News

DAS INTERVIEW. Heute mit Davide Faraci

11.01.2018 – swissboxing.ch wird künftig in loser Folge Schweizer Boxerinnen und Boxer interviewen, die hierzulande und im Ausland in den Ring steigen. Ziel ist es, die Athletinnen und Athleten dem Publikum besser bekannt zu machen.

Jack Schmidli, Webpublisher

Wir starten heute mit dem Italo-Schweizer Davide Faraci, der nach einer äusserst erfolgreichen Karriere als Amateurboxer vor gut einem Jahr ins Lager der Profis übergetreten ist.

Davide, wann hast du mit dem Boxen angefangen und was hat dich dazu bewegt, diesen Sport auszuüben?

Als kleines Kind war ich oft bei meinen Grosseltern. Da habe ich jedes Mal denselben Film immer wieder anschauen wollen, nämlich Rocky, Teil 3. Dieser Film war der Auslöser. Mit etwa 11 Jahren habe ich dann mit dem Boxen angefangen.

Wer ist für dich der grösste/beste Boxer aller Zeiten und warum?

Ich habe keinen speziellen Boxer als Vorbild. Jeder Boxer hat Stärken und Schwächen. Ich filtere mir dann nur das raus was mir gefällt und zu mir passt und stelle so quasi mein Ideal zusammen.

Welcher Erfolg bei den Amateuren bezeichnest du als bisheriges Karriere-Highlight?

Das waren gleich zwei im Jahre 2012 der Gewinn der Bronzemedail­le bei der Europameisterschaft U22 und die Bronzemedaille beim Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in London. Für Schweizer Verhältnisse, wo der Box-Sport einen niedrigen Stellenwert hat, ist das aus meiner Sicht definitiv ein Highlight.

Wer war bisher (im Amateur- oder Profi-Lager) dein härtester Gegner und warum?

Das war bei einem Turnier in Paris. Im Halbfinale habe ich gegen den heimischen Boxer gekämpft. In der ersten Runde hat dieser mich mit einem Luckypunch erwischt und ich ging kurz zu Boden. Noch nicht ganz bei der Fassung habe ich weiter gekämpft, denn ich wollte unbedingt gewinnen. Es war beidseits kein schöner Boxkampf mehr, sondern eher eine Prügelei. Im Kampfverlauf erhielt ich immer mehr die Oberhand und kurz vor Schluss, in der dritten Runde, schickte ich ihn sogar auf die Bretter. Er konnte sich aber über die Runde retten und ich gewann schliesslich nach Punkten. Am nächsten Tag hatte ich aber doch ganz schön Kopfschmerzen :-)

Deine Stärken und Schwächen als Boxer?

Ich bin sehr ehrgeizig und ein Perfektionist. Ich arbeite sehr streng und genau an mir selber. Somit wird diese Stärke manchmal auch zu einer Schwäche, wenn ich meinen Vorstellungen nicht gerecht werden kann.

Wie viele Stunden trainierst du pro Woche? Dein Trainings-Tipp?

In der Vorbereitung für einen Wettkampf trainiere ich bis zu 20 Stunden die Woche. Mein Tipp: Qualität, statt Quantität! Ein Training muss nicht immer pickelhart sein. Ausserdem sind auch Erholung, Ernährung und das Soziale sehr wichtige Faktoren für eine gute Vorbereitung.

Welches Ziel verfolgst du als Profiboxer?

Ich versuche mir immer kurzfristige und vor allem realistische Ziele zu setzen. Im 2018 werde ich italienischer Meister sein.

Welche Speisen bevorzugst du bei einem Restaurantbesuch?

Darauf achte ich sehr und versuche mich immer mit natürlichen Lebensmitteln zu ernähren. Meine Ernährung kommt bis auf ein paar Anpassungen, einer Paleo-Ernährung am nächsten. Ich denke dass auf lange Sicht nur ein gesunder Körper ein leistungsfähiger sein kann.

Welche Sportarten hättest du ausgeübt, wenn du nicht zum Boxen gekommen wärst?

Als kleines Kind wollte meine Mutter mich anfangs nicht boxen lassen, weil sie es zu brutal fand. Deshalb habe ich mich damals für Karate entschieden. Zum Glück konnte ich sie mit elf Jahren dann doch noch überreden. 

Letzter Film, den du im Kino gesehen hast?

Das war eine Komödie im letzten Trainingslager in Rom. „Poveri ma ricchissimi“ (Arm aber sehr reich).

Wie lautet dein wichtigster Ratschlag für Junge, die den Boxsport ebenfalls ausüben möchten?

Dranbleiben! Im Boxsport sowie auch im Leben gibt es immer wieder Rückschläge und Enttäuschungen, man sollte daraus lernen und einfach weitermachen, weiter trainieren und es nochmals versuchen.

Gibt es noch Besonderheiten bei dir, die wenig bekannt sind?

Ich bin ein sehr naturbezogener Mensch und richte auch meinen Lebensstil so gut es geht danach aus.
 

Besten Dank, dass du dir Zeit genommen hast für das Interview. Wir wünschen dir weiterhin nur das Beste, vor allem gute Gesundheit und sportlichen Erfolg.
 

Kampfrekord als Amateurboxer

Kampfrekord als Profiboxer

 


 

 




Weitere News


© 2018, Swiss Boxing Federation