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Boxmeeting in Genf

Walid Abderrahman (Team Kiran) besiegt seinen Gegner Marie-F. Léonus einstimmig nach Punkten
 

11.10.2009 - Wie immer, wenn der rührige Promoter Erdal Kiran etwas anpackt, war die Veranstaltung im traditionsreichen Palladium medial sehr gut vorbereitet und effizient angekündigt worden. Ein Blick auf die Affiche liess allerdings eher Zweifel aufkommen, ob die Veranstaltung das halten würde, was publizistisch versprochen worden war. Zu dünn schienen die Besetzung des Amateurfeldes und der seit Februar 2008 pausierende Profi Walid Abderrahmen nicht unbedingt ein Publikumsmagnet. So kann man sich täuschen! Das Genfer Publikum zweifelte nämlich überhaupt nicht, füllte das Palladium bis auf den letzten Platz und sorgte für eine in der Deutschschweiz seltene Bombenstimmung.

Einmal mehr galt das geflügelte Wort „les absents ont toujours tort“ – oder auf Deutsch: wer nicht da war, hat mit Sicherheit etwas verpasst. Dafür verantwortlich waren bereits die Amateure. Obschon viele Boxer noch keinen grossen Leistungsausweis mitbrachten, wurde erstklassiger Sport geboten. Herausragend vor allem die Leistung des Schwergewichtlers (- 91 kg) Kai-David Pham (Esquive Boxing Club de Genève), der in seinem ersten Kampf den starken Seid Dzemaili (BC Dübendorf) von Beginn weg in grosse Schwierigkeiten brachte. Nach turbulentem Kampf konnte der Genfer dem Dübendorfer ein Unentschieden abtrotzen, das zudem wohl nur dem Umstand zuzuschreiben war, dass der ungestüme Newcomer in der zweiten Runde verwarnt werden musste. Pham ist ein Name, den man sich merken muss. Überzeugen konnten auch die Damen: Cornelia Schmidt (BC Martigny) und Leila Cucinelli (BC Colombier) lieferten sich mit solidem Boxen und spektakulärem Einsatz ein Gefecht, das sich sehen lassen durfte. Siegerin n. Pt. :Cornelia Schmidt. Als besonders erfreulich darf festgehalten werden, dass kein einziger Amateurkampf enttäuschte. Dafür sorgten auch die Gegner aus Frankreich, die alle sehr gut vorbereitet antraten.

 

Walid Abderrahmen (Genève), 58,8 kg vs. Marie-Françoise Léonus (Metz, F) 58,2 kg

Im einzigen Profikampf des Abends gab der bei Team Kiran unter Vertrag stehende Genfer Walid Abderrahmen nach längerer Kampfpause sein Comeback. „Walid“, der von seinen bisherigen 6 Kämpfen 5 gewonnen hatte (5 -1-0, 3 KO-Siege) stellte sich einem Mann mit vergleichbarem Palmarès: Marie-Françoise Léonus (4-2-0). (PS: kein Schreibfehler, der Vorname von Léonus ist korrekt!). Dass dies eine gute und faire Wahl war, zeigte sich von Beginn weg. Walid, von der Veranlagung her eher ein Puncher, startete überlegt und versuchte, den Kampf von der Mitte aus zu bestimmen. Léonus hielt sofort dagegen und nach der zweiten Runde lieferten sich die beiden einen Kampf auf Biegen und Brechen. Obschon das Verdikt schlussendlich einstimmig zugunsten des Genfers ausfiel, durfte auch der Franzose mit seiner Leistung zufrieden sein. Walid fehlte vielleicht noch die Explosivität früherer Tage, durchaus verständlich nach einer derart langen Ringpause.

Kevin Girard (Frankreich) behält gegen Youness El Bourgrini die Oberhand

Stimmen zum Kampf

Stephan Bernhard , Nationaltrainer SwissBoxing: „Genf hat mich positiv überrascht. Ich konnte bei verschiedenen Boxern sehr gute Ansätze erkennen. Auch mir hat Kai-David Pham gefallen. Er ist ein Mann mit Potenzial, den es jetzt sehr sorgfältig aufzubauen gilt. Die Boxszene ist seit jeher in der Romandie sehr gut aufgestellt. Dass Genf auch auf ein derart begeisterungsfähiges Publikum zählen darf, ist für unseren Sport besonders erfreulich“.

 

Ein letztes Wort zu den Kampfrichtern : die Ringrichter Pierre-Alain Schneeberger und Armin Bracher hatten die Kämpfe gut im Griff. Die Punktrichter Claudine Pascale, Armin Bracher und Domenico Gottardi überzeugten mit guten Wertungen. Die Verdikte waren klar und wurden selbst vom manchmal parteiischen Publikum gutgeheissen. Das ist ein schöner Leistungsausweis.

Ueli E. Adam

 
Glückliche Siegerin nach spannendem Kampf: Cornelia Schmidt (BC Martigny). Bild rechts: Walid Abderrahman posiert nach dessen Sieg mit dem Team Kiran für die Kamera
 
 



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