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Erste Niederlage im 13. Kampf

24.11.2014 - Profiboxer Enes Zecirevic vom BC Bad Ragaz stieg letzten Samstag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zum vierten Mal in diesem Jahr in den Ring – und bezog dabei seine erste Niederlage im 13. Kampf. Den in 10 Runden optisch hart umkämpften Fight werteten die Punkterichter zurecht mit 98:92, 98:92 und 99:91 für den Heimboxer Umar Salamov, der sich sehr variabel und leichtfüssig präsentiere, und deshalb letztlich meistens eine Hand mehr im Ziel hatte. Das Duell im Halbschwergewicht war der Hauptkampf einer K2-Veranstaltung 

Enes Zecirevic (r.) weicht geschickt der rechten Geraden des Russen aus

Armando Bianco

Dem Rebsteiner Boxer ist es aber hoch anzurechnen, dass er über die volle Distanz gehen konnte und eine absolut würdige Leistung im Ring ablieferte, reiste er doch mit einer Erkältung in die Ukraine. Eine Ausrede soll das aber keineswegs sein, wie Trainer und Manager Leonardo Caputo betont. Noch im Ring gratulierten er und Betreuer Marcel Schmid dem Schützling zu seiner Leistung. Der Gürtel des vakanten WBO-Europameisters ist also in Kiew geblieben, die boxerische und persönliche Erfahrung wird Enes Zecirevic in seine weitere Karriere einfliessen lassen. Seinen noch sehr jungen Gegner wird man wohl bald noch öfter auf den grossen Bühnen des europäischen Boxens sehen.

Die Reichweite machte es aus

Umar Salamov konnte – wie erwartet – mit seinen Reichweite und schnellen Händen immer wieder Nadelstiche setzen. Der einheimische Boxer arbeitet viel und gezielt mit der Führhand, auch in den späten Runden noch. Diese Waffe des 20-jährigen Russen war zu jedem Zeitpunkt sehr effektiv. Schon in der 1. Runde wechselte er nicht selten die Auslage und entzog sich den Angriff des Schweizers sehr geschickt. Der Kämpfer des Boxclub Bad Ragaz hatte zu Beginn Mühe damit, die Distanz zu verkürzen, dank einer kompakten Deckung und einer glänzenden Physis verpufften die Hände des Gegners aber meist ohne grosse Wirkung. Mit seinen gefährlichen Seitwärtshaken hielt sich Enes Zecirevic gezwungenermassen noch zurück. Dem geneigten Betrachter war schnell klar, dass der Kampf über die Workrate entschieden werden könnte.

Der Aufforderung seines Trainers, den Oberkörper mehr zu bewegen und selbst auch Akzente zu setzen, kam der Rebsteiner ab der 2. Runde konsequent nach. Er ging mutig nach vorne und zeigte Salamov, dass er mitboxen kann und will. So entwickelte sich in den kommenden Runden ein sehr intensiver und trotzdem mehrheitlich sauberer Fight. Nur hie und da versuchte es der Schweizer mit der Brechstange und wurde jeweils auch prompt abgekontert. Schön zu betrachten waren die unterschiedlichen Boxstile der beiden Leicht-Schwergewichtler, Enes Zecirevic kämpfte gewohnt aus einem festen Stand mit kompakter Deckung, währenddem sein Gegenüber meistens im typisch amerikanischen Stil agierte und seine linke Führhand weit nach unten hängen liess.

Das Publikum war zufrieden

In den mittleren Runden war der Kampf optisch recht ausgeglichen. Umar Salamov brachte aber hier, wie auch über die gesamte Distanz dank seiner Leichtfüssigkeit stets ein, zwei Hände mehr ins Ziel. Dass ihm Enes Zecirevic mit seinem Punches zum Körper weh tat, war ebenfalls deutlich zu sehen, die harten Uppercuts liessen Salamov mit der Zeit vorsichtiger werden. Zuweilen ergab sich so ein enger, verbissener Kampf, den das Publikum in den Rundenpausen stets mit kräftigem Applaus quittierte. Ab der 7. Runde baute Salamov dann wieder stärker Druck auf, stellte Zecirevic mehrmals an den Seilen und deckte ihn mit Schlägen ein – der Schweizer blies stets umgehend zum Gegenangriff und machte sich seine gute Kondition zunutze, sehr zum Gefallen der Zuschauer. Für beide Sportler war es letztlich ein Duell auf hohem Niveau und einem verdienten Sieger.

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