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Box-Meeting St. Gallen

Schweizer Profis siegen in St. Gallen

Knockte seinen Gegner im vierten Kampf als Berufsboxer aus: Serkan Toptas
 
Bericht von Ueli E. Adam (Text) und Jack Schmidli (Fotos)

20.04.2009 - Makellose Bilanz für die engagierten Profis Linda Tissot, Jean-Noël Joos und Lokalmatador Serkan Toptas: das zahlreich erschienene Publikum in der Kreuzbleiche wurde nicht enttäuscht. Eine tolle Leistung zeigte Lokalmatador Serkan Toptas. In seinem vierten Kampf als Berufsboxer knockte er den erfahrenen Ringfuchs Veselin Vasilev aus Bulgarien in der dritten Runde aus. Was besonders positiv auffiel ist die Tatsache, dass Toptas – mit 36 Kämpfen und einem Schweizermeistertitel ein erfolgreicher Amateur – seinen Kampfstil geändert hat und erfreulicherweise so boxte, wie es von einem Profi erwartet wird: prüfend, unberechenbar, variabel und nicht nur auf Punkte, sondern auf den ultimativen Erfolg ausgerichtet. Im Juni wird Toptas erneut in den Ring steigen. Man darf gespannt sein.

Überstand zwei "Horror-Runden" und fand bravourös in den Kampf zurück: Jean-Noël Joos
Wie gefährlich es sein kann, wenn das Management ein unbeschriebenes Blatt engagiert, musste Jean-Noël Joos in seinem achten Profikampf erfahren. Joos hat in seinen bisherigen Profikämpfen mit seinem Kampfstil bewiesen, dass er zu den spektakulärsten Schweizer Profis gehört. Zurück von einem Aufenthalt in Mexiko und noch leicht geschwächt durch eine Grippe ging er zuversichtlich in den Kampf. Diese Zuversicht wurde rasch getrübt. Bereits nach der ersten Runde hätten wohl nur noch Optimisten auf einen Sieg des Schweizers gewettet. Der Bulgare Zdravko Nikolov schickte den Bündner bereits nach einer Minute mit einer fürchterlichen Rechten auf die Bretter und der zweite Niederschlag in der gleichen Runde schien das Schicksal von Joos zu besiegeln.

In der zweiten Runde schien alles klar. Nach einem blitzschnellen Konter des Bulgaren musste der Schweizer erneut angezählt werden und Betreuer Reto Raguth hatte das Handtuch zur Aufgabe bereits in der Hand. Umso überzeugender deshalb das Comeback des Bündners. Er, dem oft mangelnde Kondition vorgeworfen wird, kämpfte sich mit einer bravourösen Leistung zurück und siegte nach acht Runden knapp mit 2:1 Richterstimmen. (Thomas Marthaler 77:76: Marcel Weder 73:78; Roger Haug 77:75). Ein Geschenk der Punktrichter war der Sieg mit Bestimmtheit nicht. Joos machte den Kampf, marschierte vorwärts, deckte den Gegner mit Körperhaken ein und liess Kopftreffer folgen, die diesem zusetzten. Der verzweifelte und ratlose Blick des Bulgaren Richtung Ringecke und Betreuer liess erahnen, dass er mit dieser Wendung nicht gerechnet hatte. Eines ist allerdings klar: wenn der offensichtlich noch unerfahrene Nikolov nach den Niederschlägen kompromissloser nachgelegt hätte, wäre es für Jean-Noël Joos schwierig geworden.

Bild links: Nach der ersten Runde hätte kein Zuschauer mehr auf einen Sieg des Churers Jean-Noël Joos gewettet. Bild rechts: Linda "The Black Pearl" Tissot freut sich nach ihrem souveränen Sieg über die Bulgarin Ivelina Ivanova
Linda Tissot , die schwarze Perle aus Zürich, die als Profi für den RC Rätia Chur kämpft, machte mit ihrer noch unerfahrenen Gegnerin aus Bulgarien kurzen Prozess. Ivelina Ivanova war der technisch hervorragenden Zürcherin nicht gewachsen. Mit einem Abbruchsieg in der 3. Runde konnte Linda Tissot auch in ihrem zweiten Profikampf überzeugen. Mit einem variablen Schlagrepertoire setzte Tissot ihre Gegnerin von Beginn weg unter Druck und ihre Rechte schlug praktisch jedes Mal voll ein. Tissot zelebrierte ein Boxen, das sich auch in der von den Männern beherrschten Profiszene sehen lassen darf.

Bild links: Der Lokalmatador Lorenz Huber überzeugte mit einem Abbruchsieg in der 2. Runde gegen Michael Marti (BC Luzern). Bild rechts: Leonard Gjokai (BC March) besiegte in seinem erst 2. Kampf als Amateurboxer den favorisierten Ostschweizer Patrick Schmid einstimmig nach Punkten
Das Rahmenprogramm der Amateure konnte zwar vom Niveau her nicht überzeugen, rundete aber die sehr gut organisierte Veranstaltung mit der Einsicht ab, dass Boxen nicht so leicht ist, wie es manchmal scheint. Bedauerlich, dass der Veranstalter von Boxern, die offenbar nur halb bei der Sache sind, kurzfristige Absagen entgegennehmen musste. Sie wurden nicht vermisst. Das Programm wirkte nicht überladen, lediglich zu lange Pausen zwischen den Kämpfen trübten das Bild. Der BC Sport Ring St. Gallen und der unermüdliche Cheftrainer René Engler haben einmal mehr gezeigt, wie man eine Veranstaltung mit Herzblut organisiert. Die Anstrengungen wurden mit einem grossen Publikumsaufmarsch belohnt. SBV-Präsident Andreas Anderegg freute sich am gelungenen Anlass und liess es sich nicht nehmen, dem Lokalmatadoren Serkan Toptas ein ganz besonderes Kompliment auszusprechen.

Resultatübersicht

 

 

 

 

 


 

 

 




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