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Aussergewöhnlicher Boxabend in Genf

Gregor Stadelmann, 28.11.2017

Die Affiche war spektakulär. Patrick Kinigimazi verteidigte seinen Titel im Leichtgewicht beim Verband WBF. Im gleichen Zug wurde dem Publikum eine Schweizermeisterschaft geboten. Die Organisatoren um Alexandra Tridoni haben einen aussergewöhnlichen Event geschaffen. Die Trainer Giorgio Costantino und Silvio Chanton und ihre Boxer wussten die Bühne zu nutzen und überzeugten das Publikum.

Profi Leichtgewicht Julien Calvete Schweiz 3-1-0 vs. Iago Barros Spanien 2-7-2

Der sympathische Boxer aus Nyon trat gegen einen Boxer des Managers Enrique Soria aus dem Spanischen La Coruña an. Julien Calvete startete mit einer für ihn gewohnt hohen Schlagfrequenz in den Kampf. Doch am Ende der ersten Runde kam ein harter Aufwärtshaken des Spaniers durch, welcher den Boxer aus Nyon beeindruckte.

Dieses Muster wiederholte sich in den nächsten Runden. Calvete arbeitete viel und erarbeitete sich durch die Aktivität Vorteile. Der Spanier suchte gezielt nach den Lücken und versuchte harte Schläge zu landen. Dabei bewegte er dauernd seinen Oberkörper, um dem Dauerfeuer von Calvete zu entgehen.

In der vierten Runde stellte Calvete den Spanier in einer Ecke und schlug ohne Unterlass eine gefühlte Ewigkeit. Barros pendelte die Schläge aus und landete nach einer Weile einen Haken, welcher Schlagwirkung bei Calvete hinterliess. Sofort setzte er nach bis Ringrichter Beat Hausamman den Kampf beendete. Zum Sieger durch TKO in der vierten Runde wurde der Spanier Iago Barros ausgerufen.

Profiboxen Super-Leichtgewicht Cedric Kassongo Schweiz 7-5-2 vs. Ando Hakob Schweiz 10-0-0

Eine Schweizermeisterschaft ist immer eine spezielle Affiche und Cédric Kassongo erhielt eine grosse Bühne vor seinem Heimpublikum. Doch es war der Badener, welcher besser in den Kampf startete. Auf leichten Beinen bewegte er sich und schlug dabei immer wieder lockere Jabs zum Kopf und harte rechte Haken zum Körper von Kassongo.

Doch die Ausgangslage änderte sich in der zweiten Runde. Kassongo kam mit einem guten Konter durch, welche Ando Hakob zu Boden gehen liess. Dieser plädierte auf einen Ausrutscher und versuchte die Runde noch zu drehen. Doch Kassongo war nun zurück im Kampf und landete nun ebenfalls gute Treffer.

Der Match wog nun hin und her. Wann immer Ando Hakob die Halb- oder Nahdistanz akzeptiere, konnte auch Cedric Kassongo Treffer landen. Sobald der Profiboxer aus Baden sich wieder mehr bewegte und seine Führhand regelmässig einsetzte, kontrollierte er den Kampf. Ab der sechsten Runde passte Ando Hakob seine taktische Marschrichtung immer mehr an und übernahm die Kontrolle über den Kampf. In der letzten Runde war es Cédric Kassongo anzusehen, dass er den Glauben an den Sieg verloren hatte. Am Schluss entschieden die Punktringer folgendermassen: Pierre-Alain Schneeberger 93-96, Thomas Zimmermann 96-93 und Ernst Salzgeber 96-93. Zum ersten Schweizermeister der Geschichte im Superleichtgewicht wurde Ando Hakob ausgerufen.

Profiboxen Superfedergewicht Patrick Kinigamazi Schweiz 27-2-0 vs. Robert Laki Ungarn 14-1-1

Kinigamazi startete langsam in den Match. Der Ungare zeigte, dass er eine gute technische Ausbildung genossen hatte. Jedoch wurde auch bald klar, dass die Schlagkraft von Kinigamazi klar überlegen war. Ab der zweiten Runde zeichnete sich ab, dass der Ungare dem physischen Druck nicht gewachsen war. Ein Cross über die hängende Vorhand des Ungaren liess ihn zum ersten Mal zu Boden gehen.

Auch in der dritten Runde wurde er erneut angezählt. Kinigamazi hatte nun seinen Gegner vollständig gelesen und fing an Laki konsequent zu zermürben. So musste der Ungare in der vierten Runde nochmals angezählt werden, bevor er sich in der fünften Runde endgültig auszählen liess.

Damit verteidigte Patrick Kinigamazi seinen Titel der WBF im Super Federgewicht. Es ist dem sympathischen Boxer vom Genfer See zu wünschen, dass er noch die Chance für einen grossen Titelkampf erhält.

In den weiteren Kämpfen siegten ebenfalls: Mihail Poia (CP Carouge), Khalid Graidia (CP Carouge) und Fanga Venant (CP Carouge).




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