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Jack Johnson wird posthum rehabilitiert

Jack Schmidli, 25.05.2018

US-Präsident Donald Trump hat den zu Lebzeiten rassistisch angefeindete ersten schwarzen Schwergewichtsboxweltmeister, Jack "The Galveston Giant" Johnson, 110 Jahre nach dessen historischem WM-Sieg gegen Tommy Burns posthum rehabilitiert.  



Bei einer Zeremonie gestern Donnerstag im Oval Office des Weissen Hauses führte Präsident Donald Trump, selber ein grosser Box-Aficionado, im Beisein von WBC-Weltmeister Deontay Wilder, Ex-Champ Lennox Lewis, Filmschauspieler Sylvester Stallone, dem WBC-Präsidenten Maurizio Sulaiman sowie einer Verwandten des Geehrten aus, Jack Johnson sei das Opfer rassistischer Anfeindungen gewesen und werde deshalb posthum rehabilitiert. "Ich habe heute John Arthur Jack Johnson begnadigt, den ersten afroamerikanischen Schwergewichts-Weltmeister, einen wahrhaft großen Kämpfer".



Johnson, der bei einem Autounfall 1946 ums Leben kam, pflegte Beziehungen zu weissen Frauen, was im damaligen Amerika auf Empörung stiess. 1913 wurde er unter höchst fragwürdigen Umständen im Rahmen des neu geschaffenen Gesetzes, dem „Mann Act“, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Dieses Gesetz verbot es Männern in den USA, mit einer Frau über die Bundesstaatsgrenzen hinaus zu reisen, wenn es sich dabei um eine „unmoralische Beziehung“ handelte. Mike Tyson, aber auch der prominente Politiker John McCain, setzten sich seit Jahren für die Rehabilitierung des Ausnahmeboxers ein.

Johnson wurde am 31. März 1878 geboren. Nach 67 Kämpfen als professioneller Boxer bekam er endlich die Chance, um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht zu kämpfen. Der Kampf gegen Tommy Burns, dem Titelverteidiger, war ein „Katz-und-Maus-Spiel“. Johnson hätte seinen Gegner wohl kurzrundig ausknocken können, „bestrafte“ diesen aber bis zur 14. Runde, ehe die Polizei einschritt und den ungleichen Kampf beendete. 11 Mal verteidigte Johnson die Schwergewichtskrone erfolgreich, darunter auch gegen Ex-Weltmeister James Jeffries, den man für ein Comeback aus dem Ruhestand holte.

Am 5. April 1915 verlor Johnson seinen Titel in Havanna gegen Jess „The Pottawatomie Giant“ Willard, einem 2,08 Meter grossen Hünen, durch Knockout in der 26. Runde. Johnson gab viele Jahre nach dem Verlust seines Titels zu, bei diesem Kampf auf massiven Druck hin „getaucht“ zu sein. Jack stand nach dieser Niederlage noch 21 Mal im Ring. Seinen letzten Kampf bestritt er am 15. Mai 1928 in Kansas City gegen Bill Hartwell.

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