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Der Boxer



20.08.2017 (JS) - Er ist nicht nur ein herausragender und erfolgreicher Boxtrainer; Walter Walser vom Box-Club Rheintal-Au schreibt in seiner Freizeit auch Gedichte, nicht triviale sondern tiefgründige Gedichte, die es wert sind, gelesen zu werden. Eines dieser Gedichte wollen wir den Besuchern von swissboxing.ch nicht vorenthalten. Staunen Sie selbst.

Der Boxer

Viele kennen unsere Sportart nicht,
doch vom hören sagen weiss es jeder ganz genau,
sie reden, wie der Stammtisch spricht.

Für sie ist ein Boxer im Kopf nicht ganz klar,
wirkt primitiv, gar dumm, er spinnt,
er ist nicht mehr, was er mal war.

Geschunden, geschlagen im Gesicht,
zumindest die Nase, die ist krumm,
dazu hungert er oft noch für sein Gewicht.

Wer fragt, weshalb er dieses macht?
was er denkt?, was er fühlt?,
am hellen Tag, so wie bei Nacht.

Im Kopf, da herrscht der Siegeswille,
Zweifel wallen durch die Brust,
so streiten seine Gefühle in der Stille.

Beim nächsten Kampf, der Gegner ist bestimmt,
davor steht Schweiss im Training,
und die Frage; wer gewinnt?

Den Rhythmus, die Taktik gibt der Trainer vor,
er muss diesmal besser sein,
da er den letzten Kampf verlor.

Der Tag ist gekommen, der Gegner auch,
für Angst bleibt keine Zeit,
doch Gedanken, die kommen, und Gefühle im Bauch.

Aufgewärmt, bandagiert, die Handschuhe geschnürt,
der Angriff, die Verteidigung nochmals geübt,
der Puls geht schnell, Unruhe wird verspürt.

Der Weg zum Ring, der ist nicht weit,
Applaus vom Publikum,
er ist für den Kampf bereit.

Rasch steigt er zum Ring empor,
schlüpft durch die Seile, steht im Licht,
hier findet statt, was er erkor.

Mit vier Fäusten, das Duell,
und einer wird Verlierer sein,
manchmal viel zu schnell.

Der Gong ertönt, der Kampf beginnt,
zwei Menschen die nun einsam sind,
nun zeigt es sich, wer heute hier gewinnt.


Walter Walser


 




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