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WBC Titelkampf in Bern: Aniya Seki begeistert mit ganz grossem Boxen

Ueli E. Adam (Bericht und Fotos), 22.10.2017

Aniya Seki hat sich mit einer absolut beeindruckenden Leistung zurückgemeldet. Die Weltmeisterin und mehrfache Titelträgerin, die zu Beginn des Jahres mit viel Verletzungspech auf einen Titelkampf verzichten musste, stellte sich bei ihrem Comeback einer Herausforderung, die Anerkennung verdient. Im Kampf um den WBC-Silver-Belt galt es, ihre grosse Klasse zu bestätigen. Das ist Aniya Seki mit Bravour geglückt.

Aniya Seki machte vom ersten Gongschlag an Druck und dominierte ihre Gegnerin nach Belieben

Sie schlug ihre junge Herausforderin aus Ungarn mit einem Spitzenresultat. Zu den Gewinnern darf sich auch der Box-Club Bern zählen. Mit einer erstklassigen Affiche ist es gelungen, das verwöhnte Berner Publikum zu überzeugen. Der Veranstalter wurde mit einer ausverkauften Sporthalle Moos in Gümligen belohnt.

Die Kämpfe der Profis

Aniya Seki (Schweiz)  32-3-2, 53 kg vs. Kleopatra Tolnaj (Ungarn) 13-13-1, 53 kg

Die junge Ungarin reiste mit grossen Ambitionen an. Mit dem Sieg im Kampf um den WBC-Silver-Belt hätte sie die Voraussetzung für grosse Titelkämpfe schaffen können. Die erst 21-jährige Kleopatra Tolnaj hat mit ihren 26 Kämpfen als Profiboxerin bewiesen, dass sie keiner Herausforderung aus dem Weg geht.  Von Aniya Seki wurde sie in Gümligen vorerst unsanft eingebremst.

Aniya Seki startete furios: mit unwahrscheinlichem Tempo, präzisen Serien und harten Treffern dominierte sie ihre Gegnerin von Beginn weg. Das Publikum erkannte sofort, dass Aniya ein grosses Comeback zelebrieren würde. Den Regeln entsprechend wurde nach den ersten vier Runden eine Zwischenbilanz errechnet: 40:36. Seki hatte also jede Runde mit der maximalen Punktzahl für sich entscheiden können.

Während der Delegierte des WBC den Siegergurt montiert, hebt der weltweit bekannte Ringrichter Daniel Van de Wiele Aniya's Arm zum Zeichen des Sieges

An diesem Verdikt sollte sich nichts ändern. Runde für Runde dominierte die Bernerin ihre Gegnerin mit beeindruckendem Boxen. Der Coach der Ungarin drängte ab der sechsten Runde auf Angriff, ohne Rücksicht auf Verluste: das war kurzfristig sichtbar, konnte aber Seki in keiner Weise beunruhigen. Nach dem Schlussgong zeigte sich, dass Aniya Seki mit einer ganz grossen Leistung überzeugen konnte. Das Verdikt der internationalen Jury bestätigte ihren klaren Sieg: Maurizio Rinaudo 100:90; Przemyslaw Moszumanski 100:90; Beat Hausammann 100:90.

Aniya Seki hat also keinen einzigen Punkt abgegeben und durfte sich als strahlende Siegerin feiern lassen. Das Publikum darf sich schon heute auf weitere Kämpfe der Bernerin freuen.

Zino Meuli (Schweiz) 8-0-0, 68 kg vs. Imre Simon (Ungarn) 8-20-0, 66 kg

Zino Meuli gehört zu den hoffnungsvollsten Newcomern im schweizerischen Profiboxen. Mit vorzeitigen Siegen hat er seine Karriere eindrücklich gestartet. Der 30-jährige Ringfuchs aus Ungarn war ein weiterer Prüfstein auf dem Weg nach oben. Die Negativ-Bilanz im Kampfrekord von Imre Simon durfte nicht darüber hinweg täuschen, dass der Ungare ein mit allen Wassern gewaschener Journey-Man ist, der seinen Gegnern nichts schenkt. Meuli liess sich davon nicht beeindrucken. Er begeisterte das Publikum mit seinen aussergewöhnlichen Qualitäten.

Zino Meuli gab seinem Gegner aus Ungarn keine Chance, sich zu entfalten und siegte nach 3 Niederschlägen in der 4. Runde durch TKO

Meuli kann den Kampf lesen, den Rhythmus wechseln und mit harten, punktgenauen Schlägen für Furore sorgen. Genau nach diesem Rezept dominierte er auch den kampferprobten Ungarn. Meuli überstürzte nichts und liess sich auch durch den stetigen Wechsel der Auslage seines Gegners  nicht aus dem Konzept bringen. Meuli setzte seine harten Schlägen genau berechnet auf den Punkt und in der dritten Runde musste Simon ein erstes Mal angezählt werden. Das vorzeitige Ende des Kampfes zeichnete sich ab. Nach 2 Minuten 17 in der vierten von sechs angesetzten Runden kam für den Ungarn das Aus: mit einem TKO musste Simon aus dem Kampf genommen werden. Damit konnte Meuli auch seinen achten Profikampf vorzeitig für sich entscheiden.

Die Vorkämpfe der Amateure

Die Vorkämpfe der Amateure bewiesen einmal mehr, dass eine solide Ausbildung im olympischen Boxen entscheidend ist. Boxerinnen und Boxer der Berner Clubs massen sich in 13 Kämpfen mit  Gegnerinnen und Gegnern aus der Ost- und Westschweiz. Die Kämpfe waren von gutem Niveau und sorgten beim mitgereisten Anhang teilweise für grosse Begeisterung. Die detaillierten Resultate können aus dem beiliegenden Matchblatt entnommen werden. Sandro Huber, Präsident des Box Clubs Bern, mit den Trainern Bruno Arati, Vito Rana sowie Promoterin Bala Trachsel haben ein Meeting realisiert, das überzeugen konnte. Eine beeindruckende Aniya Seki hat dafür gesorgt, dass ein wichtiger Profikampf nicht durch zu viele Vorkämpfe banalisiert wird.

Bericht WBC

Video

Resultatübersicht

 

 

 




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