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EUBC-Turnier in Sofia: Der Bericht

Christine Nigg, 07.04.2017

Für unsere jungen Youthboxer Andri Beiner ( BTO/ 40K) und Christian Pedrazzi (Ascona/ 22K) war es das allererste grosse Turnier. Ein wichtiger Meilenstein für die weitere Entwicklung eines jungen Boxers. Siegen war kein Muss, aber sein Bestes geben selbstverständlich, denn wenn hier gleich einer der Schweizer reüssieren würde, wäre dies eine extreme Überraschung gewesen.

Haben in Bulgarien wichtige Erfahrungen gesammelt: Christian Pedrazzi (l.) und Andri Beiner mit Trainerin Christina Nigg

Die Eindrücke sind prägend, der Tisch mit Russland, Kasachstan, Azerbaitschan besetzten alle Gewichtsklassen und mit Coaches und Refree gab das eindrückliche Nachbarstische bei den Mahlzeiten. Die Schweizer Jungs schienen beeindruckt. Als Coach heisst es dann relativieren, auch Norwegen, Slovenien, Kosovo sind kleine Teams und Boxen könnenschliesslich alle gut, auch wir Schweizer.

Je mehr wir unser Können präsentierten, desto mehr Aufmerksamkeit erhielten auch wir. Die jungen Boxer mussten Routine bekommen, den Wettkampfrhythmus aufnehmen und sich realistisch einordnen um ihr Potential abrufen zu können. Dieses starke Turnier galt als Input. Es gilt nun viele kleinere Turniere zu besuchen um dies Alles zu fördern und zu stärken.

Zu den Kämpfen

Light welter 64kg Beiner Andri (Red) SUI vs Velev Borislav ( Blue) BUL. 0:5

Bereits in der Session 1 startete Andri Beiner.  Bulgarien stellte gleich insgesamt 13 Boxer, z.t. 2-3 in den Gewichtsklassen. In Andris Gruppe gleich 3 und der Stärkste (Meister Jg 1999) davon wurde  Andri Beiner zugelost. Andri boxte gegen den starken Heimboxer von Beginn weg technisch auf hohem Niveau wurde aber vom Bulgaren, einem richtigen jungen „Bullen“ in die Seile gedrängt wo dieser seine harten Schläge abfeuerte, Andri konnte sich meist geschickt befreien und seinen Widersacher mit Gegenangriffen überraschen. Andri boxte variabel und beweglich, verfügt aber noch nicht die Abgebrühtheit, um einen solchen Puncher auszuboxen. Die dritte Runde gestaltet er mit leichten Vorteilen. Am technischen Rüstzeug fehlt es keineswegs, da kann er mit den Besten mithalten.

Light Heavy 81kg Yagubov Ismayil (Red) AZE vs Pedrazzi Christian ( Blue) SUI 5:0

Der Tessiner Christian Pedrazzi startete dank dem Freilos direkt im Viertelfinale (Session 4) gegen den Meister aus Azerbaitschan. Auch für den international noch unerfahrenen jungen Boxer aus Ascona war die Vorgabe, an der Erfahrung zu reifen, zu wachsen und es sollte eine Standortbestimmung werden. Mit einer guten Vorbereitung stieg Pedrazzi in den Ring. In der erste Runde war er wie auch Beiner blockiert und lancierte zuwenig eigene Angriffe, zu gross war der Respekt. Christina Nigg konnte ihm in der Rundenpause klare Anweisungen geben, in der zweiten Runde war Pedrazzi sogar im Vorteil. Die letzte Runde dann eher wieder verhalten, um zu gewinnen müssten mehr Aktionen lanciert werden. Christian zeigte einen guten Kampf und konnte durchaus mithalten. Auch er braucht noch mehr Turnierstartmöglichkeiten.

Fazit: Aus meiner persönlicher Sicht ist es nun ganz wichtig, für diese jungen Talente möglichst viele Einsätze bestreiten zu können. In der Wettkampfperiode ist der Rhythmus ein anderer. Nach dem ersten halben Jahr muss eine Neuorientierung stattfinden. Fordern, nicht überfordern. Siege müssen auch möglich sein. Der Weg der Athleten ist das Wichtigste.

 

 




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