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Paul Chervet verstorben

Paul Chervet (20. Oktober 1941 – 16. Juli 2015) – Würdigung eines Champions

Ueli E. Adam / Peter Stucki 

22.07.2015 – Wie SwissBoxing von Walter Chervet erfahren hat, ist dessen Bruder Paul Chervet am 16. Juli 2015 in Wang Yang (Thailand) verstorben; er wurde am letzten Montag in Anwesenheit von ca. 500 Personen, des Gemeindepräsidenten, des Polizeisekretärs und von 8 Mönchen dort feuerbestattet.


Paul Chervet mit seinem Trainer Charly Bühler

Paul Chervet ist einer der herausragenden Schweizerischen Boxer, hat 28 Profikämpfe bestritten (24 Siege, 2 Niederlagen und 2 Unentschieden) , davon ein äusserst harter Kampf gegen René Libeer (F) um den Europameistertitel, den er erst in der letzten und 15. Runde verlor. Wir verlieren in ihm einen charakterlich und sportlich wertvollen Menschen, der für unseren Schweizerischen Boxverband und für die Schweiz viel Ehre eingelegt hat (PS).
 

Mit dem Tod von Paul Chervet verliert die Schweiz einen Champion, der den Profisport in der Schweiz massgeblich mitgeprägt hat.

Bereits mit 18 Jahren holte sich Paul Chervet als Amateur 1959 den ersten von insgesamt vier Schweizermeistertiteln (1959, 1960, 1961, 1962). Mit seinen Brüdern Ernst, Fritz und Walter schrieb Paul in Bern Familien – und für den ABCB (Athletic-Box-Club-Bern) Boxgeschichte. Cheftrainer Charly Bühler erkannte das Potenzial und suchte den internationalen Erfolg. Am 18. Mai 1962 wurden Paul und Fritz Chervet als Berufsboxer lizenziert. Am gleichen Tag schlug der Neo-Profi Paul Chervet im Pavillon des Sports Genève in seinem ersten Kampf den Franzosen Jean Julien durch TKO. Damit war eine erfolgreiche Karriere lanciert. Paul Chervet siegte gegen die europäische Konkurrenz und ein Titelgewinn im Profigeschäft war nur noch eine Frage der Zeit.

Am 13. Juni 1965 war es soweit: Chervet konnte in Lille, Frankreich, gegen René Libeer um den EBU-Titel im Fliegengewicht kämpfen. Die Franzosen, die schon seit geraumer Zeit auf einen Titel warteten, hofften auf einen Sieg ihres Champions aus Roubaix. Die Nacht in Lille wurde für Paul Chervet zur Tragödie. Der souveräne Schweizer beherrschte die ersten 14 Runden des Titelkampfes und lag nach Punkten klar in Führung. Nach einem absichtlichen Kopfstoss, der vom belgischen Ringrichter nicht geahndet wurde, wendete sich das Blatt in der letzten Runde und Paul Chervet verlor den Kampf durch TKO.


v.l.n.r.: Fritz Chervet, Walter Chervet und Paul Chervet

Die unsaubere Welt des Profiboxens enttäuschte den sensiblen Berner. Nach einigen weiteren Kämpfen hängte er die berühmten Handschuhe an den Nagel und überliess die Szene seinem später so erfolgreichen Bruder Fritz. Paul Chervet darf aber für sich in Anspruch nehmen, dass er es war, der den Grundstein für die späteren Erfolge der schweizerischen Berufsboxer gelegt hatte. Deshalb werden wir ihn mit einem ehrenden Andenken nie vergessen (UEA).




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