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Stephan Bernhard hat eine Vision



24.01.2009 (JS) – Nach dem Ausscheiden von Franz Studer als Sportchef des Schweizerischen Boxverbandes Ende September 2007 übernahm der Grenchner Stephan Bernhard, der mit Dina Burger als Trainer grosse Erfolge feiern konnte, das Zepter bei den Eliteboxern.

Nebst seiner Hauptaufgabe, die sportliche Entwicklung auf nationaler Ebene sicher zu stellen, leitet Bernhard die Sportkommission und ist Mitglied der Technischen Kommission von SwissBoxing. Jack Schmidli führte  mit dem ehrgeizigen Jungtrainer ein Interview.

swissboxing.ch: Welche Ziele stehen bei dir im Vordergrund?

Stephan Bernhard: Ich verfolge vier Ziele. Mein primäres Ziel ist es, alle Akteure bei SwissBoxing für unseren schönen Sport zu begeistern. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Umsetzung des Nachwuchskonzeptes, das sich zur Zeit in der Erarbeitung befindet. Unser Verbandspräsident, Andreas Anderegg, hatte bei seiner Wahl vor bald vier Jahren die Förderung der Junioren postuliert und ich und Erdal Kiran (Junioren-Nationaltrainer) wollen alles daran setzen, dass diesem Vorsatz nachgelebt wird. Als drittes Ziel habe ich mir vorgenommen, bei internationalen Turnieren möglichst vielen talentierten Boxern die Chance zu bieten, Erfahrungen zu sammeln und gute Resultate zu erzielen. Last but not least ist es ein grosses Ziel von mir (und unserem Frauenchef Angelo Gallina), im Frauenboxen den internationalen Anschluss nicht zu verpassen.

sb: Die Kontakte zu Boxern, Trainern und Funktionären sind ja bekanntlich sehr vielfältig und wahrscheinlich nicht immer reibungslos. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

StB: Im Grossen und Ganzen sehr gut. Kleinere Reibereien und Meinungsverschiedenheiten gehören wohl dazu, wenn ehrgeizige Menschen aufeinandertreffen. Die Basis einer guten Zusammenarbeit ist der gegenseitige Respekt. Darauf lege ich besonders viel Wert.

sb: Du klingst sehr motiviert und positiv. Gibt es auch Schattenseiten, die es zu beklagen gibt?

StB: Anders als bei anderen ausländischen Verbänden können wir unseren besten Amateuren leider keine (finanziellen) Perspektiven bieten. Darum wandern sie oft zu früh zu den Profis ab. Folgedessen müssen wir jedes Jahr wieder mit neuen Boxern an internationalen Turnieren an den Start gehen. So sind internationale Erfolge nur schwer zu realisieren. Sisyphus, der Held aus der griechischen Mythologie, lässt grüssen.

sb: Hand auf’s Herz! Ehrgeizige Leute haben nicht nur Ziele, sondern auch Visionen. Wie lautet denn deine Vision?

StB: Mein Traum wäre es, Teil einer Nationalmannschaft zu sein, die das ganze Jahr hindurch zusammen trainiert. Nach meinen Vorstellungen würden 6 bis 8 Boxer zusammen mit mir in Magglingen wohnen und trainieren und eine Teilzeitarbeit in der Region Biel ausüben. Ohne fixe Entschädigung der betreffenden Akteure durch SwissBoxing ginge das natürlich nicht. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir beachtliche Erfolge erzielen würden, wenn meine Vision umgesetzt werden könnte.

sb: Wer weiss, was die Zukunft bringen wird. Ich danke dir jedenfalls herzlich für deine Ausführungen und wünsche weiterhin viel Glück und Erfolg und möglichst viele Entwicklungsschritte.


Zur Person:

Name: Stephan Bernhard
Geboren am:   4. Februar 1975
Zivilstand: ledig
Beruf:      Boxtrainer, Fitnesstrainer, Sportmanager und Sportchef
Hobbies:  Lesen, Spazieren, Radfahren
Boxtrainer seit: 1999
Sportchef seit:   2007
Grösste Erfolge: WM- und EM-Silber sowie EU-Gold mit Dina Burger
Mit Herry Saliku an der WM die 1. Runde überstanden
Lieblingsboxer:   Erik „El Terrible“ Morales, Julio Cesar Chavez
Mein Traum:                   An den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro mit 3 Boxern antreten
und eine Medaille für die Schweiz gewinnen


                                                
                        
                                                   
                             
                          
 




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