So soll ab kommendem Jahr das APB (AIBA Professional Boxing) auf breiter Ebene lanciert werden. Dazu konnte die AIBA mit einer Marketingagentur einen 30 Mio.-Dollar-Vertrag abschliessen. Dieser garantiert den APB-Profis ein festes Einkommen. Dabei steht die Möglichkeit für einen Start im AIBA-Profibereich auch Profis anderer Verbände offen, sie müssen sich allerdings exklusiv an das APB binden. Dies freilich wird von den grossen Profiverbänden (WBC, WBA, IBF) kaum goutiert werden und es bleibt abzuwarten, wie sich dies entwickelt. Denn die Kämpfe der AIBA im Halbprofi- und Profibereich finden bis anhin in unseren Breitengraden und in den USA kaum Beachtung in den elektronischen Medien, derweil die Titelkämpfe der grossen Profiverbände immer wieder im Fernsehen gezeigt werden. Und ohne Medienpräsenz rollt der Rubel in der Regel eben nicht.

Teilerfolg für AIBA

Einen Teilerfolg kann die AIBA aber zumindest schon verbuchen, denn das Internationale Olympische Komitee IOC soll die Mitwirkung von AIBA-Profis ab Olympia 2016 in Rio befürworten. Dort werden die Kämpfe allerdings ausschliesslich über drei Runden ausgetragen.

Beim Weltkongresses in Korea fand auch die Vergabe der freien Plätze in den Halbprofi-Teams der World Series of Boxing WSB statt . Insgesamt 256 Boxer stellten sich zur Auswahl für eine Mitwirkung in den Teams, die nicht alle Plätze mit eigenen Boxern füllen können, darunter die Schweizer Davide Faraci und Ukë „The Wolf“ Smajli (beide Halbschwergewicht). Allerdings bekundete kein Team ein Interesse an der Mitwirkung der beiden.

Im Weiteren führt die AIBA ein weltweites Ranking-System für Boxerinnen und Boxer ein, dass bis auf die nationale Ebene hinunter geht. Weitere Infos folgen zur gegebenen Zeit.

Dritte Amtszeit



Beim Kongress in Südkorea wurde Präsident Dr. Wu (im Bild mit Andreas Anderegg) für eine dritte Amtszeit bestätigt. Dr. Wu, der SwissBoxing für eine Aufteilung von Amateur- und Profiboxen übrigens ausdrücklich keinen zeitlichen Rahmen vorgibt, wurde wegen fehlenden Gegenkandidaturen ohne Wahlgang gewählt. Bestätigt im Amt wurde auch Exekutiv-Direktor Ho-Kim.

Ausserdem stimmten die 131 wahlberechtigten Delegierten der Aufnahme von drei nationalen Verbänden in die AIBA zu: Der Kosovo Boxing Federation, Boxing India (neue Organisation) sowie Federal States of Micronesia. Ausgeschlossen wurde im Gegenzug wegen Regelverstössen der Verband aus Malta. Damit zählt die AIBA aktuell 196 nationale Verbände.

v.l.n.r.: Michi Sommer, Anaïs Kistler, Sandra Brügger und Andreas Anderegg

Treffen mit Delegation an Frauen-WM

Unmittelbar nach dem Weltkongress starteten in Jeju die Weltmeisterschaften der Elite-Boxerinnen. In diesem Zusammenhang konnte ich bei den letzten Vorbereitungen von Sandra Brügger (Basel), Anaïs Kistler (Lausanne) unter der Leitung von Damenchef Michi Sommer (Frenkendorf) teilnehmen. Gemeinsam mit Boxerinnen anderer Nationen trainierten sie in einem Nebengebäude der WM-Arena.

Jeju-do – eines der sieben Naturwunder

Die koreanische Insel Jeju-do, die von der UNESCO bereits drei Mal ausgezeichnet wurde, ist eines der sieben Naturwunder. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Insel ist einzigartig in der Art, wie hier Mensch, Kultur und Geschichte mit der natürlichen Umgebung koexistieren. Sie bietet auf ihrer begrenzten Fläche alles, was für Tourismus erheblich ist: eine wunderschöne Landschaft, Inselatmosphäre, Vulkane (darunter den mit 1950 m höchsten Berg Südkoreas), atemberaubende Küstenlandschaften, weltweit einzigartige Höhlensysteme im Lavagestein, Wasserfälle und dichte Wälder. Die Menschen auf der Insel gehen mit den Ressourcen vorbildlich um und das Leitungswasser kann hier ohne Bedenken konsumiert werden – wie die Hotels nicht ohne Stolz verlauten lassen. Beeindruckend ist daneben die Freundlichkeit der Bewohnerinnen und Bewohner, die über einen hohen Lebensstandard verfügen.

 

 




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