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Michael Buffer: «Von diesem Spruch lebe ich»

12.12.2009 - Der Amerikaner Michael Buffer (65) ist der weltweit bekannteste Ansager von Boxkämpfen. Auch heute in Bern steht er im Einsatz.

Können Sie uns sagen, wer den WM-Kampf heute gewinnen wird?

Michael Buffer: Nein, das steht mir in meiner Funktion auch nicht zu. Mit Titelverteidiger Witali Klitschko gibt es jedoch einen klaren Favoriten.

Stimmt es, dass Sie Ihre Karriere als Ringspeaker einem Ihrer Söhne zu verdanken haben?
Ja, mit meinem ältesten Sohn Michael schaute ich mir im Fernsehen einen Boxkampf an, bei dem der Speaker den Auftritt verpatzte. «Dad, das könntest du auch», sagte Michael. So hat alles begonnen.

Sie haben viele Kämpfe aus nächster Nähe miterlebt. Gibt es einen Boxer, mit dem Sie über die Jahre ein spezielles Verhältnis aufgebaut haben?

Ich habe unzählige Boxer kennen gelernt. Vielen von ihnen begegnete ich als Fan, es kam vor, dass zwei Boxer gegeneinander kämpften, mit denen ich einen freundschaftlichen Umgang pflegte. Evander Holyfield beeindruckt mich, die Klitschko-Brüder ebenfalls. Sowohl als Fan als auch als Ringspeaker ist es aufregend, an deren Erfolgen teilzuhaben.

Können Sie sich an ein spezielles Erlebnis erinnern?

Eine bestimmte Szene kommt mir in den Sinn: Bei einem Vorkampf stand ein haushoher Favorit einem krassen Aussenseiter gegenüber. Ich verfolgte das Geschehen nicht, bereitete mich auf den Hauptevent vor. Plötzlich hörte ich, dass einer am Boden lag und angezählt wurde. Der Kampf endete und ich musste den Sieger ausrufen – erwischte dabei aber prompt den Falschen. Der andere flüsterte mir verdutzt ins Ohr: «Hey Mister Buffer, ich habe gewonnen.»

Ihre Stimme ist Ihr Kapital. Vor anderthalb Jahren erkrankten Sie an Kehlkopfkrebs. Wie geht es Ihnen heute?

Nach Ausbruch der Krankheit dachte ich, dass meine Karriere zu Ende ist. Nun fühle ich mich wieder ausgezeichnet. Mehrere Tumore wurden mir entfernt, die Ärzte haben sich ausgezeichnet um mich gekümmert. Ich denke, dass ich seither im Umgang mit anderen Personen ein besserer Mensch geworden bin.

Ihr legendärer Schlachtruf «Let’s get ready to rumble» hat Sie sogar in die europäischen Charts gebracht. Vor einigen Jahren haben Sie ihn urheberrechtlich patentieren lassen. Weshalb?
Ich habe ihn kreiert, er ist ein Teil von mir. Von diesem Spruch lebe ich, dank ihm wurde ich populär.

Sie haben in mehreren Filmen mitgespielt, in diesen Tagen sind Sie in «2012» auf der Kinoleinwand zu sehen…

…Ich wollte aber nie wirklich Schauspieler werden. Es ist speziell, denn meistens kann ich mich selbst spielen.

Was macht Michael Buffer 2012?

Ich will fit bleiben und hoffe, dass ich auch 2012 noch arbeiten und weitere Kämpfe in der Schweiz ankündigen werde.

Interview: phr/rek - Berner Zeitung
 



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