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Fight Night Horgen: Schweizer Auswahl deklassiert Italiener. Kopylenko und Seki siegen bei den Profis


v.l.n.r.: Andranik Hakobian, Liparit Hakobian, Drin Sadriu, Vahram Khudeda und Davide Faraci

Bericht von Jack Schmidli
17.10.2010 – Eine Schweizer Auswahl, bestehend aus Boxern der beiden Clubs „Box-Team Thun“ und „Box-Ring Baden“, imponierte gestern Abend zumindest resultatmässig gegen ihre aus Norditalien angereisten Gegner. Die Schweizer gewannen alle fünf Kämpfe mehr oder weniger problemlos und durften sich vom Publikum feiern lassen. Der von Michele Barra gemanagte Ukrainer Vitaly Kopylenko konnte in seinem Palmarès einen weiteren Sieg verbuchen. Er schlug den kampfstarken Ungaren Sandor Ramocsa nach Punkten und bleibt auch nach seinem 11. Kampf als Profiboxer ungeschlagen. Last but not least zeigte sich die „Boxing Queen“ Aniya Seki gegenüber früheren Kämpfen stark verbessert. Sie liess ihrer Gegnerin aus Ungarn keine Chance und gewann einstimmig nach Punkten.

Mit einstündiger Verspätung reisten gestern Abend die Gastboxer aus Italien an und sorgten beim Veranstalter und den Funktionären gleichermassen für Hektik. Trotzdem gingen schliesslich alle Kämpfe glatt über die Bühne. Der umtriebige Veranstalter und Präsident des Box-Ring Zürichsee, Tobia Kron, durfte zufrieden sein: Alle Plätze waren restlos ausverkauft; die Stimmung im Publikum war hervorragend. Nach den Boxkämpfen kam das Publikum in den Genuss mehrerer Kickbox-Kämpfe.
Die Staffelkämpfe:

Drin Sadriu (BT Thun) gegen Stefano Bucci (Italien). Kampf im Federgewicht
Kurz nach Beginn der Auseinandersetzung musste Ringrichter Thomas Marthaler den Gastboxer erstmals anzählen. Akkurat geschlagene Treffer des Berner Oberländers zum Kopf des Italieners veranlassten den ehemaligen Polizei-Europameister zu dieser Massnahme. Bucci war seinem Gegner in jeder Beziehung unterlegen und wurde nach einem weiteren Volltreffer aus dem Kampf genommen. Drin Sadriu ist mit Sicherheit ein Versprechen für die Zukunft. Sein grosses Talent ist unverkennbar. Sieger durch RSC in der 1. Runde: Drin Sadriu.

Andranik Hakobian (BR Baden) gegen Stefano Lucca (Italien). Kampf im Halb-Weltergewicht
Einziger Wehrmutstropen dieser Begegnung war der Umstand, dass Andranik Hakobian, Mitglied des Swiss Boxing Team, vom Ringrichter wegen Schlagens der Innenhand verwarnt werden musste. Solche Verwarnungen sollten einem arrivierten Boxer eigentlich nicht mehr widerfahren. Ansonsten zeigte sich der von Engin Köseoglu betreute Aargauer aber in Topform. Er bedrängte seinen Gegner von Beginn an und traf fast nach Belieben. Lucca zeigte allerdings viel Herz und fightete tapfer zurück, musste aber im Laufe des Kampfes von Ringrichter Marthaler angezählt werden. Aus Sicht des Berichterstatters war dies der beste Amateurkampf des Abends. Einstimmiger Sieger nach Punkten: Andranik Hakobian.

Liparit Hakobian (BR Baden( gegen Artur Qehas (Italien). Kampf im Leichtgewicht
Der Bruder von Andranik, Liparit Hakobian, stieg mit einem beeindruckenden Palmarès von 7 Kämpfen und 6 Siegen in den Ring. Er bekam es mit einem ausserordentlich zähen und „bissigen“ Gegner zu tun, der ein grosses Kämpferherz manifestierte. Der Italiener war ein echter Prüfstein für explosiven Aargauer. Hakobian brachte aber schliesslich mehr Hände ins Ziel und verliess den Ring als einstimmiger Punktesieger.

