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Viviane Obenauf trumpft in Thun auf

Bericht von Gregor Stadelmann (Text) und Fabienne Nigg (Fotos)

06.04.2015 - Es war eine gelungene Veranstaltung, welche am Ostermontag in Thun durchgeführt wurde. Das Highlight war der Profiboxkampf von Viviane Obenauf (rechts im Bild) gegen die Griechin Kallia “Pink Tyson“ Kourouni, welche von Rainer Gottwald gemanagt wird. Obenauf holte sich einen klaren Punktsieg und ist auf dem besten Weg zu Titelehren. Ausserdem entwickelt sich die Thunerin zu einem Liebling der Medien, welche sie mit ihren Attributen gekonnt um den Finger wickelt.

Alain Chervet und Mischa Nigg konnten gegen ihre Gegner jeweils vorzeitige Siege einfahren. Erfreulich ist, dass die Halle sehr gut gefüllt war. Zudem kann gesagt werden, dass sich das Boxmeeting in Thun mit der Veranstalterin Christina Nigg als festes Datum im Kalender etabliert hat. Das ist natürlich der Ritterschlag für jeden Veranstalter.

54 KG Junioren Fiona Wyss BzB vs. Matilda Bicciato Italien

In der ersten Runde bewegte sich Biccciato gut und konnte die Bernerin immer wieder abfangen. Doch spätestens ab der zweiten Runde zermürbte die konsequent nach vorne marschierende Fiona Wyss die Italienerin. Gegen Ende des Kampfes war die Dominanz der Schweizerin offensichtlich. Am Schluss wurde Fiona Wyss als Siegerin nach Punkten ausgerufen.

91+ KG Elbasan Kqiku BTO vs. Aslan Kilic Deutschland

Zahlreich waren die Unterstützer des Thuners in der Halle anwesend. Leider wurde bald klar, dass mit Kilic ein ausgebuffter Gegner verpflichtet wurde. Schon in der ersten Runde erwischte der bullige Deutsche Kqiku mit einem Schwinger. Dieser schlug zwar oft mit, doch er bewegte sich für diesen Gegner viel zu wenig. In der zweiten Runde traf der Deutsche mit einem Kopfhaken, welcher zum Anzählen führte. Kilic setzte ruhig und völlig abgeklärt nach. Ein schwerer K.O. wäre die wahrscheinliche Folge gewesen. Daher gab die Schweizer Ecke den Kampf zu Recht auf. Aslan Killic wurde als verdienter Sieger durch TKO-R erklärt.

Leichtgewicht Viviane “Golden Girl“ Obenauf Schweiz vs. Kallia “Pink Tyson“ Kourouni Griechenland

Obenauf starte ruhig und studierte ihre Gegnerin. Im Gegenzug machte die Griechin ab der ersten Minute Druck. Mit einer kompakten Doppeldeckung schob sie sich an Obenauf heran und griff nach der Attacke der Schweizerin oft mit wilden Schwingern an. Wenn Obenauf sich wegbewegte oder sich abduckte, gingen diese Schläge in Leere. Dies war jedoch nicht immer der Fall und die Griechin hatte die eine oder andere harte Hand im Ziel. Ab der dritten Runde wollte Obenauf mehr Präsenz markieren und liess sich vermehrt auf den Schlagabtausch ein. Dies kam der Griechin entgegen, welche so die eine oder andere Runde bei den Punktrichtern gewinnen konnte. Am Schluss gewann die Thunerin mit 59:56, 59:55 und 60:54 klar nach Punkten. Obenauf hat bewiesen, dass sie bereit ist für die grosse Titeljagd.

Die Resonanz der Medien auf das Temperamentbündel aus dem Oberland war schon vor dem Event gross. So berichteten „Blick am Abend“ und zwei deutsche Internetportale über den anstehenden Showdown. Obenauf ist eine grossartige Sportlerin, welche das Publikum begeistern und dieses emotional berühren kann. Alle Elemente für eine grosse Karriere sind bei der sympathischen Sportlerin vorhanden.

Superleichtgewicht Alain Chervet Schweiz vs. Csaba “Little Tyson“ Toth Ungarn

Es war ab der ersten Minute klar, dass Chervet den Kampf bestimmen wird. Nach der ersten Aktion übte sich der Ungare in Deckungsarbeit. Doch der Berner zeigte grossartige Kombinationen und bearbeitete den Körper seines Gegners. Schon in der zweiten Runde waren die Spuren der Schläge am Körper des Ungaren sichtbar und er bewegte sich nur noch rückwärts. Wenn der Ungare angriff, pendelte Chervet die Angriffe gekonnt aus. In der dritten Runde war die Dominanz von Chervet noch erdrückender. Der Ungarische Trainer gab den Kampf deshalb am Anfang der vierten Runde eher zu spät als zu früh auf.


Foto Daniel Hartmann

Ein grosser Vorteil des “Peek-a-Boo“ Boxstils ist die vereinfachte Kommunikationsweise mit Zahlen zwischen dem Trainer und seinem Schützling. Anstatt mit komischen Lauten Schlagkombinationen zu umschreiben, wäre dies wohl auch im Kampf anwendbar.

Halbschwergewicht Mischa Nigg Schweiz vs. Zdravko “The Long” Nikolov Bulgarien

Der Bulgare hatte 2009 mit Jean Noel Joos in St. Gallen einen grandiosen Kampf geliefert. Deshalb war die Affiche ein grosses Versprechen. Der Bulgare bewegte sich von Anfang an rückwärts und wollte seine enorme Reichweite ausnutzen. Nach ein paar Aktionen schlug jedoch ein Körpertreffer mit der rechten Schlaghand beim Bulgaren ein, welche ihn auf die Knie sinken liess. Nachdem Nigg  seinen Gegner ein bisschen studiert hatte, wiederholte der Thuner den Angriff. Nikolov ging wieder auf die Knie, stand wieder auf, nur um sich nach einem weiteren Körpertreffer endgültig auszählen zu lassen. Sieger durch TKO in der ersten Runde.

Zudem siegten Ahmed Ebiev, Wafadar Sohrab, Ahmed Aziz Yazen, Andri Beiner und Rrezoart Gashi im Vorprogramm.




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