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DER HARTE SCHLAG AUS DEM RHEINTAL

PUNCH: Mitte Mai fliegt das 16-jährige Boxtalent Naomi Gertsch nach Taiwan. Die Kantischülerin kämpft an der Weltmeisterschaft.

angela.mueller@ringier.ch

Der Kampf gestern Morgen in Villingen-Schwenningen im Schwarzwald ist Naomi Gertsch nicht wirklich schwergefallen. Sie hat ihre Gegnerin mit 3:0 besiegt. Am Sonntagnachmittag befindet sie sich bereits wieder auf der zweistündigen Rückfahrt. Unter der Woche besucht die 16-jährige aus Widnau die Kantonsschule Heerbrugg. Naomi hat in der Boxszene den Übernamen „The Punching Beast“. „Ihre Rechte ist gefürchtet, sie ist schnell, hart und sehr konzentriert“: sagt ihr Trainer Rico Zanga (52).

In den letzten vier Jahren hat Naomi 27 Kämpfe absolviert, die meisten davon gewonnen. Mit ihren knapp 60 Kilos kämpft sie in der Gewichtsklasse (Leicht). Am 12 Mai beginnt die Juniorenweltmeisterschaft in Taiwan. Naomi hat sich qualifiziert.

„Damit ist ein riesiger Traum in Erfüllung gegangen“, sagt sie. Bis dahin wird sich das Leben der 16-jährigen nun völlig um den Boxsport drehen: Tägliche Trainings und eine strenge muskelaufbauende Diät stehen auf dem Programm. Doch wie kommt eine junge Frau dazu, sich in dieser rauen sportlichen Männerdomäne zu bewegen? Ganz banal: „Ich habe in der Oberstufe während den Ferien einen Boxschnupperkurs besucht. Es hat mir einfach gefallen.“

Mit Naomi hat der Boxclub Au seit vier Jahren eine talentierte Nachwuchssportlerin in ihren Rängen. Jeweils übers Wochenende reist sie durch halb Europa zu Box-Meetings. Dies wäre nicht möglich ohne die Unterstützung ihrer Eltern: „Sie stärken mir den Rücken.“

Traurig ist allerdings, dass ihre Familie sie nicht nach Taiwan begleiten kann. „Dazu fehlen die Zeit und das Geld“. Vielleicht wird sich dies künftig ändern.

Den Naomi „The Punching Beast“ kennt vor allem eine Devise: „Ich will vorwärts gehen und siegen.“




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