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Grünes Licht für „richtige“ Profis an Olympia

Andreas Anderegg, 02.06.2016
 
Die Profis der traditionellen Profibox-Verbände werden an Wettbewerben wie die Qualifikationsturniere für die Olympischen Spiele teilnehmen können. 84 von 88 Delegierten von AIBA-Mitgliederverbänden haben sich am Mittwoch an einem ausserordentlichen Kongress in Lausanne für diese Öffnung ausgesprochen.
 
Bereits bei der Eintretensdebatte zur Statutenänderung im grossen Saal des Hotels Royal Savoy in Lausanne wurde der wohlwollende Grundtenor der Anwesenden zu den AIBA-Plänen deutlich. Kritik zur geplanten Erweiterung des Aktionsfelds gab es nicht – ausschliesslich positive Voten. Das klare Ergebnis von 84 zustimmenden Verbänden (bei 88 stimmberechtigten Delegierten) überraschte deshalb nicht.  Somit werden Profiboxer von anderen Verbänden bald an Wettbewerben der AIBA teilnehmen können. Diese Profis sowie jene der APB/WSB haben die Chance, sich am AIBA-Turnier von Anfang Juli in Vargas (Venezuela)  zu qualifizieren.  Zuerst werden in einem nächsten Schritt allerdings die Reglemente ausgearbeitet und publiziert. Anschliessend werden unter Aufsicht der AIBA offiziell Profis gegen Amateure in den Ring steigen dürfen.
 
Nachdem die AIBA das Amateur-Statut vor geraumer Zeit aus den Satzungen gekippt hat, ist dies nun ein weiterer Schritt zur Öffnung des Verbandes. Dieser hatte sich während Jahrzehnten - getreu seinem Namen „Amateur International Boxing Association“ - ausschliesslich dem Amateurboxsport gewidmet.
 
Ob und in welchem Umfang sich die Profis der arrivierten Profiverbände an AIBA-Wettbewerben starten werden, ist freilich offen. Denn die betreffenden Wettbewerbe und Turniere werden ausnahmslos nach AIBA-Regeln ausgetragen – was von den Profiverbänden wohl nicht goutiert wird.
 
Auch ist offen, wie viele Profis der arrivierten Verbände am Qualifikationsturnier für die kommenden Olymp. Spiele teilnehmen. Denn beispielsweise die WBC droht ihren Spitzenboxern mit Sanktionen, falls sie an Turnieren der AIBA boxen.
 




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