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Deutschschweiz- Tessin-Meisterschfften 2016. Der Bericht



Bericht von Jack Schmidli (Text) und Daniel Ryter (Fotos), 01.05.2016


Das Teilnehmerfeld der diesjährigen Deutschschweiz- und Tessin-Meisterschaften in Horgen entsprach in etwa demjenigen vor Jahresfrist (ebenfalls in Horgen). Gestern Samstag stiegen 40 Boxerinnen und Boxer in den Ring und kämpften um den Einzug in den Final von heute Sonntag, welcher 19 Meisterinnen und Meister hervorbrachte. Erfreulich war auch die respektable Teilnehmerzahl der Damen. Die Zuschauer bekamen gestern und heute nicht weniger als acht Frauenkämpfe zu sehen. Mannschaftsmeister wurde einmal mehr der Box-Club Rheintal-Au mit drei Gold und einer Silber-Medaille. Mit den Deutschschweiz- und Tessin-Meisterschaften und einem attraktiven Kampfsportabend feierte der Box-Ring Zürichsee seinen 60. Geburtstag. Der umtriebige Club-Präsident Tobias Kron und seine Crew vermochten erneut durch eine professionelle Organisation zu überzeugen.

 Die Finalkämpfe der Frauen im Telegrammstil

Riesig war die Freude von Michelle Dolder (BC Aarau) nach ihrem einstimmigen Sieg im Halbbantamgewicht bis 52 Kilogramm gegen Enya Pipa (BC Frauenfeld). Die Aargauerin machte mehr für den Kampf und gewann verdient. Vermeintlich leichtes Spiel hatte die trotz ihrem jugendlichen Alter sehr erfahrene Rheintalerin Naomi Gertsch gegen die Anfängerin Elisabetta Bilotta (ABC Rätia Chur). Zum Erstaunen des Publikums verkaufte die Bündnerin Mittelgewichtlerin (Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm) ihre Haut aber so teuer wie möglich und ging über die volle Distanz von vier Runden. Die in den letzten Jahren zur sehr guten Technikerin gereifte Sarah-Joy Iris Rae (BR Basel) konnte die aufsässige Bernerin Nicole von Känel mit langen Händen gut auf Distanz halten und gewann den Leichtgewichtskampf (Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm) einstimmig nach Punkten. Trotz unermüdlichem Angreifen gelang der Baselbieterin Mehtap Üstündag (BC Sissach) im Weltergewicht bis 64 Kilogramm gegen die sehr athletische Frohnatur Barbara Wilhelmi (BR Basel) kein Sieg. Sie unterlag mit 2:0 (2 Punktrichter werteten den Kampf für Wilhelmi, 1 Punktrichter wertete unentschieden).

Nach drei überaus harten Runden meldete der Box-Computer ein Unentschieden. Die Punktrichter mussten sich danach für einen Sieger entscheiden. Glücklicher Gewinner und neuer Titelträger im Super-Schwergewicht: Hansen Ewene (BC Winterthur, links im Bild Rrezoart "Resu" Gashi)

Die Finalkämpfe der Herren (Kategorie Elite) im Telegrammstil

Der angehende Doktor der Bio-Physik, Fabian Zellweger (BG Bern) legte seine übliche Zurückhaltung im Ring komplett ab und lieferte im Leichtgewicht bis 60 Kilogramm gegen den Tessiner Hugo Ricardo Mendez einen begeisternden Kampf der bis zum Schluss auf Messers Schneide stand. Zellweger gewann den Kampf mit 2 zu 1 Richterstimmen. An Intensität kaum zu übertreffen war die Auseinandersetzung im Halbweltergewicht (bis 64 Kilogramm) zwischen Marcelo Santana (BC Uster) und Horia Trif (BC Zürich). Beide Boxer schenkten sich nichts. Während Santana durch eine gute Technik, gepaart mit viel Drang nach vorne überzeugte, liess Trif sein grosses Talent durch effizientes und taktisch kluges Boxen erkennen. Auch bei diesem Kampf war sich das Kampfgericht nicht ganz einig. Zum Sieger mit 2 zu 1 Richterstimmen wurde der erst 19-jährige Trif ausgerufen.

Michael „Mechu“ Kurmann stieg gegen Claudio Lombardi (BC Riazzino) als Titelverteidiger im Weltergewicht (69 Kilogramm) in den Ring und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Der sympathische Berner siegte einstimmig nach Punkten. Der Cousin des zurzeit suspendierten Angel „Floyd“ Roque, Roberto Roque Morillo (SR Zürich) siegte im Mittelgewicht bis 75 Kilogramm überraschend gegen den zweifachen Schweizermeister und dreifachen DTM-Meister Egzon Maliqaj. Nach einem unbeabsichtigten Kopfstoss in der 2. Runde gab Maliqaj den Kampf auf und der Ringrichter wertete diesen Entscheid als Technischen Knockout. Obschon Enis Amiti (BC Zürich, bisher BC March) gegen Ukë „The Wolf“ Smajli (SR Zürich) in der 2. Runde durch TKO verlor, muss er sich für die Niederlage keinesfalls schämen. Amiti attackierte den international top gerankten Züricher im zweiten Durchgang vehement und erntete für seinen Mut Szenenapplaus. Doch Smajli liess sich nicht lange in die Defensive drängen, drehte den Spiess um und deckte den Marcher mit präzisen und harten Schlägen ein, sodass der Ringrichter den Kampf zum Schutze des Boxers aus der roten Ecke sofort stoppte.

Im letzten Kampf der Meisterschaften bekam das Publikum einen Kampf zu sehen, der vom ersten bis zum letzten Gongschlag mit höchster Intensität geführt wurde. Rrezoart „Resu“ Gashi (Boxing Kings Bern) und Hansen Ewene (BC Winterthur) schenkten sich nichts und deckten sich gegenseitig mit Powerschlägen ein, die nur beim Zusehen schon weh taten.  Am Ende des Kampfes stand das Score unentschieden. Die Punktrichter entschieden sich danach einstimmig für den Vorjahresfinalisten und neuen Meister im Super-Schwergewicht, Hansen Ewene.

Die frischgebackenen Meisterinnen und Meister posieren zusammen mit SwissBoxing-Präsident Andreas Anderegg für die Kamera (3 Titelträger waren zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits auf dem Heimweg)

Am nächsten Wochenende geht es „Schlag auf Schlag“ weiter: In Lausanne kommen die diesjährigen Romandie-Meisterschaften in Lausanne zur Austragung (Flyer).   

Mannschaftswertung:

1. Box-Club Rheintal-Au
2. Box-Club Zürich
3. NAB Frenkendorf und BC Riazzino

Resultatübersicht



 




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