Vahram Khudeda (BT Thun) gegen Michele Esposito (Italien). Kampf im Weltergewicht
Der von der Ex-Weltmeisterin Christina Nigg betreute Khudeda bekam es gestern Abend mit einem äusserst routinierten Gegner, der bereits zum 51. Mal im Ring stand, zu tun. Esposito attackierte seinen Gegner ab dem 1. Gongschlag vehement und entschied die erste Runde klar für sich. Ab dem 2. Durchgang übernahm aber der gut eingestellte Berner Oberländer die Initiative und brachte den Italiener in Bedrängnis, sodass dieser von Ringrichter Marthaler angezählt werden musste. In der 3. Runde gelang dem hart schlagenden Khudeda gar ein sehenswerter Niederschlag. Gegen Ende der Runde fand Esposito wieder etwas besser in den Kampf. Am Verdikt des Kampfgerichtes gab es aber nichts zu rütteln: Einstimmiger Sieger nach Punkten: Vahram Khudeda.

Davide Faraci (BR Baden) gegen Alessandro Marchetta (Italien). Kampf im Mittelgewicht
Davide Faraci, seines Zeichens Deutschschweiz- und Tessin-Meister von 2010 und Mitglied des Swiss Boxing Team, kämpfte gestern Abend ebenfalls gegen einen sehr routinierten Gegner. Alessandro Marchetta stand bereits zum 42. Mal im Seilgeviert. Die beiden Routiniers (Faraci kämpfte zum 47. Mal) schenkten sich nichts, vermochten aber die Zuschauer nicht zu begeistern. Faraci bestimmte zwar den Kampf von der Ringmitte aus, war aber im Vergleich zu früheren Kämpfen etwas weniger explosiv. Trotzdem fuhr er einen ungefährdeten Sieg ein: Einstimmiger Sieger nach Punkten: Davide Faraci.

Mannschaftswertung: Die Schweizer Staffel besiegten die Gastboxer aus Italien diskussionslos mit 5 zu 0 Siegen.
 
v.l.n.r.: Manager Michele Barra, Vitaly Kopylenko und Trainer Federico Beresini
Die Profikämpfe

Vitaly Kopylenko (BC Ascona) gegen Sandor Ramocsa (Ungarn). Kampf im Mittelgewicht
Der für einen Mittelgewichtler eher klein gewachsene, aber kompakte Ungar Sanor Ramocsa (9 Siege, 8 Niederlagen) verlor vor zwei Wochen gegen den aufstrebenden Wahltessiner Disarjot Gashi kanpp nach Punkten. Umso gespannter war man gestern Abend auf das Duell mit dem bisher ungeschlagenen Ukrainer Vitaly Kopylenko (11 Siege, 0 Niederlagen). Der von Michele Barra gemanagte und von Federico Beresini betreute Kopylenko präsentierte sich als technisch versierter und taktisch klug agierenden Boxer. Mit seiner linken Führhand versuchte er, seinen unermüdlich angreifenden Gegner aus Osteuropa auf Distanz zu halten, was ihm nicht immer gelang. Ringrichter Jörg Mangott hatte viel zu tun und musste die beiden Kontrahenten oft aus ihrer Umklammerung befreien. Der Wahl-Tessiner zeigte insbesondere in der 2., 4. und 5. Runde schöne Kombinationen zu Körper und Kopf und präsentierte sich als sehr guter Boxer, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat. Dem Kraftpaket aus Ungarn darf zu Gute gehalten werden, dass er nicht zum Verlieren in die Schweiz gereist war und bis zum letzten Gongschlag alles gab, was in ihm steckte. Auch er war ein echter Prüfstein für Kopylenko. Der Ukrainer verdiente sich schliesslich den Sieg, weil er die klareren und zahlreicheren Treffer anbrachte. Trotzdem war das Verdikt des Kampfgerichts leicht kontrovers: Während die beiden Punkterichter Thomas Marthaler und Marcel Werder Kopylenko einstimmig mit 60 zu 54 Punkte Vorne sahen, wertete die Punktrichterin Regula Höltschi den Kampf unentschieden.



Aniya Seki (Boxing Kings) gegen Zsofia Bedo (Ungarn). Frauenkampf im Bantamgewicht
Die konditionell starke Bernerin Aniya Seki (7 Siege, 1 Niederlage) zeigte sich gegenüber früherer Kämpfe gestern Abend stark verbessert. Sie arbeitete gut mit ihrer linken Führhand und bestimmte das Geschehen im Ring auf weiten Strecken. Von der Ringmitte aus trug die von Trainerlegende Bruno Arati optimal eingestellte Seki ihre sehenswerten Angriffe vor. Zofia Bedo (2 Siege, 18 Niederlagen, 1 Unentschieden) hatte nicht den Hauch einer Chance und verlor schliesslich einstimmig nach Punkten. Das Kampfgericht wertete den Fight wie folgt: Thomas Marthaler: 60 : 54, Marcel Werder: 60 : 54, Regula Höltschi: 60 : 55.


Resultatübersicht



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