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31st Pirkka Tournament in Tampere (Finnland)

Christina Nigg, 08.05.2017

190 Boxerinnen und Boxer aus 10 Nationen aller Jugendkategorien und Gewichtsklassen (m/w) waren gemeldet, darunter auch eine Schweizer Delegation mit Andri Beiner, Gabriel Tomas, Arthur Grenno, Souhil Khiat, den Coaches Christina Nigg, Enver Bajrami und Samir Hotic.

v.l.n.r.: Samir Hotic Arthur Grenno Enver Bajrami Andri Beiner Souhil Khiat Gabriel Tomas Christina Nigg

Für Beiner war es der dritte Turnierstart international auf diesem hohen Niveau, für die anderen jungen Boxer mit ihren Heimtrainern das erste Mal überhaupt. Geboxt wurde auf zwei Ringen.

Samstag, 6. Mai, Halbfinals

J54kg Gökmen Görgin FIN (rot) – Souhil Khiat, SUI/Genf ( blau) 5:0

Der Juniorboxer Souhil hat erst vier Kämpfe in seiner Lizenz. Er ist talentiert, motiviert und intelligent. Eigenschaften, die ihm helfen so eine Turnierteilnahme richtig einzuordnen. Er versuchte sein Bestes und boxte gut und geschickt über die Runden. Ihm fehlt es grundsätzlich an Routine, trotzdem konnte er sich aus gefährlichen Situationen entziehen und einige schöne Treffer setzen. Natürlich reicht es auf diesem Niveau nicht aus um vom siegen reden zu können, jedoch sehen die Jungs mit eigenen Augen was es braucht. Das ist sehr wichtig in der Karriereplanung eines jungen Boxers.

Y56kg Carlos Morane ENG (rot) – Gabriel Tomas, SUI/Martigny (blau) 5:0

Vorweg: der 3fach-Meister der Jugendklassen aus Martigny Gabriel Tomas (15 Kämpfe) muss zwingend mehr Boxen können. Er verfügt über grosses und hierzulande überdurchschnittliches Potential. Der Engländer Morane mit seinen 152 Kämpfen hatte etliche Mühe und konnte die Gegenangriffe des Schweizers nicht so kontrollieren wie das geplant war. Ein überaus spannender und sogar sehr enger Kampf! Bravo Gabriel, eine sensationelle Leistung! Für einen Sieg hat es nicht ganz gereicht, aber die wertvolle Erfahrung auf diesem hohen Niveau zu boxen ist für den Wallisser eine grosse Motivation. Ebenfalls die lobenden und anerkennenden Worte der englischen Coaches, die nicht glauben wollten, dass Gabriel erst seinen 15ten Kampf bestritt.

Sonntag, 7. Mai, Finals

Y56kg Arthur Grenno SUI/Ge (rot) – Aleksi Sahlberg FIN 0:5

Der Finne hat am Vortag einen starken Russen knapp besiegt. Der Genfer Arthur Grenno (1999) profitierte von Freilos direkt ins Finale. Er musste versuchen den grossgewachsenen Rechtsausleger möglichst in der Halbdistanz zu stellen. Grenno boxte mutig und mit viel Herz, musste aber zu oft die gegnerische Führhand einstecken. Dennoch fightete er bis zur letzten Sekunde. Auch er trat mit nur 12 Kämpfen an Erfahrung an, er verdient grossen Respekt für seine Leistung. Für ihn ist es wichtig noch in der Jugendkategorie zu profitieren, denn bald kann er bereits zur Elite wechseln und da ist es dann oft zu Beginn eine Frage der Kraft.

Y64kg Andri Beiner SUI/SBT (rot) – Roberto Bengtson SWE (blau) 0:5

Absolutes Spitzenniveau dieser Kampf! Einer der besten Finalkämpfe. Der schwedische Spitzenboxer besiegte am Vortag souverän seinen Gegner aus Russland! Somit traf er im Finale auf den erfahrensten SBT-Jungboxer Andri Beiner. Beides sehr gute Techniker und beides Rechtsausleger. Die Beiden begegneten sich auf Augenhöhe, was den ganzen Kampfverlauf sehr sehr eng werden liess. Wir sahen Beiner die ersten zwei Runden mit leichten Vorteilen, die letzte Runde war ein Hin und Her wer die Überhand behielt. Der Sieg ging an den Norden, in der Schweiz wäre der Sieger Beiner.

Wichtig ist, dass der junge Boxer mit diesem Kampf da angekommen ist wo es für die weitere Entwicklung massgeblich ist. Nämlich selbst die Gewissheit haben, dass die Goldmedaille auch seine hätte sein können, ohne falsche Einschätzung. Sogar der neue sehr sympathische junge Präsident des schwedischen Boxverbandes gratulierte zum «Great Fight».

Mein persönliches Fazit:

Persönlich am Herzen liegt mir die Tatsache, dass die Zeit als Junior-/Jugendboxer sehr schnell vorbeigeht. Die wenigen Ausnahmetalente unseres Landes müssen zu möglichst vielen Einsätzen kommen. Das Trainerteam unter meiner Leitung war gut organisiert und konnte sich optimal unterstützen und ergänzen.

Schade, wir können keinen Sieg vorweisen. Schlussendlich zählen die nackten Resultate, das ist uns allen klar. Wir müssen in die Lage kommen an kleinen Turnieren Medaillen gewinnen zu können, erst dann darf ein grösserer Anlass überhaupt laut ausgesprochen werden. Dies kostet aber nebst einem Batzen Geld auch Ferientage, Freizeit und Organisation.




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