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Haye: "Wir verhandeln"

Sie gehen sich beharrlich aus dem Weg. Doch irgendwann ist der Clash unvermeidbar, der Big Bang im Box-Business der schweren Jungs.
31.03.2010 - Es sind nicht mehr viele neben den Klitschko-Brüdern Vitali (38) und Wladimir (34), die allein drei der vier großen WM-Titel im Trophäenschrank haben. BILD am SONNTAG traf die fehlende Nr.4, David „Hayemaker“ Haye (29), an der Isar. Im Privatflieger von Kentaro-Boss Philipp Grothe düst der WBA-Champ von London zum Treffpunkt nach München. Schwergewicht Grothe – ein Global Soccer-Player. Er dealt hauptsächlich mit TV-Rechten im Fußball. Seine stärksten Rechte – feuert im Ring derzeit David Haye ab. Grothe: „Kentaro hilft David bei der Vermarktung.“
Was da so ganz bescheiden klingt, ist ein richtig fettes Ding!
Haye: „Ja, wir planen einen Mega-Fight im Wembley-Stadion.“ Zweimal hat der „Köpfer“ (Haye provozierte die Klitschkos mit fiesen Kopf-ab-Montagen in Zeitungen und auf T-Shirts) bereits Kämpfe gegen die Box-Giganten gecancelt. Nun soll es dieses Jahr klappen.
Gegen Wladimir zwickte 2009 der Rücken, zeitgleich ging Hayes Financier SETANTA, der englische Pay-TV-Sender, bankrott. Den unterschriftsreifen Kontrakt mit Vitali hat der Brite wenige Monate später nach zähen Verhandlungen einfach zerrissen.
Haye: „Ich sollte einen ganzen Sack voll Optionen akzeptieren, falls ich gewinne. Ein Rematch, dann Wladimir, dann gegen alle Onkel und Tanten der Ukrainer. Am Ende hätte ich sogar noch Klitschkos Kühe gemolken. Nicht mit mir!“ Haye kämpfte lieber gegen den Russen-Riesen Nikolai Valuev, knöpfte der 2,13m-großen Wanderdüne den WBA-Titel ab. Und verhandelt jetzt selbst als Champ auf Augenhöhe mit den Box-Brüdern. „Das war ein Kampf voller Taktik“, beschreibt Haye das Elend im Ring mit Valuev. „Ich durfte keinen Fehler machen. Musste einfach nur den Titel holen. Am 3. April muss ich meinen Gürtel in Manchester gegen den Ami John Ruiz pflichtverteidigen. Den Jungen werde ich in Streifen hacken. Der wird in eine laufende Kreissäge rennen.“
Hay macht auf smart im Nadelstreifen-Anzug, ein Dressman. Die wilde Afro-Mähne mittlerweile zu sogenannten „Cornrows“ geflochten.
Ein sympathischer Typ, der allerdings genau weiß, wie man im Box-Geschäft auf sich aufmerksam macht. Mit Provokationen, Schlägen auch unter die Gürtellinie. Im Ring dagegen setzt der Ex-Cruiser-Champ Haye vor allem auf seine Schnelligkeit.
Die soll Ruiz Sonnabend in der MEN-Arena zu spüren kriegen. Anschließend ist der 29jährige Londoner (23 Siege, eine Niederlage) frei von allen Verbands-Zwängen. „Dann köpfe, pardon, knöpfe ich mir die Klitschko-Schwestern vor. Vor 90000 Fans in Wembley, das wird ein Mega-Fight, auf den die Boxwelt wartet. Zwei Champions werden im Ring stehen. Und ich bin kein Sklave mehr, der unter Klitschko-Verträgen leiden muss, wie jetzt der arme Polen-Junge Sosnowski. Vitali wird den Kerl wohl umbringen, kann ja schon mal Stadion-Luft schnuppern. Wembley aber ist nicht Schalke, Wembley wird die Hölle für ihn...“ – bild.de
 



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