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Colombier: Smajli zum besten Boxer des Abends gekürt

Jack Schmidli

26.04.2015 – Nicht die Profis, sondern einige Amateurboxer vermochten an der gestrigen sehr gut besuchten Veranstaltung in Colombier die Zuschauer zu begeistern. Während die beiden aus Ungarn angereisten Berufsboxer nicht den Eindruck erweckten, als wollten sie über sich hinauswachsen (beide verloren durch TKO in der 2. bzw. 4. Runde), sorgten Smajli und Co. für eine sehr gute Stimmung im Tennis-Center. „The Wolf“ Smajli wurde von der Jury zum besten Boxer des Abends bestimmt. Er setzte sich gegen den starken Franzosen Mehdi Kada souverän durch.


 
Die Elitekämpfe

Nicht weniger als neun Amateurkämpfe, davon zwei Frauenkämpfe, wurden gestern Abend in Colombier ausgetragen. Bei den Frauen stand der Kampf zwischen der in letzter Zeit höchst erfolgreichen Lausannoise Anaïs Kistler und der Tschechin Ester Konecna im Fokus. Kistler waren Motivation und Entschlossenheit nach ihrem phantastischen Turniersieg in Paris förmlich anzumerken. Obschon ihre Gegnerin mutig dagegenhielt, bestimmte die Schweizermeisterin im Weltergewicht von der ersten bis zur letzten Minute das Geschehen im Ring und wurde vom Kampfgericht folgerichtig einstimmig zur Siegerin erklärt.  Weitere Highlights waren die Begegnungen zwischen Michael Kurmann (Box-Gym Bern) und David Favre (BC Martigny) – Kurmann siegte durch Aufgabe seines Gegners in der 3. Runde – sowie Abdeljalil Tajani (Gougou’s Boxing Club) und Michaël Celeschi (BC Villars sur Glâne). Beide Boxer lieferten sich einen sehr engen Kampf, den Tajani äusserst knapp mit 2 zu 1 Richterstimmen für sich entschied.

Wurde von der Jury dank einer Topleistung zum "Besten Techniker der Veranstaltung" erkoren

So richtig auf ihre Rechnung kamen die Zuschauer im letzten Elite-Kampf des Abends zwischen Ukë „The Wolf“ Smajli (SR Zürich) und Kada Mehdi aus Frankreich. Im Hinblick auf die Deutschschweiz- und Tessin-Meisterschaften vom nächsten Wochenende in Horgen wollte Schweizermeister Smajli mit einer guten Leistung aufwarten und sein für den erwarteten Revanchekampf gegen Davide Faraci bereits gut entwickeltes Selbstvertrauen weiter stärken. Beide Boxer schenkten sich nichts. Der frühere Kickboxer Kada zeigte sich von seiner besten Seite und verlangte Smajli alles ab. Mit zunehmender Kampfdauer erlangte der Züricher aber die Oberhand und es gelang ihm im dritten Durchgang, seinen Gegner in der neutralen Ecke zu stellen. Dank bewundernswertem Kampfeswille konnte sich der Franzose jedoch aus der Gefahrenzone retten. Am Schluss gab es nichts zu deuten: Das Kampfgericht erklärt Ukë „The Wolf“ Smajli einstimmig zum Punktsieger. Damit nicht genug. Die Jury kürte den Zürcher Studenten zudem zum besten Techniker der Veranstaltung.  Zur Freude des Publikums bedankte sich Smajli anschliessend in fast perfektem Französisch für die ihm zuteil gewordene Ehre.

Die Profikämpfe

In seinem 3. Kampf als Profi bekam es der Bad Ragazer Ylli Rashiti mit dem Ungaren Bela Gyongyosi (3 Siege, 11 Niederlagen, 3 Unentschieden) zu tun. Bei diesem sind zwei Dinge erwähnenswert: Zum einen war Gyongyosi am 6. Dezember 2008 der erste Gegner des Klitschko-Pflichtherausforderers Tyson Fury (Fury machte damals kurzen Prozess und siegte durch TKO in der 1. Runde) und zum andern stand der Ungare im Januar dieses Jahres nach gut sechs Jahren erstmals wieder im Ring. Dass Gyongyosi boxen kann bewies er im ersten Durchgang, den Rashiti nach Punkten verlor. Nach 2 Minuten und 7 Sekunden der 2. Runde war dann aber bereits Schluss. Nach dem 3. Niederschlag nahm Ringrichter Pierre-Alain Schneeberger den zu diesem Zeitpunkt nicht mehr motivierten und konditionell ausgepumpten Osteuropäer aus dem Kampf und erklärte Rashiti zum Sieger.

Mussten sich mit unbequemen und limitierten Gegnern herumschlagen: Ylli Rashiti und Enes Zecirevic

Ein wenig länger dauerte der zweite Profikampf des Abends. Dabei musste sich Enes Zecirevic (13 Siege, 1 Niederlage) mit seinem unorthodox kämpfenden Gegner buchstäblich herumschlagen. Aron Csipak (3 Siege, 17 Niederlagen) war nur schwer zu treffen, da er sich dauernd abduckte und Zecirevic Schläge von oben auf den Hinterkopf vermeiden wollte. Zur Überraschung der Zuschauer gab Csipak den Kampf in der Pause zur 4. Runde auf. Er begründete dies Ringrichter Schneeberger gegenüber mit einer Verletzung im Unterleib. Diese konnte allerdings bei der anschliessenden Untersuchung durch den Ringarzt nicht bestätigt werden. Zu Recht pfiff das Publikum Csipak, der ganz offensichtlich zum Verlieren nach Colombier gereist war, aus. Trotzdem war die Veranstaltung dank den guten bis sehr guten Leistungen der Amateure ein Erfolg. 

Resultatübersicht

Version en français suivra

 




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